Aktuelles/alle Beiträge
Druckfrisch
Der erste Paludi-Produktkatalog
24/09/2025 Frisch vorgestellt auf der RRR2025-Konferenz: Der erste Paludi-Produktkatalog überhaupt! Mit so vielen Pilotprodukten, Prototypen und Dienstleistungen rund um die Paludikultur, wie wir zusammenstellen konnten. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick zu geben und zu zeigen, wie vielfältig, innovativ und marktfähig diese neue Form der Landnutzung bereits heute ist.
Um das Innovationspotenzial dieses Bereichs aufzuzeigen und die Vielfalt der bestehenden Produkte hervorzuheben, richtet sich der Katalog an:
• Landwirte – um die bestehende Nachfrage nach Biomasse aus Paludikultur für eine breite Palette von Produkten aufzuzeigen.
• Unternehmen – die bereits Biomasse aus Paludikultur verarbeiten oder dies planen, um Inspiration und Möglichkeiten zur Vernetzung zu bieten.
• Forschung, Politik und Gesellschaft
Das Besondere daran: Der Katalog ist offen für weitere Beiträge und wird in Zukunft regelmäßig aktualisiert und erweitert. Alle neuen und bestehenden Paludi-Produkte können aufgenommen werden.
Der Katalog wird auf der „Renewable Resources from Wet and Rewetted Peatlands – 4th International Conference on the Utilisation of Wetland Plants” vorgestellt, die Teil des Projekts PaludiZentrale ist. Wenn Sie ein Produkt im Katalog platzieren möchten, können Sie das Katalogteam per E-Mail unter produktkatalog@greifswaldmoor.de kontaktieren.
Neue europäische Moorkarte
jetzt online verfügbar
23/09/2025 Die Europäische Moorkarte (EPM2025) steht nun auf unserer Website zum kostenfreien Download, inklusive der Geodaten bereit. Sie ist ein Produkt der Global Peatland Database (GPD), die vom Greifswald Moor Centrum (GMC) betrieben wird, und trägt zu einer einheitlichen und regelmäßig aktualisierten Wissensbasis über Moore weltweit bei.
Der Datensatz bietet den aktuellsten Überblick über europäische Moorgebiete. Die EPM2025 integriert aktuelle nationale, regionale und lokale Datensätze zu Mooren und organischen Böden einschließlich degradierter und entwässerter Moore, d. h. solcher, die für die Landwirtschaft genutzt werden. Durch das Bereitstellen der Daten im Vektorformat bietet die Karte eine hohe räumliche Auflösung und damit eine unverzichtbare Ressource für Forschung, Politik und Naturschutz.
Die EPM2025 basiert auf dem Moor-Layer der Europäischen Feuchtgebietskarte (2024), ist jedoch direkt zugänglich, ohne dass eine Extraktion aus der umfassenderen Feuchtgebietsebene erforderlich ist. Sie aktualisiert die „Peatland Map of Europe“ (Tanneberger et al. 2017), wobei alle nationalen Datensätze überprüft und durch umfassendere oder qualitativ bessere GIS-Daten ersetzt wurden. Den Geodaten zufolge beträgt die Gesamtfläche der Moorgebiete in den erfassten Ländern 38,4 Millionen Hektar (384.220 km²).
Die EPM2025 wurde im Rahmen von zwei EU-finanzierten Horizon-Projekten (ALFAwetlands und WET HORIZONS) und der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erstellt und repräsentiert den besten verfügbaren Wissensstand auf europäischer Ebene. Noch wichtiger ist, dass sie als gemeinsame und sich weiterentwickelnde Wissensbasis konzipiert ist und die Wissenschafts- und Naturschutzgemeinschaft einlädt, Daten auf nationaler und regionaler Ebene in ganz Europa weiter zu überprüfen, zu verfeinern und kontinuierlich zu verbessern.
Book of Abstract fertig
Voller Überblick zur RRR2025
20/09/2025 Fertig zum Durchblättern: unser Book of Abstract zur 4. internationalen Konferenz „Renewable Resources from Wet and Rewetted Peatland – RRR2025”. Neben einem Überblick über das Programm und praktischen Informationen gibt es die ausführlichen Beschreibungen aller Keynotes, Exkursionen, Sitzungen und Workshops.
MoorMic on Air
Moorsound live & recorded
02/09/2025 MoorMic/KoosMic – das Mikrofon für den Sound der Landschaft direkt aus dem Küstenüberflutungsmoor – zum Mithören für alle! KoosMic, weil diese neue Hörstation auf der Insel Koos vor den Toren Greifswalds steht. Von dort überträgt sie live und in Mitschnitten die Geräuschkulisse der Habitate rundum, den Sound von Moorwiesen, Weide und Hecken. Wind in Schilf, Regen auf das Ufer, Schnauben von Kühen, Rufe von Kranichen - je nach Wetter und Jahreszeit.
