Aktuelles

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Gäbe es Moore auf dem Mars…

Gäbe es Moore auf dem Mars…

Zukunftsstrategie MV 2021-2030

Prof. Hans Joosten wäre in seinem Forschungsleben dort gewesen

31/03/2021  Der Moorkundler Hans Joosten beendete am 31. März seine Tätigkeit am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. 25 Jahre hat der studierte Biologe aus den Niederlanden hier nicht nur zu Mooren geforscht und gelehrt, sondern der Moorexpertise in Greifswald ein weltweites Renommee verschafft. Mit PeNCIL schuf er die größte Spezialsammlung zum Thema Moor, mit der Global Peatland Database die umfassendste Datenbank zu Mooren weltweit. Als einer der Gründer des Greifswald Moor Centrum, baute er seinen integrativen Forschungsansatz von Paläo- und Landschaftsökologie, Ökologie und Wise Use aus zu einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis in allen Moorfragen – lokal wie global. Mit Charakter, Passion und dem ein oder anderen Häppchen Torf hat Joosten öffentlichkeitswirksam dazu beigetragen, dass Moore in der Klimakrise Aufmerksamkeit gewinnen, von internationalen Panels bis zu kommunalen Einrichtungen. Der vielfache Preisträger bezeichnet „alles, was mit Mooren zu tun hat“ als sein Hobby. Gäbe es Moore auf dem Mars, so heißt es, dann wäre er auch dort schon gewesen.

Zukunftsland Mecklenburg-Vorpommern

Zukunftsland Mecklenburg-Vorpommern

Zukunftsstrategie MV 2021-2030

Mit Dorfwerken und Moorklimaschutz-Agentur

19/03/2021  Der MV Zukunftsrat hat am 19. März seine Zukunftsbilder und Zukunftsprogramm für die Jahre 2021-2030 an Ministerpräsidentin Schwesig übergeben. Seine 49 Mitglieder versammeln in dieser Zukunftsstrategie Empfehlungen, wie sich das Bundesland nachhaltig, digital und gemeinwohlorientiert gestalten lässt. Das Anpacken der Klimakrise und das Schaffen einer Nachhaltigkeitsökonomie sieht der Rat als eine zentrale Aufgabe und beschreibt auch konkrete Lösungen dafür: Das moorreiche MV könnte zum Beispiel mit der Wiedervernässung von entwässerten Mooren nicht nur Kohlenstoffsenken reaktivieren und eine Klimaneutralität anvisieren, sondern mit einer nachhaltigen nassen Nutzung neue Rohstoffe, Produkte und Arbeitsplätze schaffen oder anderen Bundesländern Ausgleichmöglichkeiten anbieten. Eine halbstaatliche Moorklimaschutz-Agentur, eine Landesinitiative für Moorklimawirtschaft und ein Strukturwandelstärkungsgesetz werden dazu empfohlen. Ganz konkret schlägt der Rat auch vor, ein Landesklimaschutzgesetz zu verabschieden und eine Wasserhaushalts-Initiative zu starten.
Der Zukunftsrat selbst spricht von einem "Aufbruchsdokument" und erwartet, dass die Ergebnisse in die Politik einfließen. Das größte Zukunftsrisiko sei es, so der Rat, die großen Themen jetzt nicht anzupacken. Zunächst würden sich die Ministerien und dann das Kabinett mit den Empfehlungen des MV Zukunftsrates befassen, kündigte Manuela Schwesig an. Auch dem Landtag würde die Strategie zugeleitet. Vorsitzende des MV Zukunftsrates sind Prof. Dr. Henning Vöpel und GMC-Leiterin Dr. Franziska Tanneberger.

Kennen Sie Betje Polak?

Kennen Sie Betje Polak?

Prof. Hans Joosten beim Literaturabend (Foto: T. Dahms)

Mehr zur Königin der Tropenmoore

04/02/2021  Die gebürtige Niederländerin Betje Polak legte unter schwersten Bedingungen die Grundlagen der Moorforschung in den Tropen. Ihr ist am 10. März der erste Online-Literaturabend der Greifswalder Moorbibliothek gewidmet. Moorprofessor und Bibliophil Hans Joosten berichtet in diesem Side event der Konferenz RRR2021 Renewable resources from wet and rewetted peatlands ab 20 Uhr zum Lebenswerk der Wissenschaftlerin. Die Teilnahme ist kostenfrei und online durch eine formlose Anmeldung an bibliothek[at]greifswaldmoor.de möglich. Auf diese Mail hin erhalten Interessierte einen zoom-Link zur Veranstaltung.

