Aktuelles

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2022

von NK

Wir empfehlen: Moor Lektüre

Cover "3 Grad mehr" (Bild: oekom-Verlag)

Buch „3 Grad mehr“ und Heft „Politische Ökologie“ druckfrisch

5.07.2022 Heute erscheint das Buch 3 Grad mehr - Ein Blick in die drohende Heißzeit und wie uns die Natur helfen kann, sie zu verhindern im oekom-Verlag. Prominente Autoren wie Hans J. Schellnhuber, Stefan Rahmstorf, Jutta Allmendinger schildern, was Natur und Gesellschaft droht, da wir trotz der Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens auf eine derart hohe Erderwärmung zusteuern, aber auch wie wir das Schlimmste verhindern können. Das Kapitel von Prof. Hans Joosten erklärt, wie die Wiedervernässung von Mooren gegen die Klimakrise wirkt.
Der Oekom-Verlag widmet zeitgleich mit Moore – Trümpfe in der Klimakrise dem Thema ein ganzes Heft der Zeitschrift Politische Ökologie, mitherausgegeben von der Succow Stiftung. Er bietet zahlreiche Beiträge von Autor*innen des Greifswald Moor Centrum etwa über die Klimawirkung von Mooren, Paludikultur, über den politischen und rechtlichen Rahmen oder die Finanzierung von Moorschutzmaßnahmen.

 

von NK

Landwirte jetzt unterstützen

Moore entlang der Peenemündung (Foto: St. Busse)

Offener Brief an Bundesminister*innen

15. Juni 2022 An die Bundesminister*innen Robert Habeck, Steffi Lemke und Cem Özdemir richtet das MoKli-Projekt der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, einen offenen Brief. Denn viele Landnutzende sind für zukunftsfähiges Wirtschaften auf Moor bereit, doch es fehlen gute Bedingungen dafür. In einem offenen Brief an die Bundesminister*innen Robert Habeck, Steffi Lemke und Cem Özdemir empfehlen das Greifswald Moor Centrum und der Deutsche Verband für Landschaftspflege konkrete Unterstützung für eine beschleunigte Umsetzung von Klimaschutz durch Moorschutz. Die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorflächen und eine anschließende nasse Nutzung sind effektive und kostengünstige Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes. Viele Landwirt*innen haben das erkannt und möchten ihren Beitrag leisten. Doch die fehlende Sicherheit bei Planungen, Investitionen und Förderungen lässt sie zögern. Die Chance, bis zu 7 % der Treibhausgasemissionen Deutschlands durch Moorbodenschutz einzusparen, wird so verpasst, so bestätigen Erfahrungen aus dem MoKli-Projekt.

 

von NK

Nicht verzögern!

Moore entlang der Peenemündung (Foto: St. Busse)

"Nature restoration"-Gesetz der EU muss jetzt!

9. Juni 2022 Naturbasierter Klimaschutz durch die Restaurierung von Ökosystemen, zum Beispiel Mooren, bietet eine herausragende Möglichkeit gegen die ungebremst voranschreitende Klima- und Biodiversitätskrise - und eine Chance, die nicht verspielt werden darf. Doch die EU-Kommission hat das eigentlich für Ende 2021 geplante verbindliche EU-Naturwiederherstellungsgesetz (EU Restoration Law) mehrfach verschoben – zuerst auf März 2022. Nun soll es am 22.06.2022 veröffentlicht werden. "Gesetz jetzt" fordert deshalb ein Netzwerk von mehr als 60 Organisationen aus Umwelt- und Naturschutz, Wissenschaft und Landwirtschaft in einem offenen Brief an die Kommission, der durch die Internationale Moorschutzgruppe IMCG koordiniert wurde.

In der EU sind allerdings mehr als 50% der Moore in einem schlechten Zustand, sie setzen aufgrund von Entwässerung neben großen Mengen an Treibhausgasen auch Nitrat frei, und wir verlieren immer mehr Moortiere und –pflanzen aufgrund der Lebensraumzerstörung. Das lässt sich durch Wiedervernässung von Mooren massiv verbessern – und diese Flächen sind in vielen Fällen weiterhin land- und forstwirtschaftlich nutzbar! Mit Paludikultur, also „nasser Land- und Forstwirtschaft“, die seit kurzem auch Teil der Europäischen Agrarpolitik ist, können Wertschöpfung, Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft in moorreichen ländlichen Räumen entwickelt werden.

