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Reform = Chance

Reform = Chance

Peatland experts woth EU-Parlamentarians

Gespräche zu Moor-Landwirtschaft im EU-Parlament

04/12/2019 Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist maßgeblich für die landwirtschaftliche Nutzung der Moore in Europa. Obwohl Moorböden im EU-Durchschnitt nur 4% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen tragen die Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Mooren 25% der Gesamt-Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bei. Mit der aktuellen Reform der Agrarpolitik besteht die große Chance, einen Wechsel in der Moorbewirtschaftung in Europa einzuleiten, die Bewirtschaftung wiedervernässter Moore zu fördern und die Förderung auf entwässerten Mooren schrittweise einzustellen (siehe auch aktualisierter Policy Brief des GMC). Über fachliche Grundlagen zu Moorverbreitung und Klimarelevanz in Europa sprach Dr. Franziska Tanneberger (GMC) zusammen mit Kollegen von Wetlands International European Association und Interreg Care-Peat project mit 13 Mitgliedern des Europa-Parlamentes, u.a. der Vize-Präsidentin Mairead McGuinness (Irland) und dem Agrarpolitiker Peter Jahr (Deutschland).

 

Sit-in im Fischerbrunnen

Sit-in im Fischerbrunnen

Greifswalder Moor- und Klimaschützer beim Klimastreik

29/11/2019  Beim weltweiten Klimastreik am 29.November setzten sich die Moor- und Klimaschützer des Greifswald Moor Centrum in den Greifswalder Fischerbrunnen. Nachdem sie beim ersten globalen Klimastreik am 20. September dieses Jahres im Brunnen stehend demonstriert hatten, machten sie nun mit der Aktion deutlich: Der Klimawandel wird dramatischer, die Meeresspiegel steigen. Wortwörtlich und im übertragenen Sinne steht uns das Wasser bald bis zum Bauchnabel oder darüber – wenn nichts getan wird. Ein #NeustartKlima ist nötig. Die globalen Klimaschutzziele können nicht ohne die Wiedervernässung der Moore erreicht werden. Diese effektive Maßnahme für Klimaschutz wird derzeit noch wenig berücksichtigt. Alleine in Mecklenburg-Vorpommern verursachen trockengelegte Moore 30 % der gesamten Emissionen des Bundeslandes. Sie ließen sich durch Wiedervernässung weitgehend einsparen.

 

Torf am Nil gesucht

Torf am Nil gesucht

Attracting attention in search of peat in the Nile basin

Mission in den Feuchtgebiete des Nilbeckens abgeschlossen

09/11/2019 Im Rahmen des Projektes "Biodiversitätserhalt und nachhaltige Nutzung der Ökosystemleistungen von Feuchtgebieten mit grenzüberschreitender Relevanz im Nilbecken", das von GMC gemeinsam mit Wetlands International und der Nilbecken-Initiative durchgeführt wird, wird eine Bewertung des CO2-Emissionsvermeidungspotentials der Nilbecken-Feuchtgebiete vorbereitet. Ende Oktober/Anfang November fand eine Expedition nach Ghana (insbesondere in die Feuchtgebiete der Keta-Lagune) und Kenia statt. Die Suche nach Mooren basierte auf Moor(wahrscheinlichkeits-)karten der Global Peatland Database des GMC. Am Ende der Regenzeit konnten mehrere flachgründige und teilweise auch mächtigere (2 m und mehr) Moorgebiete kartiert werden.

 

Klimaschutz und Landwirtschaft

Klimaschutz und Landwirtschaft

KTBL besucht GMC und Paludikultur-Pilotbetriebe in Vorpommern

24/10/2019 Das Kuratorium für Bau und Technik in der Landwirtschaft (KTBL) ist ein Verein aus Landwirtschaft, Wissenschaft, gewerblicher Wirtschaft, Verwaltung und Beratung mit der Aufgabe Technologietransfer; er wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Auf Vermittlung von Prof. Dr. Christine Tamásy (Universität Greifswald) besuchte Präsidium und Hauptgeschäftsführung das GMC und informierte sich über Forschung und Umsetzungsprojekte. Besonderen Eindruck vermittelt der Blick in den Boden einer landwirtschaftlich genutzten, nassen Grünlandfläche am Kummerower See: Dank Paludikultur bleibt der Kohlenstoff im Torf geschützt und die Fläche wird dennoch produktiv für Biomasse zur Nahwärmeerzeugung genutzt. Auch die erfolgreiche Kooperation von Universität und Landwirtschaftsbetrieben bei der Anlage einer Rohrkolben-Anbaukultur auf wiedervernässtem Moor wurde gelobt, und das KTBL möchte in Zukunft verstärkt auf die Expertise des GMC zurückgreifen.