Wie eine nasse Zukunft aussehen könnte

Wie eine nasse Zukunft aussehen könnte

Cover "Der Braune Bär fliegt erst um Miternacht (mit freundl. Genehmigung des Lübbe-Verlags)

Neues Buch beschreibt ein Zeit nach der “großen Wiedervernässung”

04/02/2021 Agrar- und Verkehrswende sind schon Geschichte und die staatliche Agentur für Moorkunde und Wiederbelebung mit Sitz in Greifswald erfolgreich etabliert. Es gibt keine Subventionen für das Beackern von Moorböden mehr, dafür jedoch „Bekassinen-Boni“ für Landwirte – so könnte eine nasse Zukunft aussehen. Die Autorin Johanna Romberg beschreibt in ihrem neuen Buch Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. unsere Naturschätze und wie wir sie wiederentdecken und wiederbeleben können. Welche Rolle die Arbeit des Greifswald Moor Centrum für ihre Szenarien spielt, beschreibt Romberg in einem Kapitel, das als Artikel Die Rückkehr der Unken auch auf RiffReporter zu lesen ist.

Ergebnisse aus WETSCAPES-Forschungsprojekt

Ergebnisse aus WETSCAPES-Forschungsprojekt

Neues Rundum-Verständnis von wiedervernässten Niedermooren

04/02/2021 Forschungsergebnisse aus dem vierjährigen WETSCAPES-Projekt der Universitäten Rostock und Greifswald präsentierten die beteiligten Wissenschaftler am 24. Februar - natürlich online. Sie haben unter anderem herausgefunden, dass die untersuchten wiedervernässten Moore teilweise Netto-CO2-Senken sind, wobei die Emissionen von Methan eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen, und Moore eine Senkenfunktion für Lachgas haben könnten. Der Blick in die Tiefe und in die Vergangenheit zeigte, dass Wurzelwachstum in Niedermooren bis zu zehnmal höher als auf mineralischen Böden sein kann, und dass die Entwässerung die Ökosystemleistungen in moorreichen Gegenden Norddeutschlands bis heute zum Teil irreversibel gesenkt hat. Das WETSCAPES-Projekt hat als Teil des Exzellenzforschungsprogramms Mecklenburg-Vorpommerns die hiesige international bedeutende Fachkompetenz der Moorforschung gebündelt und wissenschaftliche Grundlagen für Landespolitik und Flächeneigentümer geliefert. Sie können sich nun noch verlässlicher und konsequenter für Wiedervernässung als zentrale Klimaschutz-Maßnahme des Landes entscheiden.

RRR2021 – Registrierung + Programm online

RRR2021 – Registrierung + Programm online

100 Präsentationen, leidenschaftliche Keynotes + Kunstevents

02/02/2021  Die Registrierung für die virtuelle Konferenz "Erneuerbare Ressourcen aus nassen und wiedervernässten Mooren - RRR2021" vom 9. bis 11. März 2021 ist ab jetzt möglich und das vorläufige Programm online. Die RRR2121 wird Wissen über Paludikultur weltweit teilen und erweitern. Neben leidenschaftlichen Hauptvorträgen werden mehr als 100 wissenschaftliche Vorträge und Poster in 21 Sitzungen präsentiert. Die Sitzung zum Thema „Finanzierungsmöglichkeiten für Lebensgrundlagen aus nassen Mooren“ wird gemeinsam mit FAO, UNEP, IUCN und WWF organisiert. Als Ausgleich für Exkursionen - normalerweise einer der angenehmsten Teile von Konferenzen - nimmt Sie die RRR2021 mit auf vier inspirierende virtuelle Paludikultur-Touren. Ein Literaturabend, Workshops und eine Kunstsession bilden weitere Highlights. Produkte, Techniken und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Feuchtgebieten können in der virtuellen Ausstellungshalle besichtigt werden. Mit Diskussionsforen, offenen Räumen und persönlichen Gesprächen bietet die virtuelle Plattform die besten Möglichkeiten zum Networking mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der ganzen Welt. Die RRR2021-Konferenz wird von den Partnern im Greifswald Moor Centrum organisiert.

RRR2021-Postkarte (Foto: T. Dahms)