Aktuelles

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2021

von NK

Biomasse geschäumt + getrocknet

Neue Paludikultur-Platte entwickelt

21/07/2021 Eine Platte aus Rohrkolben und Schilf zum Dämmen und Bauen mit besseren Eigenschaften als vergleichbare Platten aus Holz hat die Universität Greifswald gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) entwickelt. Die Wissenschaftler haben damit nicht nur einen Ersatz für synthetische Polymerschaumstoffe geschaffen. Attraktive Produkte aus Paludikultur-Biomasse sind auch Anreiz, landwirtschaftlich genutzte Moorböden zu vernässen und weitere positive Effekte für die Gesellschaft, z.B. beim Klimaschutz, zu erschließen. Für die Prototypen testeten die Wissenschaftler*innen die wichtigsten grasartigen Paludikultur-Pflanzen aus Mecklenburg-Vorpommern: Schilf, Rohrkolben, Seggen sowie eine Mischung aus Seggen und Rohrglanzgras. Diese wurden zu „Biomasseschleim“ mit einem Feststoffanteil von ca. 10-12% verarbeitet, mit biologisch abbaubaren Triebmitteln aufgeschäumt und anschließend getrocknet. Diese Platten ähneln den klassischen „Holzschäumen“ und übertreffen sogar teilweise deren Eigenschaften z.B. in der mechanischen Zug- und Druckfestigkeit. Je nach Pflanzenart und Erntezeitpunkt konnten Platten auch mehr Wasser aufnehmen als Holzschaumplatten, nur wenig Wärme leiten und im Flammtest bestehen.

von NK

Hemmnisse für Moor-Klimaschutz abbauen

Neues Infopapier zu Umstellung auf Paludikultur

30/06/2021 Paludikulturen mit Feuchtgebietsarten wie Schilf, Rohrkolben und Torfmoose sind eine gute Möglichkeit, um Moorflächen nach Wasserstandsanhebung für Moor-Klimaschutz weiter produktiv zu nutzen. Um solche Paludi-Dauerkulturen auf Dauergrünland zu etablieren, sind die Regelungen zum Grünlanderhalt zu beachten. Jede Umwandlung von Dauergrünland in eine Dauerkultur muss genehmigt werden. Darüber hinaus besteht die Pflicht, neues Grünland (auf Ackerland) als Ersatzfläche anzulegen. Diese Pflicht zum quantitativen Grünlanderhalt stellt ein Hemmnis für die Umsetzung von Paludikultur dar und ist für Moorböden zu überdenken.
Im Projekt MoKli gab es dazu ein Fachgespräch mit Behördenvertreter*innen der moorreichen Bundesländer. Diskutiert wurden die Hintergründe zum Grünlandschutz, Unterschiede zwischen Mineral- und Moorböden, das Anwenden von bestehenden Ausnahmeregelungen und mögliche neue Sonderregelungen, um das Hemmnis abzubauen. Zusammengefasst sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und die wesentlichen Diskussionspunkte des Gesprächs im neuen Informationspapier Vorgaben zum Grünlanderhalt bei der Umstellung auf Paludikultur.
Eine aktuelle Chance, Rahmenbedingungen für ein Umstellen der entwässerungsbasierten Moornutzung auf Paludikultur zu verbessern, bietet der Rechtsrahmen für die neue Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023. Während im Konditionalitäten-Gesetz, das Mindeststandards wie den Dauergrünlanderhalt regelt, keine Sonderregelung für Paludikultur aufgenommen wurde, könnte die zum Gesetz gehörige, detailliertere Rechtsverordnung den Verzicht auf die Anlage einer Ersatzfläche ermöglichen. Ein großes Hemmnis für Paludikultur und freiwilligen Moorklimaschutz würde damit abgebaut.