 

Wechsel und Wiederkehr

Wechsel und Wiederkehr

Neue Literaturabende in der Moorbibliothek

18/10/2019  Moore tun viel Gutes, Menschen machen viel Böses. Und umgekehrt... Die Beziehung zwischen Mooren und Menschen ist äußerst vielseitig. Moore und Menschen binden und trennen, ziehen an und stoßen ab, formen und deformieren. Ökosystemdienstleistungen, Trennung, Austausch, Migration, Verantwortlichkeit: Was machen Moore mit Menschen, was machen Menschen mit Mooren? All diese Beziehungen präsentiert Moorkundler und Bibliophil Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten in der neuen Reihe Literaturabende anhand der Bestände der Greifswalder Moorbibliothek PeNCIL (Peatland and Nature Conservation International Library, PeNCIL). Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind jedoch erforderlich per E-Mail an bibliothek@greifswaldmoor.de.

 

PRIMA: Meilenstein erreicht

PRIMA: Meilenstein erreicht

Rohrkolben und Schilf wachsen nun auf 8 ha

26/09/2019 Nach mehreren Monaten Vorbereitungsphase wurden jetzt junge Rohrkolbensetzlinge maschinell und Schilfsetzlinge manuell auf die 8 ha große Versuchsfläche bei Neukalen (MV) gepflanzt, die dann vernässt wurde. Der Feldversuch soll innerhalb der nächsten 2,5 Jahre praxisrelevante Aussagen zur technischen Umsetzung, Pflanzenentwicklung, Biomassequalität und Wirtschaftlichkeit von Rohrkolben- und Schilf-Paludikultur generieren. Bei gutem Wachstum ist im nächsten Jahr die erste Ernte geplant. Zusätzlich werden im Paludi-PRIMA Projekt Mesokosmenversuche, genetische Untersuchungen und Wissenstransfer durchgeführt. Das Projekt von Uni Greifswald und Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
              

Einrichten der PRIMA-Pilotfläche (Photos: T. Dahms)

Faktenpapier zum Klimaschutzprogramm 2030

Faktenpapier zum Klimaschutzprogramm 2030

Moorbodenschutz als naturbasierte Lösung nutzen

23/09/2019 Das am 20.09.2019 von der Bundesregierung veröffentlichte Dokument „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“ benennt sektorspezifische Maßnahmen. Für den Sektor Land- und Forstwirtschaft sind unter „Schutz von Moorböden/Reduktion von Torfeinsatz in Kultursubstraten (36)“ keine konkreten Umsetzungsschritte festgehalten. Das GMC-Faktenpapier „Moorbodenschutz als naturbasierte Lösung im Klimaschutzprogramm 2030 - schnelle Einstellung von Moor-Entwässerung für wirkungsvollen Klimaschutz nötig!“ stellt auf 4 Seiten Ausgangssituation, Potentiale und Konkretisierungsvorschläge zusammen.

Wissen über Paludikultur gefragter denn je

Wissen über Paludikultur gefragter denn je

Baumaterialien aus Paludikultur-Rohstoffen sind für die Besucher von großem Interesse (Photo: G. Gaudig)