Um auf die große Bedeutung von Mooren aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit für ambitionierte Wiedervernässung und Restaurierung von Mooren im neuen EU Restoration Law zu betonen – und sie nicht daraus zu streichen, wie befürchtet wird - hat sich heute ein breites Netzwerk von mehr als 60 Organisationen aus Umwelt- und Naturschutz, Wissenschaft und Landwirtschaft mit einem dringenden Appell an die EU-Kommission gewendet. Sie fordern, den Erfolg des EU Green Deal im EU-Naturwiederherstellungsgesetz zu verteidigen und eine ehrgeizige Politik für die Wiedervernässung entwässerter Moorgebiete in Europa voranzutreiben. Um die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens und des EU-Klimagesetzes zu erreichen, sollte ein Transformationspfad für alle Moorgebiete in der EU bis 2050 zu Netto-CO2-Emissionen führen. Die EU sollte eine Vorreiterrolle in der UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen einnehmen und auf der bevorstehenden Konferenz der Biodiversitätskonvention in Kunming (China) ehrgeizige Ziele für die biologische Vielfalt erreichen.

 

von NK

Die Venedig-Vereinbarung

Moor-Kunst-Kombi auf der Biennale auch mit politischem Effekt

31. Mai 2022 Die „Venedig-Vereinbarung“ (Venice Agreement) verkünden Vertreter*innen aus Kunst, Wissenschaft, Naturschutz, Klimapolitik und indigener Bevölkerung zum „Welttag der Moore“, am 2. Juni 2022, auf der 59. Kunst-Biennale in der Lagunenstadt. In namentlicher Anlehnung an das Pariser Klimaschutzabkommen (Paris Agreement) machen sie mit der Aktion deutlich, dass Erhalt und Wiederherstellung von Mooren entscheidend für das Klima und die Menschen auf unserem Planeten sind. Unterzeichnen wird die „Venedig-Vereinbarung“ unter anderem der Greifswalder Moorkundler und Träger des Deutschen Umweltpreises, Prof. Hans Joosten.  

Die Vereinbarung knüpft an eine Moor-Installation im Chilenischen Pavillon auf der diesjährigen Biennale an. Unterstützt u.a. von der Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, und dem Unternehmen Moorkultur Ramsloh hat das internationale Künstlerkollektiv Ensayos dafür einen Torfmoosrasen mit einer Videoinstallation in einem der historischen venezianischen Speichergebäude eingerichtet. Besucher können die Torfmoose und die von diesen gebildete feucht schwingende Oberfläche mit allen Sinnen entdecken. Videosequenzen vermitteln die Faszination der Moore in Bild und Ton. Das Turba Tol Hol-Hol Tol benannte Kunstprojekt ist vor allem den Mooren Patagoniens und der dortigen indigenen Bevölkerung gewidmet. Gleichzeitig zeigt es, dass der Erhalt der Natur, u.a. der Moore, im Interesse aller gegenwärtiger und zukünftiger Gesellschaften ist und sich bisherige Naturzerstörung nur global in einem gemeinsamen Wirken vieler lokaler Initiativen umkehren lässt.  

Am “Welttag der Moore” nehmen daher Moorschützer*innen und Künstler*innen aus Argentinien, Chile, Schottland, Deutschland, den Vereinigten Staaten, Indien, Indonesien, Iran, Irland, Kenia, Uganda und Uruguay vor Ort an der feierlichen Unterzeichnung der Venedig-Vereinbarung teil. Weitere Interessierte schalten sich online aus der ganzen Welt zu. Fachleute aus Umweltwissenschaft, Naturschutz, Klimapolitik und zeitgenössischer Kunst, aber auch Vertrete*innen der Ureinwohner Feuerlands legen ihre unterschiedlichen Sichtweisen zum Schutz der Moore dar. Darunter sind Experten und Entscheidungsträger wie Prof. Dr. Hans Joosten vom Greifswald Moor Centrum oder Dianna Kopansky, Koordinatorin der Global Peatlands Initiative beim UN-Umweltprogramm.