 

von NK

GMC beim Digitaltag 18. Juni 2021

Paludi-Tiny House im virtuellen Ausstellungsraum

17/06/2021 Beim deutschlandweiten Digitaltag am 18. Juni 2021 ist das Greifswald Moor Centrum mit dem Projekt M(o)ore Bioeconomy und dem Paludi-Tiny Haus dabei. Als eines der Gewinnerteams des Hochschulwettbewerbs Wissenschaft im Dialog ist es in in einem virtuellen Ausstellungsraum mit Filmen zu Paludikultur und dem Paludi-Tiny Haus vertreten.
Auch der Podcast „Episode #15 Baby One Moor Time“ in Kooperation mit dem Krautnah-Podcastern, einem weiteren Gewinner des Wettbewerbs, bietet in diesem Raum unterhaltsame Information zu Mooren, Moorpflanzen, Klimaschutz und Paludikultur. Zwischen 13-18 Uhr ist der virtuellen Ausstellungsraum geöffnet. Besucht uns und die anderen Gewinnerprojekte. Um 15 Uhr laden die Projektteams zu einem gemeinsamen Bioökonomie Quiz ein - es gibt auch etwas zu gewinnen.

 

von NK

Feldtag Paludikultur am 3. Sept 2021

Mehr erfahren per Typha-Tour und Tiny-House

15/06/2021 Zum Feldtag Paludikultur lädt das Greifswald Moor Centrum am 03. September 2021 auf die Versuchsfläche des Paludi-PRIMA Projektes bei Neukalen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier wird seit 2019 der Anbau von Rohrkolben (Typha) auf wiedervernässtem Niedermoor getestet.  Beim Feldtag führt eine Tour über die 10 ha große Versuchsfläche. Wissenschaftler*innen berichten zu Anbauversuch, Hydrologie, zur Klimawirkung von Mooren und ihrer Biodiversität. Eine rollende Ausstellung im Paludikultur-Tiny House informiert zu den Verwertungsmöglichkeiten von Paludi-Biomasse.
Der Feldtag ist eine gemeinsame Veranstaltung der Projekte Paludi-PRIMA, MoKli und PRINCESS des Greifswald Moor Centrum. Die Durchführung der Veranstaltung kann in Abhängigkeit der Corona-Regelungen kurzfristig abgesagt werden. Bei Fragen kontaktieren Sie Josephine Neubert, per E-Mail an josephine.neubert@uni-greifswald.de. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

 

Save the Date: Feldtag Paludikultur 3.9.2021

von NK

Moore – Chance für CO2-Sparen in MV

GMC-Faktenpapier gibt Empfehlung für Klimaschutzgesetz

31/05/2021 Um das Potential der Moore für den Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) zu nutzen, sollte ein Landes-Klimaschutzgesetz Emissionsreduktionsziele und Instrumente mit explizitem Bezug zu Mooren festlegen, empfehlen Greifswald Moor Centrum (GMC) und das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) im neuen Faktenpapier.
Mit ca. 6 Mio. Tonnen CO2-Äq. stellen die entwässerten und vorrangig landwirtschaftlich genutzten Moore die größte Einzelquelle von Treibhausgas-Emissionen in M-V dar, also ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen des Landes und mehr als die Wälder des Landes binden können – anders als insgesamt in Deutschland. Um die CO2-Emissionen im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren, müssen in M-V deshalb die Entwässerung der Moore zurückgebaut und ab jetzt jährlich 8.500 Hektar Moorfläche wiedervernässt werden. Als moorreiches Bundesland trägt M-V eine besondere Verantwortung für das Erreichen der Klimaschutzziele im Sektor „Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft“ (LULUCF). Im Rahmen der Novelle des Bundes-Klimaschutzgesetzes wurden kürzlich erstmals verbindliche Ziele für diesen Sektor festgelegt. Für M-V besteht deshalb die dringende Notwendigkeit, Moorklimaschutz konkret und verbindlich zu planen und ambitioniert zu verfolgen.

 

von NK

Litauen: Vorreiter bei der Restaurierung von Mooren in EU

16 Mio. Euro für die Wiederherstellung von 8000 ha reserviert

20/05/2021 Gute Nachrichten aus Litauen: Im litauischen Plan für die EU Aufbau- und Resilienzfazilität wurden 16 Mio € für die Restaurierung von 8000 ha derzeit trockengelegter und landwirtschaftlich genutzter Moore vorgesehen. Er wurde am 17. Mai bei der Europäischen Kommission eingereicht. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen aus diesen Mooren zu reduzieren, indem die negativen Folgen der Entwässerung bis 2026 rückgängig gemacht werden und eine zukünftige Hochskalierung möglich wird. Bisher konzentrierten sich die Restorationsprojekte auf die Wiedervernässung geschützter Hochmoore. Jetzt zielt Litauen auch auf landwirtschaftlich genutzte Niedermoore ab, was eine intensive Zusammenarbeit von Wissenschaft, NGOs und Landnutzern erfordert, aber als naturbasierte Lösung ein riesiges Kimaschutzpotenzial birgt, besonders in moorreichen Ländern wie Litauen.