Exkursionen mit internationalen Delegationen

24/09/2019 Mehrere Delegationen aus aller Welt kamen in den letzten beiden Monaten in den Norden von Deutschland gereist, um sich hier vom Greifswald Moor Centrum über Paludikultur-Projekte informieren zu lassen. Eine ukrainische Delegation recherchierte Ende August denkbare Auflagen für eine nachhaltige, klimafreundliche Nutzung von bisher entwässerten, staatlichen Moorflächen, die privatisiert werden sollen. Die Wissenschaftler des GMC erläuterten Möglichkeiten für Paludikultur in einem Fachseminar und zeigten die Ernte von Rohrkolben in Kamp und von Nasswiesenbiomasse in Neukalen sowie das „Paludi-Biomasse-Heizwerk“ in Malchin. Diese Standorte besichtigte Mitte September auch eine vietnamesische Delegation, die im Rahmen des Plant3-Projektes nach Vorpommern gereist kam. Auch eine Delegation finnischer Moorwissenschaftler*innen und Studierenden machte Station bei den Paludikulturstandorten im Nordosten, nachdem sie die Torfmooskultivierungsfläche im Hankhauser Moor bei Oldenburg (Niedersachsen) besichtigt hatten. Finnland plant, jetzt verstärkt Paludikultur zu erforschen und umzusetzen.

Moor muss nass – und zwar sofort

Moor muss nass – und zwar sofort

WETSCAPES-Tagung im Hörsaal der Uni Rostock (Photo: F. Tanneberger)

160 Wissenschaftler einig bei WETSCAPES-Konferenz

13/09/2019 Moor muss nass - und zwar sofort. Der schnelle Stopp von Moor-Entwässerung ist zum Erreichen der globalen Klimaschutzziele notwendig. So kann man die Ergebnisse der internationalen Konferenz zusammenfassen, die 10.-13.09.2019 an der Universität Rostock stattfand. 160 Wissenschaftler aus 20 Ländern diskutierten bei der WETSCAPES-Tagung über die Ergebnisse ihrer Forschung in entwässerten, wiedervernässten und naturnahen Mooren. Vertreter verschiedenster Fachdisziplinen sprachen miteinander über Pflanzenwachstum, Treibhausgasemissionen, Nährstoffverluste und mikrobielle Prozesse im Boden. Die meisten dieser Wissenschaftler beschäftigen sich mit Einzel-Phänomenen in Mooren, und gemeinsam konnten klare Zusammenhänge und Verbindungen der Ergebnisse zueinander festgestellt werden. Dies ist besonders wichtig für wiedervernässte Moore, da diese Systeme vollkommen neue Ökosysteme darstellen. Das vierjährige Verbundforschungsprojekt WETSCAPES (abgeleitet aus „wet“ und „landscapes“) wird im Exzellenzforschungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit 5 Millionen Euro an den Universitäten Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, und Rostock gefördert. Hier der Abstractband der Tagung.

Attaché-Besuch am GMC

Attaché-Besuch am GMC

Delegation von Umweltattachées mit Minister Backhaus zu Besuch am GMC (Photo: St. Busse)

Von Japan bis Paraguay Interesse an Moorexpertise in MV

30/08/2019 Etwa 30 Agrar- und Umweltattachés aus 14 Ländern von Japan bis Paraguay besuchten zusammen mit Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, das Greifswald Moor Centrum am 29. August. Eine tolle Gelegenheit, um zu zeigen, was Mecklenburg-Vorpommern und die Greifswalder Moorforschung zu bieten haben: Bei einer Führung über die Karrendorfer Wiesen, einem erfolgreich revitalisierten Küstenüberflutungsmoor im Besitz der Michael Succow Stiftung, konnten die Attachés die Bedeutung nasser Moore für Biodiversität, Klimaschutz und Regionalentwicklung „on the ground“ besichtigen und verstehen. An der dortigen Forschungsstation des WETSCAPES-Projektes, Teil der Landesexzellenzinitiative, und der Mesokosmenanlage der Universität Greifswald zeigten GMC-Vertreter die aktuelle Forschung. Eine Woche zuvor hatte sich MdL Elisabeth Aßmann, Vorsitzende des Agrarausschusses Mecklenburg-Vorpommerns, auf derselben Fläche ein Bild von erfolgreich kombiniertem Moor-, Klima- und Küstenschutz samt innovativer Wertschöpfung gemacht. Klar wurde hier, dass Moorschutz und Paludikultur Teil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sein müssen. Auch bisherige Hindernisse wurden angesprochen: Wiedervernässungen kommen im Bundesland zu langsam voran. Planungen und Genehmigungen dauern lange.