Bilder der von der Biennale, der Torfmoosinstallation und der Veranstaltung der Venedig-Verainbarung von S. Abel

 

von NK

Moorpflanzen sind die besten CO2-Speicher

Hochmoor in der Region Archangelsk (Foto: Michael Succow)

Neues Paper in Science

6. Mai 2022

Feuchtgebiete wie Moore, Salzwiesen, Mangrovenwälder und Seegrasfelder speichern so ca. fünfmal mehr Kohlenstoff pro Quadratmeter als Wälder und 500-mal mehr als Ozeane, so zeigte nun ein internationales Team mit Beteiligung des Greifswalder Moorforschers Prof. Dr. Hans Joosten mit einem aktuellen Artikel Recovering wetland biogeomorphic feedbacks to restore the world’s biotic carbon hotspots im renommierten Wissenschaftsjournal Science. Der Grund: In nassen Ökosystemen stimulieren sich Pflanzenwachstum und Kohlenstoffablagerung im Boden gegenseitig. Der Aufsatz mit Beteiligung des Niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ), der Universität Utrecht, der Radboud-Universität Nijmegen, der Universität Groningen und der Universität Greifswald enthält auch eine gute Nachricht: Schutz und Restaurierung solcher Feuchtgebiete können dem Menschen helfen, angesichts der Klimakrise die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu reduzieren. Und - wir schaffen es immer besser, diese Ökosysteme zu managen und zu restaurieren.

von NK

Jung&Naiv zu Moor&Klima

Live auf YouTube am 6. Mai

5. Mai 2022

Naive Fragen zu Moor & Klima stellt Tilo Jung von Jung & Naiv morgen live an Dr. Franziska Tanneberger vom Greifswald Moor Centrum. Einklinken ab 17 Uhr auf YouTube. Input sammelt Jung Naiv schon jetzt twitter @TiloJung und @JungNaiv.

von NK

Photovoltaik auf Moor

Ja, und nur wenn… sagt neues Infopapier

8. April 2022 Bereits jetzt werden Photovoltaik-Anlagen auf Moorböden errichtet, aber auf entwässerten Moorböden, die starke CO2-Quellen sind. Es gibt bisher kaum rechtlichen Vorgaben dafür. Einen „Kollateralnutzen“ könnten Photovoltaikanlagen auf wiedervernässten Moorflächen bringen, so Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauerverbandes, auf der Konferenz “Moorschutz ist Klimaschutz” am 28. März in Berlin. Das Greifswald Moor Centrum hatte dazu in einem neuen Informationspapier schon vorgearbeitet. Die Kombination von Photovoltaik-Anlagen und Moor-Wiedervernässung würde fossile Energieträger ersetzen und gleichzeitig CO2-Emissionen reduzieren können. Es besteht allerdings noch großer Erprobungs- und Entwicklungsbedarf. Daher empfiehlt das GMC zunächst eine Flächenbegrenzung und hat Hinweise für eine nachhaltige Umsetzung zusammengestellt.

von NK

Was jetzt auf Moor passieren muss!

Konferenz „Moor- ist Klimaschutz“ hats in Berlin gezeigt

29. März 2022 Nasse Moore sind natürlicher Klimaschutz! Das haben die Wissenschaftler*innen des Greifswald Moor Centrum gemeinsam mit Praktiker*innen und Partner*innen bei der gestrigen Konferenz Moorschutz ist Klimaschutz vor 200 Teilnehmenden in Berlin und ebenso vielen Zuschauern im Livestream gezeigt. Bis zu sieben Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands lassen sich mit der Wiedervernässung trockengelegter Moore einsparen. Sie stellt somit eine der effektivsten Maßnahmen für das heute von Bundesumweltministerin Steffi Lemke angekündigte Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ dar.
„Es dürfen nicht noch mehr Krisen akkumulieren. Nasse Moore sind natürlicher Klimaschutz und Wiedervernässung in Deutschland dafür eine der effektivsten Maßnahmen. Deswegen spielen sie eine wichtige Rolle im mit 4 Milliarden Euro veranschlagten, neuen Aktionsprogramm.", sagte Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, auf der Konferenz an.
Die Expertise dafür gibt es. Wissenschaftler*innen des Greifswald Moor Centrum und Partner haben die Klimawirkung vernässter Flächen erforscht und gemeinsam mit Landwirt*innen Paludikulturen erprobt. Innovative Unternehmer*innen haben regionale und ökologische Produkte daraus entwickelt. Einzelne Bundesländer haben Kohlenstoffzertifikate aus Wiedervernässungen aufgelegt. Jetzt geht es darum, Klimaschutz durch Moorschutz in großem Stil umzusetzen, das zeigte die Konferenz. Dafür müssen noch politische, administrative und finanzielle Rahmenbedingungen gestaltet werden, finden auch Vertreter*innen aus Naturschutz, Landwirtschaft und Unternehmen.
Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, bezeichnete die Wiedervernässung der Moore als gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit ähnlicher Dimension wie der Kohleausstieg. Beim Klimaschutz stehe die Uhr fünf vor zwölf, bei der Biodiversität sei sie schon abgelaufen. Wolle man Ernährungssicherheit noch sicherstellen, müsse man jetzt anders denken und habe zum Moorschutz keine Wahl. Diesen müssen man jetzt entschieden und gemeinsam vorantreiben.
Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, schätzte die Wiedervernässung der Moore als Generationenprojekt ein, wie es auch die Entwässerung gewesen sei. Es gelte dabei alle mitzunehmen, ehrlich zur Tragweite der Maßnahmen zu kommunizieren und entsprechend langfristig zu fördern. Man müsse den Landnutzern Alternativen bieten. Paludi-PV, also Photovoltaik auf wiedervernässten Moorflächen, könnte dabei ein ‘Kollateralnutzen’ sein.