Das MoorMic/KoosMic ist Teil des weltweiten akustische Kartographie radio.aporee des Medienkünstlers Udo Noll. Daran getüftelt hat er gemeinsam mit Studierenden der "Akustischen Ökologien und Sound Studies" der Bauhaus Universität Weimar und deren Professorin Kerstin Ergenzinger. Unauffällig, möglichst wartungsfrei, solarbetrieben und mit minimalem Eingriff in die Landschaft installiert – ihre Kriterien für das MoorMic/KoosMic hat die Gruppe gut umgesetzt. Seit dem frühen Sommer sendet das MoorMic. Nur einmal musste es bisher versetzt werden. Kühe hatten zu wild daran geschnuppert.
Die Hörstation soll ein Bewußtsein und das Wahrnehmen von Umwelt fördern. Im Sinne der interdisziplinären Forschung der „Akustischen Ökologie“ ermöglicht sie es, über Klang den Zustand und Veränderung in Landschaften erfassen Es geht zudem darum, den Klang der Welt zu teilen und zu dokumentieren. In Bildern und Videos halten fast alle ihre Welt fest, aber in Soundschnipseln?
Der Inselsound von der moorigen Küste des Greifswalder Bodden ist dank MoorMic/KoosMic abrufbar – von überall, jederzeit und für alle. Für eine Hörsession einfach reinschalten bei radio.aporee.org:8443/koosmic.
Paludikultur in Reihe
Vier kostenfreie Seminare
10/09/2025 Jetzt anmelden zu vier Seminaren der Reihe „Moorbodenschutz und Paludikultur“ - online, kostenfrei und gemeinsam veranstaltet von FNR e.V., DBV e.V., DLG e.V.. und GMC.
Beim ersten Termin am 15. Oktober 2025 geht es von 10:00 – 12:30 Uhr um "Flächeneinrichtung und Anbau von Paludikulturen".
Im Mittelpunkt stehen:
- Genehmigungsverfahren und Hemmnisse
- Planung, Umsetzung und Anbau in der Praxis
- Kommunikation als Schlüssel für erfolgreiche Projekte
Themen und Referenten sind:
• Vom Wissen zum Wandel – Moorböden durch gestaltete Kooperation erhalten
Katja Searles - Referentin Landesamt für Umwelt Brandenburg
• Aufgaben und Hemmnisse im Genehmigungsverfahren
Kerstin Norda - Geschäftsführerin, Naturschutzstiftung Landkreis Cuxhaven
• Herausforderungen in der Praxis: Planung, Umsetzung und Anbau
Anke Nordt - Projektleitung PaludiMV, Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern
Hier geht es zur Anmeldung.
MooreMotion
1. Studentischer Moorkongress
03/09/2025 Vom 4.-7. September gibt es mit „MooreMotion“, den ersten gänzlich von Studenten die studentischen Moorkongress, natürlich in Greifswald.
„MooreMotion" ist eine hervorragende Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der Moorforschung sich auszutauschen und zu vernetzen. Wir sind stolz darauf, dass wir durch die Förderung der Joachim Herz Stiftung und das große Engagement unserer Studierenden den ersten studentischen Moorkongress in Greifswald haben!“ findet Gerald Jurasinski, Professor für Moorkunde.
Das Greifswald Moor Centrum trägt mit diesen Vorträgen zu MooreMotion bei:
- What ist a peatland? What is peat? - Matthias Krebs (Uni Greifswald, AG Moorfoschung, GMC)
- Hoch- und Niedermoor und weitere Moorklassifikationen - Vytas Huth (Universität Greifswald, AG Moorforschung, GMC)
- Global peatland distribution and climate impacts - Alexandra Barthelmes (Autorin Mooratlas, Uni Greifswald, GMC)Global peatland distribution and climate impacts - Alexandra Barthelmes (Autorin Mooratlas, Uni Greifswald, GMC)
- Regional cooling effects through peatlands on the example of Polder Kieve - John Couwenberg (Uni Greifswald, AG Moorforschung, GMC)
- Wiedernässung in der Praxis: das Hangquellmoor Binsenberg - Carl Barnick (GMC)
- Moor-Wiesen bei Greifswald - Micha Weil (GMC, Wildnispädagogik)
- Exkursion in den wiedervernässten Polder Eisenhammer in Greifswald (Carl Barnick, GMC)
- MooreTasting - Greta Gaudig (Uni Greifswald, GMC)
- Workshop-Recap - Franziska Tanneberger (GMC)
- Niedermoorentspannung : Im.Moor.Sein. mit allen Sinnen - Franziska Fett (GMC)
Landwirtschaft auf Moor?
Neue Karte zeigt wo in Europa
1/09/2025 Mit erheblichen CO2-Emissionen als Folge, werden Moore in Europa für die Landwirtschaft entwässert. Zu wissen, wo diese Entwässerungs-„Hotspots“ liegen – sei es für Ackerbau oder Grünland – ist entscheidend, um nasse Alternativen wie die Paludikultur voranzubringen.