Dies ist auch ein Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit der litauischen Stiftung für Moorrestaurierung und -erhaltung (FPRC) und der Succow-Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum. Rund um Baisogala vernässen die Organisationen landwirtschaftliche Flächen, auch für die Anrechnung in Kohlenstoffzertifikaten. Diese Erfahrungen konnten sie in den nun akzeptierten "New Generations' Lithuania"-Plan einbringen. Für die Wiederherstellung von Moorgebieten im Baltikum engagiert sich die Succow-Stiftung auch in den EU-finanzierten Projekten DESIRE und Life OrgBalt.

Die EU Aufbau- und Resilienzfazilität stellt 672,5 Milliarden Euro an Darlehen und Zuschüssen zur Verfügung, um Reformen und Investitionen der Mitgliedstaaten zu unterstützen. Ziel ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Covid19-Pandemie abzumildern und die europäischen Volkswirtschaften und Gesellschaften nachhaltiger, widerstandsfähiger und besser auf die Herausforderungen und Chancen des grünen und digitalen Wandels vorzubereiten.

 

von NK

Was ist ein Moor-Klimawirt?

Neue Broschüre informiert

29/04/2021  Landwirtschaft auf Moor bedeutet heute nicht alternativlos Entwässerung. Mit Moor-und Klimaschutz eröffnet sich den Landwirt*innen ein neuer Betriebszweig. Das zeigt die neue Broschüre „Moor-Klimawirte-Zukunft der Landwirtschaft im Moor“ aus dem MoKli-Projekt von Greifswald Moor Centrum und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege. Hohe Wasserstände in Moore schützen den Kohlenstoffspeicher und vermeiden Emissionen, die bei weiterer Entwässerung entstanden wären – eine Leistung, die ein Landwirt auf seinen Moorflächen für die Gesellschaft erbringen kann und für die er auch honoriert werden muss. Wie der Klimaschutz durch Moorschutz ein neuer Betriebszweig werden kann, berichten sechs Familienbetriebe, die gelernt haben, mit den Einschränkungen und Herausforderungen nasser Wiesen und Weiden gelassen umzugehen.

von NK

RRR2021 Konferenz jetzt dokumentiert

Kernbotschaften, Präsentationen und virtuelle Exkursionen online

23/04/2021  Vom 9. bis 11. März 2021 organisierten die Partner des Greifswald Moor Centrum die virtuelle, 3. internationale Konferenz über Nachwachsende Rohstoffe aus nassen und wiedervernässten Mooren (Renewable Resources from Wet and Rewetted Peatlands) - RRR2021. Mehr als 300 Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus 25 Ländern der Welt teilten ihr Wissen über Paludikultur. Jetzt sind die Kernbotschaften der Konferenz, die mehr als 100 Präsentationen und Poster dokumentiert und online verfügbar. Auf dem YouTube-Kanal des Greifswald Moor Centrum finden Sie Videos von zwei der Keynotes und der Session zu „Finanzierungsmöglichkeiten für Lebensgrundlagen aus nassen Mooren“, die gemeinsam mit FAO, UNEP, IUCN und WWF organisiert wurde. Auch einige weitere Höhepunkte der Konferenz sind nun online verfügbar: Die virtuellen Exkursionen RRR2021 führen Sie zu Hoch- und Niedermooren, zu wiedervernässten Flächen, Pilotflächen für den Anbau von Torfmoosen oder Rohrkolben, einem Heizwerk und einem Paludikultur-Tiny House. Wer mag, kann ganz in Ruhe die Moorbilder genießen, die Tina Cliffey in ihrem Fotoworkshop präsentiert hat. Kompakte Informationen zur gesamten Konferenz finden Sie im RRR2021-Tagungsband.