Fotos: oben: Bundesumweltministerin antwortet bei Konferenz "Moorschutz ist Kliamschutz" auf Fragen von Jan Peters, Geschäftsführer der Succow Stiftung; rechts: Prof. Hans Joosten, Träger des Deutschen Umweltpreises 2021, als Redner der Konferenz; rechts: Materialien aus Moorpflanzen ausgestellt (alle Fotos: Stephan Busse)

von NK

Moorschutz in Niedersachsen beschleunigen

Das GMC unterstützt den Antrag von B90/Grüne

15. März 2022

Das Greifswald Moor Centrum war gestern neben weiteren Expert*innen zu einer Anhörung im Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtags geladen, um zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen „Moorschutz = Artenschutz + Klimaschutz“ (Drs. 18/10170) Stellung zu nehmen. Denn Niedersachsen besitzt ca. 670.000 ha organische Böden und ist damit Moorland Nummer eins in Deutschland. Die Moore werden überwiegend landwirtschaftlich insbesondere als Grünland genutzt und dafür entwässert, verbunden mit hohen Treibhausgas-Emissionen - Niedersachsen ist deshalb mit Abstand auch das Bundesland Nummer eins bei den Treibhausgas-Emissionen aus organischen Böden. Diese können nur durch Wiedervernässung gestoppt werden. In den vergangenen 40 Jahren wurden durchschnittlich 950 ha Moor pro Jahr wiedervernässt, das GMC rechnet vor: um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen ist eine Vernässung von 20.000 ha pro Jahr notwendig. In der Stellungnahme des Greifswald Moor Centrum, die auch schriftlich vorliegt, werden viele Ansatzpunkte von Bündnis 90/ Die Grünen unterstützt und weitere erläutert, um den Moorbodenschutz in Niedersachsen substantiell zu beschleunigen

von NK

250 Kisten Torfmoos für Venedig

Torfmoosernte für den Biannale-Pavillon (Foto: Christy Gast)

Pavillon zu Moor auf der Biennale

3. März 2022 Ein Pavillon mit einer Torfmoosinstallation soll auf der diesjährigen Biennale in Venedig entstehen. Gemeinsam wollen das Künstlerkollektiv ENSAYOS und Wissenschaftler*innen des Greifswald Moor Centrum mit dem TURBA TOL – HOL HOL TOL benannten Projekt auf die Bedeutung der Moore für den Menschen aufmerksam machen. 250 Kisten mit den delikaten Pflanzen bringen sie auf den Weg. Sie ernten die Torfmoose vom 2.- 4. März per Hand auf einer Anbau- und Forschungsfläche im niedersächsischen Hankhauser Moor.
Diese werden den Biennale-Pavillon Chiles bestücken. Dort gilt es insbesondere in Patagonien riesige Flächen bisher noch intakter Hochmoore vor Bergbauvorhaben und Infrastrukturprojekten zu bewahren. Die geschützten Pflanzen können Torfmoosexpert*innen der Universität Greifswald und des Torfwerks Moorkultur Rahmsloh liefern. Seit 2004 forschen sie zusammen zu Torfmoosen u.a. auf einer inzwischen 17 ha großen Versuchsfläche zum Anbau von Torfmoosen nahe dem niedersächsischen Rastede. Am Donnerstag und Freitag 3./4. März wollen die Wissenschaftler*innen dort 250 Kisten Torfmoose gemeinsam mit der New Yorker-Künstlerin Christy Gast ernten. Dann folgt bereits ein kleiner Kunstakt: Bis zum 15. März müssen die Torfmoose in Venedig angekommen sein, unbeschadet!
Die Biennale selbst beginnt am 23. April und läuft bis 27. November dieses Jahres. Eine halbe Million Besucher werden dort erwartet. Die Moose werden während dieser Zeit wie in einem künstlichen Moor leben und wachsen. Ein eigens installiertes System soll die Wachstumsparameter des Torfmoosteppichs überwachen und darstellen. Es informiert Besucher*innen darüber, wie viel Kohlenstoff akkumuliert und wie viel Wasser benötigt wird.
Um für die Installation des Pavillons das nötig Wissen zu Moor- und Klimathemen zu erwerben, verbringt Künstlerin Gast derzeit eine Residenz in Greifswald. Die Stadt ist umgeben von Moor, birgt die wissenschaftliche Expertise des Greifswald Moor Centrum und als Geburtsstadt von Caspar David Friedrich eine stolzes künstlerisches Erbe. Die Residenz ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Amt für Bildung, Kultur und Sport der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