Im Projekt Building the European Peatlands Initiative: A Strong Alliance for Peatland Climate Protection in Europe haben Forschende die aktuelle Europäische Feuchtgebietskarte mit Landnutzungsdaten kombiniert. Entstanden ist eine neue Karte, die die landwirtschaftliche Nutzung von Mooren in der Europäischen Union und in mehreren Nachbarländern darstellt . Sie liefert wertvolle Einblicke für Politik, Naturschutz und eine interessierte Öffentlichkeit auf dem Weg zu nachhaltigen Lösungen. Die Karte basiert auf Daten der Global Peatland Database (GPD), die Informationen zu Lage, Ausmaß und Entwässerungsstatus von Mooren und organischen Böden weltweit sowie für 268 einzelne Länder und Regionen bündelt und integriert.Das Projekt ist Teil der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI), gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und umgesetzt durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Projektpartner sind Eurosite, CEEweb sowie die European Landowners’ Organization (ELO).
Leidisso-Moor wird restauriert
500 Dämme statt 100 km Graben
28/08/2025 Das Leidissoo-Moor ist ein Schutzgebiet im Westen Estlands und Teil eines Natura-2000- und Ramsar-Gebiets. Die Restaurierung umfasst von Planung und Umsetzung bis bis zum langfristigen Monitoring auf einer Fläche von etwa 811 Hektar. Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung haben die Maßnahmen am 28. August begonnen. Das Ziel: das natürliche Wasserregime des Moores wiederherzustellen, um die Verschlechterung des Ökosystems und die CO₂-Emissionen durch die Entwässerung von Mooren zu stoppen und so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Biodiversität und zur Erhaltung der Wasserressourcen in Estland zu leisten. Rund 100 Kilometer Entwässerungsgräben werden nun durch den Bau von über 500 Dämmen geschlossen, wodurch die jahrzehntelange Degradation der Moorgebiete rückgängig gemacht und die natürliche Regeneration dieses wertvollen Ökosystems ermöglicht wird. Beteiligt an der Initiative sind die Michael Succow Stiftung, das staatliche Forstverwaltungszentrum Estlands (RMK), der PlanBe – Bellwinkel Stiftung für Umwelt- und Klimaschutz sowie die HIT Umweltstiftung.
Bahnen ziehen in Bargischow
Für 80.000 Schilfpflänzchen
27/08/2025 80.000 Jungpflanzen werden seit Mitte Juli im Polder Bargischow-Süd in Vorpommern in die Erde gebracht. Eine beeindruckende Aktion! Im Rahmen des Pilotprojekts Paludi-MV soll hier ein dichter, hochwertiger Schilfbestand entstehen, der landwirtschaftlich genutzt werden kann. Auf dem vorherigen Grünland hat ein Traktor mit einer Streifenfräse lange Bahnen ins Gras gezogen, bevor mit einem Erdbohrer die Pflanzlöcher vorbereitet und die Setzlinge mit einem Quad ins Feld transportiert und eingepflanzt werden. Nach der Pflanzung wird die Fläche vernässt. Die Ernte ist für den Winter geplant, wenn die Pflanzen ihre Blätter verloren haben und keine Vögel brüten. In der Vergangenheit wurde hier Viehfutter angebaut, doch aufgrund hoher Wasserstände und Bodendegradierung war die Qualität unzureichend. Die langjährige Entwässerung hat den Torf zersetzt, und der Polder ist über einen Meter an Höhe gesackt. Heute liegt er daher einen Meter unter dem Meeresspiegel. Hier kommt das Schilf als Alternative ins Spiel! Es ist vielseitig nutzbar für Dachdeckung, Putzträger, Dämmplatten oder Zellulose für Papiere und Kartons.
Da Erfahrung im Schilfanbau noch rar ist, untersucht das Pilotprojekt „Paludi-MV“ die Kosten und Herausforderungen bei Planung und Umsetzung. Es wird gemeinsam von der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH und der Universität Greifswald umgesetzt und vom Bundesumweltministerium gefördert. Ziel ist die Erprobung der Paludikultur auf zwei Polderflächen: Bargischow-Süd (LK Vorpommern-Greifswald) und Sandhagen (LK Mecklenburgische Seenplatte).
Den Wert von Nass erfassen - digital
Paludikultur im Interview
25/08/2025 Was ist Moor nass wert? Wie lassen sich Ökosystemwerte vor allem wiedervernässter Flächen erfassen und quantifizieren? Mit dem Moormonitor entwickelt der studierte Produktdesigner und Moorfan Milan Bergheim mit Kollegen im Projekt Valpeats ein wirtschaftliches und praktikables Monitoring dafür. Damit Moorflächen schneller und großflächiger wiedervernässt und und in Paludikultur genutzt werden können. Hier das ausführliche Interview.