RRR2021-Postkarte (Foto: T. Dahms)

von NK

KLIMA° vor acht: Moore zur Primetime

Klima vor acht DigiCard

Erste Folge am EarthDay zu Moor und Klima

22/04/2021  Die Initiative KLIMA° vor acht will Fernsehsender überzeugen, wissenschaftlich fundierte Klimaberichterstattung zu produzieren, zur Primetime und mit möglichst vielen Zuschauer*innen. Wie ein solches Kurzformat zur besten Sendezeit aussehen kann, zeigt KLIMA° vor acht mit einer ersten Sendung anlässlich des EarthDay am 22. April 2021 um 19:55 auf YouTube. Das Thema: Moor und Klima! Die Folge zeigt, dass sich mit Moorschutz und Wiedervernässung auf einer relativ kleinen Fläche weltweit überproportional viel für den Klimaschutz erreichen lässt. Der Grund: Ihre Funktion als Kohlenstoffsenke. Das Greifswald Moor Centrum hat gemeinsam mit anderen Expert*innen von Scientists for Future und Thünen-Institut daran mitgewirkt und unterstützt die Initiative.
Insgesamt wird es sechs Folgen KLIMA° vor acht geben. Mit einer Länge zwischen 3-5 Minuten haben diese ungefähr dieselbe Länge wie die Sendung „Börse vor acht“. Klimaschutz ist mindestens so wichtig wie Wirtschaftsthemen, finden die Macher*innen. Die Folgen sollen den Medienanstalten das Format und auch die thematische Vielfalt zu Klima und Klimaschutz vorstellen und außerdem Perspektiven zeigen sowie Lust auf eine lebenswerte Zukunft und Eigeninitiative machen.

von NK

Gäbe es Moore auf dem Mars…

Zukunftsstrategie MV 2021-2030

Prof. Hans Joosten wäre in seinem Forschungsleben dort gewesen

31/03/2021  Der Moorkundler Hans Joosten beendete am 31. März seine Tätigkeit am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. 25 Jahre hat der studierte Biologe aus den Niederlanden hier nicht nur zu Mooren geforscht und gelehrt, sondern der Moorexpertise in Greifswald ein weltweites Renommee verschafft. Mit PeNCIL schuf er die größte Spezialsammlung zum Thema Moor, mit der Global Peatland Database die umfassendste Datenbank zu Mooren weltweit. Als einer der Gründer des Greifswald Moor Centrum, baute er seinen integrativen Forschungsansatz von Paläo- und Landschaftsökologie, Ökologie und Wise Use aus zu einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis in allen Moorfragen – lokal wie global. Mit Charakter, Passion und dem ein oder anderen Häppchen Torf hat Joosten öffentlichkeitswirksam dazu beigetragen, dass Moore in der Klimakrise Aufmerksamkeit gewinnen, von internationalen Panels bis zu kommunalen Einrichtungen. Der vielfache Preisträger bezeichnet „alles, was mit Mooren zu tun hat“ als sein Hobby. Gäbe es Moore auf dem Mars, so heißt es, dann wäre er auch dort schon gewesen.