von NK

3 kg, 544 Seiten - Deutschlands Moore

Broschüre "Moore in Greifswald"

Buchvorstellung 28.3.22 Berlin

3. März 2022 Mit 3 kg ist das kürzlich erschienene Buch Moore in Deutschland nicht nur auf der Waage ein Schwergewicht, sondern auch inhaltlich. Auf 544 Seiten und mit 908 Fotografien behandelt es die 115 bedeutendsten Moore Deutschlands. Am Montag 28. März stellt der Autor Prof. em. Dr. Michael Succow das Buch um 19 Uhr in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Berlin vor. Beim moderierten Gespräch werden auch die Mitautorinnen Dr. Franziska Tanneberger und Dr. Greta Gaudig auf dem Podium die Wichtigkeit von Mooren für den Klimaschutz diskutieren.
Das ist am selben Tag auch Thema der Konferenz Moorschutz ist Klimaschutz von 10-17 Uhr in der Landesvertretung Niedersachsens in Berlin, die auch per Livestream angeboten wird.
Zur Buchvorstellung können Sie sich online anmelden.

von NK

Deutlich nachbessern

Für natürlich Kohlenstoffspeicher in der EU

Zwanzig Umweltorganisationen unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings (DNR), darunter auch die Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, fordern in einem Positionspapier von Parlament und Rat der Europäischen Union, natürliche Kohlenstoffspeicher und -senken – also auch Moore - besser zu schützen und im Einklang mit dem Arten- und Naturschutz auszubauen. Dafür muss der Entwurf der neuzufassenden Verordnung für Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (Land Use, Land-Use Change and Forestry - LULUCF) nachgeschärft werden. Sonst ließe sich das Ziel der Klimaneutralität auf EU-Ebene bis 2050 und auf nationaler Ebene bis spätestens 2045 nicht erreichen, betonen die Organisationen.
In dem Papier schlagen sie unter anderem vor, das veranschlagte Ziel einer Speicherung von 310 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgasemissionen durch natürliche Senken mindestens zu verdoppeln.
Da Senken bis 2035 mehr Kohlenstoff binden als die Quellen freisetzen müssen, muss auch das Reduzieren von Emissionen aus der Nutzung ein gleichbedeutendes Ziel sein, also zum Beispiel der Stopp von Moorentwässerung und deren Wiedervernässung. Die LULUCF-Verordnung muss Berichtspflichten für Kategorien für Wälder, Äcker, Grünland und Feuchtgebiete enthalten, damit Maßnahmen beurteilt und angepasst werden können.
Die EU-Kommission hatte Mitte Juli dieses Jahres ihre Vorschläge für die veränderte LULUCF-Verordnung als Teil des „Fit-for-55“-Klimapakets vorgelegt. Damit soll die bestehende Gesetzgebung an die neuen Klimazielen für 2030 und 2050 angepasst werden. Nun müssen EU-Parlament und Rat ihre Positionen finden und verhandeln, um dann einen rechtverbindlichen Beschluss herbeizuführen. Die Succow Stiftung als Partner im Greifswald Moor Centrum wird sich gemeinsam mit vielen anderen Organisation weiter für ehrgeizige und umfassende Ziele einsetzen.

von NK

Zum Internationalen Tag der Feuchtgebiete 2.2.2022

Broschüre "Moore in Greifswald"

Die Moorseite von Greifswald

27. Januar 2022

Salzpfanne, Kohlgraben, Schwingboden und Torf zwischen den Zähnen – zum Internationalen Tag der Feuchtgebiete am 2. Februar können Greifswalder selbstständig die Moorseite der Stadt kennenlernen. Die neue Broschüre Moore bei Greifswald von Greifswald Moor Centrum und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald führt Spaziergänger*innen auf zwei Touren durch diese Landschaft, die (meist) nicht unheimlich ist, sondern unheimlich wichtig für den Klimaschutz vor der Haustür und weltweit. Warum, das erklären Moorspezialistin Christina Lechtape und die städtische Moormanagerin Annie Wojatschke auch bei einer kostenfreien Führung ab 16 Uhr im Polder Steinbecker Vorstadt. Treffpunkt ist das Schöpfwerk „An der Bleiche“ nahe der Hafenbrücke. Die Broschüre „Moore bei Greifswald“ ist als Download erhältlich oder für eine Schutzgebühr von einem Euro in der Stadtinformation, der Stadtbibliothek und den Greifswalder Buchläden.
Im Stadtgebiet Greifswald liegen ca. 472 ha Moore, die vornehmlich trockengelegt sind und jährlich ca. 7.600 t CO2-Äq. verursachen. Eine enorme Belastung für die Klimabilanz der Stadt, doch gleichzeitig ein großes Potenzial zur Reduktion von Emissionen. Das hat Greifswald erkannt und im vergangenen Oktober die deutschlandweit erste städtische Moormanagerin angestellt. So können hiesige Moore mit weiteren positiven Effekten für die Umgebung revitalisiert werden.
Der 2.2.2022 ist keine Schnapszahl – im Gegenteil: In diesem Jahr wird der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD)erstmals als von den Vereinten Nationen anerkannter internationaler Tag begangen. Seit 1997 macht er jährlich am 2. Februar auf die Bedeutung der Feuchtgebiete, u.a. der Moore, aufmerksam. Damals wurde die Ramsar-Konvention 1971, das internationale Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete, verabschiedet. Allerdings wurden seitdem 35% der Feuchtgebiete u.a. durch Verschmutzung, Landwirtschaft, Überfischung weiter zerstört. Feuchtgebiete verschwinden dreimal schneller als Wälder. Den Verlust müssen Aktionen zu Erhalt und Wiederherstellung dringend wettmachen. „Wetlands Action for People and Nature" heißt daher das Motto des diesjährigen WWD.

Logo WWD 2022

von NK

Neuerscheinung

Buchcover "Deutschlands Moore"

Buch „Deutschlands Moore

2. Februar 2022

Frisch gedruckt ist das Buch Deutschlands Moore – Ihr Schicksal in unserer Kulturlandschaft von Prof. em. Dr. Michael Succow, Stifter der Succow Stiftung und Dr. Lebrecht Jeschke, herausgegeben im Verlag Natur&Text. Auf 544 Seiten bildet es die Vielfalt der Moorlandschaften des Landes ab – 115 Orte von den Salzmooren an der Küste, über die Regenmoore Nordwestdeutschlands und die Flusstalmooren im südlichen Ostseeraum bis zu den Mooren der Mittelgebirge, des Alpenvorlandes und Alpenrandes. Das Buch präsentiert naturnahe wie degradierte Moore in allen Teilen Deutschlands. Neben den 908 Fotos machen zahlreiche Tabellen, Grafiken, Infokästen und Karten die komplizierten Zusammenhänge verständlich. Einen Ausblick auf die Zukunft der Moore, ihre Wiedervernässung und ihre nachhaltige Nutzung gibt der Beitrag Dr. Greta Gaudig und Dr. Franziska Tanneberger, Leiterinnen des Greifswald Moor Centrum.

von NK

An den Quellen des Nil - Moore?

Nutzung von Papyrus demonstriert in Uganda (Foto: Ja. Peters)

Konferenz der Nile Basin Initiative mit GMC

Eine 3tägige Konferenz zu Mooren im Einzugsgebiet des Nil hat die Nile Basin Initiative mit Unterstützung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Succow Stiftung vom 19.-21.01.2022 in Kampala ausgerichtet. Diese machte darauf aufmerksam, dass der Nil und sein Abfluss stark von der Wasserregulation von tropischen Mooren im oberen Einzugsgebiet an den Großen Seen in Ost-Afrika beeinflusst ist und diese Gebiete zudem immense Kohlenstoffspeicher darstellen.