von NK

Zukunftsland Mecklenburg-Vorpommern

Zukunftsstrategie MV 2021-2030

Mit Dorfwerken und Moorklimaschutz-Agentur

19/03/2021  Der MV Zukunftsrat hat am 19. März seine Zukunftsbilder und Zukunftsprogramm für die Jahre 2021-2030 an Ministerpräsidentin Schwesig übergeben. Seine 49 Mitglieder versammeln in dieser Zukunftsstrategie Empfehlungen, wie sich das Bundesland nachhaltig, digital und gemeinwohlorientiert gestalten lässt. Das Anpacken der Klimakrise und das Schaffen einer Nachhaltigkeitsökonomie sieht der Rat als eine zentrale Aufgabe und beschreibt auch konkrete Lösungen dafür: Das moorreiche MV könnte zum Beispiel mit der Wiedervernässung von entwässerten Mooren nicht nur Kohlenstoffsenken reaktivieren und eine Klimaneutralität anvisieren, sondern mit einer nachhaltigen nassen Nutzung neue Rohstoffe, Produkte und Arbeitsplätze schaffen oder anderen Bundesländern Ausgleichmöglichkeiten anbieten. Eine halbstaatliche Moorklimaschutz-Agentur, eine Landesinitiative für Moorklimawirtschaft und ein Strukturwandelstärkungsgesetz werden dazu empfohlen. Ganz konkret schlägt der Rat auch vor, ein Landesklimaschutzgesetz zu verabschieden und eine Wasserhaushalts-Initiative zu starten.
Der Zukunftsrat selbst spricht von einem "Aufbruchsdokument" und erwartet, dass die Ergebnisse in die Politik einfließen. Das größte Zukunftsrisiko sei es, so der Rat, die großen Themen jetzt nicht anzupacken. Zunächst würden sich die Ministerien und dann das Kabinett mit den Empfehlungen des MV Zukunftsrates befassen, kündigte Manuela Schwesig an. Auch dem Landtag würde die Strategie zugeleitet. Vorsitzende des MV Zukunftsrates sind Prof. Dr. Henning Vöpel und GMC-Leiterin Dr. Franziska Tanneberger.

von NK

Kennen Sie Betje Polak?

Prof. Hans Joosten beim Literaturabend (Foto: T. Dahms)

Mehr zur Königin der Tropenmoore

04/02/2021  Die gebürtige Niederländerin Betje Polak legte unter schwersten Bedingungen die Grundlagen der Moorforschung in den Tropen. Ihr ist am 10. März der erste Online-Literaturabend der Greifswalder Moorbibliothek gewidmet. Moorprofessor und Bibliophil Hans Joosten berichtet in diesem Side event der Konferenz RRR2021 Renewable resources from wet and rewetted peatlands ab 20 Uhr zum Lebenswerk der Wissenschaftlerin. Die Teilnahme ist kostenfrei und online durch eine formlose Anmeldung an bibliothek[at]greifswaldmoor.de möglich. Auf diese Mail hin erhalten Interessierte einen zoom-Link zur Veranstaltung.

von NK

Wie eine nasse Zukunft aussehen könnte

Cover "Der Braune Bär fliegt erst um Miternacht (mit freundl. Genehmigung des Lübbe-Verlags)

Neues Buch beschreibt ein Zeit nach der “großen Wiedervernässung”

04/02/2021 Agrar- und Verkehrswende sind schon Geschichte und die staatliche Agentur für Moorkunde und Wiederbelebung mit Sitz in Greifswald erfolgreich etabliert. Es gibt keine Subventionen für das Beackern von Moorböden mehr, dafür jedoch „Bekassinen-Boni“ für Landwirte – so könnte eine nasse Zukunft aussehen. Die Autorin Johanna Romberg beschreibt in ihrem neuen Buch Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. unsere Naturschätze und wie wir sie wiederentdecken und wiederbeleben können. Welche Rolle die Arbeit des Greifswald Moor Centrum für ihre Szenarien spielt, beschreibt Romberg in einem Kapitel, das als Artikel Die Rückkehr der Unken auch auf RiffReporter zu lesen ist.

von NK

Ergebnisse aus WETSCAPES-Forschungsprojekt

Neues Rundum-Verständnis von wiedervernässten Niedermooren

04/02/2021 Forschungsergebnisse aus dem vierjährigen WETSCAPES-Projekt der Universitäten Rostock und Greifswald präsentierten die beteiligten Wissenschaftler am 24. Februar - natürlich online. Sie haben unter anderem herausgefunden, dass die untersuchten wiedervernässten Moore teilweise Netto-CO2-Senken sind, wobei die Emissionen von Methan eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen, und Moore eine Senkenfunktion für Lachgas haben könnten. Der Blick in die Tiefe und in die Vergangenheit zeigte, dass Wurzelwachstum in Niedermooren bis zu zehnmal höher als auf mineralischen Böden sein kann, und dass die Entwässerung die Ökosystemleistungen in moorreichen Gegenden Norddeutschlands bis heute zum Teil irreversibel gesenkt hat. Das WETSCAPES-Projekt hat als Teil des Exzellenzforschungsprogramms Mecklenburg-Vorpommerns die hiesige international bedeutende Fachkompetenz der Moorforschung gebündelt und wissenschaftliche Grundlagen für Landespolitik und Flächeneigentümer geliefert. Sie können sich nun noch verlässlicher und konsequenter für Wiedervernässung als zentrale Klimaschutz-Maßnahme des Landes entscheiden.