Wieviel Kohlenstoff potentiell in ihnen gespeichert ist, hatte das Greifswald Moor Centrum 2019 in einer Übersichtsstudie zur dortigen Moorverbreitung gezeigt und damit das Interesse der Anrainerstaaten des Flusses wecken können. Zur Veranstaltung im Januar kamen daher Regierungs- und Zivilgesellschaftsvertreter*Innen aus Tansania, Burundi, Ruanda, Uganda und Süd-Sudan. Sie können nun besser verstehen, wo Moore zu finden sind und wie sie funktionieren. Zu den Themen gehörten das klimafreundliche Management von Mooren sowie Wertschöpfungsketten für Produkte aus nassen Mooren.
Entlang des Nil wird Papyrus als weitverbreitete Moorpflanze traditionell geerntet und seine hochwertigen Fasern verarbeitet. Diese Form der Paludikultur reicht angesichts der wachsenden Bevölkerung nicht als Existenzgrundlage. Damit keine weiteren Flächen entwässert werden, gilt es die Nutzung weiterzuentwickeln. Darüber waren sich die Regierungen der Region zum Abschluss der Konferenz einig. Die Succow Stiftung arbeitet mit Partnern und Unternehmer*innen im Projekt DIAPOL-CE schon an kreativen Ideen dafür.

von NK

Save the Date: "Moorschutz ist Klimaschutz" 28. März 2022 / Berlin

Ernte von Nasswiesenheu (Bild: Tobias Dahms)

Für die Klimaziele 2030: Was jetzt auf Moor passieren muss

18. März 2022

Zur Konferenz Moorschutz ist Klimaschutz am 28. März 2022 in Berlin laden das Greifswald Moor Centrum (GMC) und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) herzlich ein.
Bis zum Jahr 2030 sollen die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden um fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente reduziert werden. Doch wie lässt sich das erreichen?
Wiedervernässung ist nachweislich eine Schlüsselmaßnahme zur Verringerung der hohen THG-Emissionen aus Mooren. Die standortgerechte nasse Nutzung (Paludikultur) bietet eine Möglichkeit, eine Bewirtschaftung weiter zu führen. Darüber diskutieren Wissenschaftler, Praktiker und Politiker,  u.a. Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL, angefragt).
Das gemeinsame Projekt "MoKli- Moor- und Klimaschutz mit Landnutzern realisieren" von GMC und DVL möchte Ihnen auf der Konferenz vielfältige Lösungsansätze anhand von Praxisbeispielen vorstellen. Das Programm beinhaltet auch Diskussion darüber, wie diese in den nächsten Jahren als Teil der Klimaschutz-Strategien auf verschiedenen Ebenen zu einer großflächigen, beschleunigten und praxisorientierten Anwendung kommen können.
Die Konferenz richtet sich an Parlamentarier*innen, Vertreter*innen von Ministerien und Behörden aus Bund, Ländern und Kommunen, Verbändevertreter*innen aus Land- und Wasserwirtschaft, Klima- und Naturschutz sowie weitere Entscheidungsträger*innen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist online auf www.mokli.de möglich.

von RB

Neuer Fleischatlas wirft Blick auf Moor

Warum “Moormilch” schlecht ist fürs Klima  

Der CO2-Fußabdruck von einem Liter „Moormilch“, egal ob bio oder nicht, ist fünfmal so hoch wie der von Milch von anderen Weiden – wie geht das? Den unsichtbaren Klimaschaden aus dem Zusammenhang von Tierhaltung, Nahrungsmittelproduktion und Boden erklärt Sabine Wichmann (GMC) im aktuellen Fleischatlas: Entwässerte und für Landwirtschaft genutzte Moorböden setzen den im nassen Zustand konservierten Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre frei. Diese Emissionen verursachen einen hohen Klimaschaden und gehören in die Klimabilanz von Nahrungsmitteln. Für den Verbraucher ist dies bisher jedoch nicht erkennbar – eine Kennzeichnung würde hier helfen. In Deutschland machen diese Moorböden nur sieben Prozent der landwirtschaftlichen Fläche aus, doch ihre Entwässerung ist für 37 Prozent der Treibhausgasemissionen von Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Landnutzung verantwortlich. In der gesamten EU sieht es ähnlich aus.