von NK

RRR2021 – Registrierung + Programm online

100 Präsentationen, leidenschaftliche Keynotes + Kunstevents

02/02/2021  Die Registrierung für die virtuelle Konferenz "Erneuerbare Ressourcen aus nassen und wiedervernässten Mooren - RRR2021" vom 9. bis 11. März 2021 ist ab jetzt möglich und das vorläufige Programm online. Die RRR2121 wird Wissen über Paludikultur weltweit teilen und erweitern. Neben leidenschaftlichen Hauptvorträgen werden mehr als 100 wissenschaftliche Vorträge und Poster in 21 Sitzungen präsentiert. Die Sitzung zum Thema „Finanzierungsmöglichkeiten für Lebensgrundlagen aus nassen Mooren“ wird gemeinsam mit FAO, UNEP, IUCN und WWF organisiert. Als Ausgleich für Exkursionen - normalerweise einer der angenehmsten Teile von Konferenzen - nimmt Sie die RRR2021 mit auf vier inspirierende virtuelle Paludikultur-Touren. Ein Literaturabend, Workshops und eine Kunstsession bilden weitere Highlights. Produkte, Techniken und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Feuchtgebieten können in der virtuellen Ausstellungshalle besichtigt werden. Mit Diskussionsforen, offenen Räumen und persönlichen Gesprächen bietet die virtuelle Plattform die besten Möglichkeiten zum Networking mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der ganzen Welt. Die RRR2021-Konferenz wird von den Partnern im Greifswald Moor Centrum organisiert.

RRR2021-Postkarte (Foto: T. Dahms)

von NK

Was eigentlich ist Paludikultur?

Neues GMC-Positionspapier liefert Definition für die GAP

04/02/2021  Es braucht nur einen Satz: "Paludikultur ist die produktive Landnutzung von nassen und wiedervernässten Mooren, die den Torfboden erhält und damit CO2-Emissionen und Sackung minimiert." Diese Definition empfehlen das Greifswalden Moor Centrum und Partner in einem neuen Briefing-Papier. Paludikultur wurde als "landwirtschaftliche Tätigkeit" in den überarbeiteten Gesetzestexten der Gemeinsamen Agrarpolitikeno (GAP) der EU aufgenommen. Derzeit wird dies im Trilog verhandelt wird. Daher ist ein klares Verständnis des Begriffs jetzt sehr wichtig. Zusätzlich stellt das GMC eine Liste von Paludikulturpflanzen und deren Nutzungsmöglichkeiten (Auswahl) zur Verfügung . Sie enthält sowohl Pflanzenarten, die bereits in Paludikultur genutzt werden, als auch Pflanzenarten mit einem vielversprechenden Paludikulturpotenzial.

von NK

2 Stiftungen, 1 Kooperation = mehr für Moor und Klima

Umweltstiftung Michael Otto und GMC kooperieren

02/02/2021 Die Wiedervernässung von Mooren bietet ein überdurchschnittliches großes und bisher kaum genutztes Potential für ökosystembasierten Klimaschutz sowie auch für Anpassung. Angesichts der Klimakrise ist es dringlich, dieses Potential zu nutzen und sich dabei ambitionierte Ziele zu setzen. Das Gesamtziel bis zum Jahr 2050 muss die Wiedervernässung fast aller entwässerten Moore sein – eine wahre Herkulesaufgabe. Auf dem Weg dorthin muss ein Transformationspfad ambitionierte Zwischenziele abstecken und Perspektiven bieten, eine Vielzahl von Partnern einzubeziehen.
Zurzeit wächst endlich die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Moore. Die Bundes- und Landespolitik beziehen Maßnahmen für Moorwiedervernässung in Klimaschutzplanungen ein, Verbände und Unternehmen werden stärker darauf aufmerksam. Nun ist es entscheidend, neue und starke Allianzen zu begründen, die sich für Moore als naturbasierte Lösung für Klimaschutz und Standort für Bioökonomie und grünes Wachstum einsetzen. Dabei muss eine enge Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis gewährleistet werden.
Die Umweltstiftung Michael Otto und die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, beginnen daher 2021 eine langfristige Kooperation zur Moorklimaschutz. Dabei werden ihre umfangreichen Netzwerke, Erfahrungen und Kompetenzen strategisch zusammengeführt. Das Vorhaben verfolgt drei Ziele: 1. Die praktische Demonstration von Potentialen von Moorschutz für den Schutz von Klima und Biodiversität. 2. Die Aktivierung von Wirtschaftsunternehmen für die nachhaltige Nutzung von nassen Mooren durch Wertschöpfung aus Paludikulturen und durch Kohlenstoffzertifikate. 3. Das Eintreten für verbesserte Rahmenbedingungen für Moorschutz in der Klima- und Landwirtschaftspolitik von Bund, Ländern und EU. Wir freuen uns, Sie über die Fortschritte unseres Projekts auf dem Laufenden halten zu dürfen.

 

von NK

„Wetlands and Water“ – der weltweite Tag der Feuchtgebiete 2021

Prof. Joosten speaking at the GLF 2018 (A. Piegenschke)

GMC zeigt Moore als Puffer und Filter

02/02/2021  In diesem Jahr macht der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD)  am Dienstag 2. Februar unter dem Motto „Wetlands and water" auf Moore und deren Bedeutung für die Süßwasser/Frischwasservorkommen der Erde aufmerksam. Das Greifswald Moor Centrum (GMC) bietet dazu passend ein neues Faktenpapier (GMC factsheet Wetland buffer zones - greifswaldmoor.de) über Moore als Pufferzonen, die Nährstoffe aus der Landwirtschaft zurückhalten und Wasser filtern und damit Mensch und Natur eine Lebensgrundlage sichern. Der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) stellt seit langem Moore und andere Feuchtgebiete in den Mittelpunkt.
Seit 1997 wird er jährlich am 2. Februar begangen, anlässlich der Verabschiedung der Ramsar-Konvention 1971, dem internationalen Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete. Allerdings wurden seitdem 35% der Feuchtgebiete u.a. durch Verschmutzung, Landwirtschaft, Überfischung weiter zerstört. Dabei bieten sie für den Menschen unverzichtbare Ökosystemleistungen: Moore filtern und speichern Wasser, kühlen zudem die Landschaft und bieten Puffer bei Überschwemmungen. Sie speichern darüber hinaus in ihren Torfen Kohlenstoff – mehr als die gesamten Wälder weltweit. Sie reinigen auch die Luft, bieten Raum zur Naherholung und sogar neue Einkommensmöglichkeiten. Biomasse von Mooren kann als Bau-, Futter- und Heizmaterial dienen oder als Ersatz für fossilen Torf im Gartenbau.

 

von NK

Neuer Fleischatlas wirft Blick auf Moor

Warum „Moormilch“ schlecht ist fürs Klima

07/01/2021 Der CO2-Fußabdruck von einem Liter „Moormilch“, egal ob bio oder nicht, ist fünfmal so hoch wie der von Milch von anderen Weiden – wie geht das? Den unsichtbaren Klimaschaden aus dem Zusammenhang von Tierhaltung, Nahrungsmittelproduktion und Boden erklärt Sabine Wichmann (GMC) im aktuellen Fleischatlas: Entwässerte und für Landwirtschaft genutzte Moorböden setzen den im nassen Zustand konservierten Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre frei. Diese Emissionen verursachen einen hohen Klimaschaden und gehören in die Klimabilanz von Nahrungsmitteln. Für den Verbraucher ist dies bisher jedoch nicht erkennbar – eine Kennzeichnung würde hier helfen. In Deutschland machen diese Moorböden nur 7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche aus, doch ihre Entwässerung ist für 37 Prozent der Treibhausgasemissionen von Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Landnutzung verantwortlich. In der gesamten EU sieht es ähnlich aus.

 

Milch und Moor (Grafik: Fleischatlas 2021 | Bartz/Stockmar CC-BY-4.0)