Aktuelles

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2019

von NK

Moore auf der COP25

Peatland panel at COP25 (Photo: J. Peters)

Resümee: Thema gesetzt, Handlungsbedarf riesig

13/12/2019  Am 13. Dezember war die Weltklimakonferenz in Madrid nach zähen Verhandlungen zu Ende. Das Resümee der Moor- und Klimaschützer*innen des Greifswald Moor Centrum vor Ort: Nicht zufriedenstellend bis ernüchternd. Dabei waren die Themen Moor- und Klimaschutz, Restaurierung und nachhaltige Nutzung im Rahmenprogramm der Konferenz mehr als bisher präsent. Das GMC hatte am Eröffnungstag das Side event „Kartierung, Monitoring und klimafreundliches Management von Mooren“ gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA) und dem Global Environmental Centre (GEC) aus Malaysia organisiert. Am 4. Dezember stellte ein Thementag im Indonesischen Länderpavillion das klimafreundliche Moormanagement insbesondere in tropische Breiten in den Mittelpunkt. Am 5. Dezember präsentierte sich die Global Peatlands Initiative, deren Gründungsmitglied das GMC ist, im Deutschen Länderpavillon. International sehen Politiker wie auch Vertreter von NGOs nasse und wiedervernässte Moore als effiziente naturbasierte Lösung zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel.

 

von NK

GMC-Förderung erhalten

NUE unterstützt GMC-Arbeit von Greifswald bis Brüssel

07/12/2019 Für die kommenden zwei Jahre fördert die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) die Entwicklung des Greifswald Moor Centrum. Wissenschaftliche Moor-Expertise soll in ehrenamtliche Organisationen und in die Politik getragen werden. Und das lokal, auf Bundes- wie EU-Ebene und weltweit: Die GMC-Leiterinnen Dr. Franziska Tanneberger und Greta Gaudig konnten kürzlich mit vorpommerschen Landwirten und Naturschützern, Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Parlamentariern zu den Potentialen von Moor-Klimaschutz sprechen. Zudem gilt es, einen „Generationswechsel Moor“ zu gestalten und das GMC bei personellen Veränderungen stabil und erfolgreich zu halten. Die Universität Greifswald, Partner im GMC, wird ab 2020 mit Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Stifterverbands der deutschen Wissenschaft die deutschlandweit erste dauerhafte Professur für Moorkunde einrichten.

 

von NK

Konkret: 5 Maßnahmen für GAP

Vorschläge für mehr Moor- und Klimaschutz

06/12/2019 In Deutschland machen organische Böden nur 7% der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus, verursachen jedoch 37% der der Emissionen aus der Landwirtschaft. Im EU-Durchschnitt ist es ähnlich. Die derzeitige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) berücksichtigt dies jedoch nicht. Im Policy Paper Klimaschutz durch Moorschutz voranbringen – Möglichkeiten der GAP-Reform nutzen machen das Greifswald Moor Centrum und der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) jetzt Vorschläge für die Neuausrichtung der GAP in Deutschland. Sie sollen in die anstehende Reform der GAP einfließen. Die Partner im MoKli-Projekt schlagen u.a. mehr Pilotflächen und Förderprogramme für nachhaltige Moornutzung und die Anerkennung von Klimaschutzleistungen von Landwirten, die dann sozusagen „Klimawirte“ sind, vor.

 

von NK

Sphagnum Species of the World

Cover "Spaghnum Species of the World"

Neues Buch vom GMC Torfmoos-Experten

05/12/2019  Der umfangreiche Band Sphagnum Species of the World des Sphagnum-Experten Dr. Dierk Michaelis ist gerade in englischer Sprache erschienen. Torfmoose sind von zentraler ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung innerhalb der Moose und besiedeln fast alle Kontinente. Im Buch werden 292 Sphagnum-Arten im Detail mit Schlüsseln für ihre Identifizierung, ergänzt durch Daten über Lebensräume, geografische Verteilung und Listen von Synonymen. Der 435 Seiten starke Band vom Verlag Schweizerbart Science Publishers ist die aktualisierte, ergänzte, englischsprachige Version der ursprünglichen Torfmoosflora des Autors von 2011, der ersten Gesamtdarstellung von Sphagnum seit Carl Warnstorfs "Sphagnologia Universalis" von 1911. Das Greifswald Moor Centrum gratuliert seinem Mitglied zu diesem Werk.

 

von NK

Reform = Chance

Peatland experts woth EU-Parlamentarians

Gespräche zu Moor-Landwirtschaft im EU-Parlament

04/12/2019 Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist maßgeblich für die landwirtschaftliche Nutzung der Moore in Europa. Obwohl Moorböden im EU-Durchschnitt nur 4% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen tragen die Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Mooren 25% der Gesamt-Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bei. Mit der aktuellen Reform der Agrarpolitik besteht die große Chance, einen Wechsel in der Moorbewirtschaftung in Europa einzuleiten, die Bewirtschaftung wiedervernässter Moore zu fördern und die Förderung auf entwässerten Mooren schrittweise einzustellen (siehe auch aktualisierter Policy Brief des GMC). Über fachliche Grundlagen zu Moorverbreitung und Klimarelevanz in Europa sprach Dr. Franziska Tanneberger (GMC) zusammen mit Kollegen von Wetlands International European Association und Interreg Care-Peat project mit 13 Mitgliedern des Europa-Parlamentes, u.a. der Vize-Präsidentin Mairead McGuinness (Irland) und dem Agrarpolitiker Peter Jahr (Deutschland).

 

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Sit-in im Fischerbrunnen

Greifswalder Moor- und Klimaschützer beim Klimastreik

29/11/2019  Beim weltweiten Klimastreik am 29.November setzten sich die Moor- und Klimaschützer des Greifswald Moor Centrum in den Greifswalder Fischerbrunnen. Nachdem sie beim ersten globalen Klimastreik am 20. September dieses Jahres im Brunnen stehend demonstriert hatten, machten sie nun mit der Aktion deutlich: Der Klimawandel wird dramatischer, die Meeresspiegel steigen. Wortwörtlich und im übertragenen Sinne steht uns das Wasser bald bis zum Bauchnabel oder darüber – wenn nichts getan wird. Ein #NeustartKlima ist nötig. Die globalen Klimaschutzziele können nicht ohne die Wiedervernässung der Moore erreicht werden. Diese effektive Maßnahme für Klimaschutz wird derzeit noch wenig berücksichtigt. Alleine in Mecklenburg-Vorpommern verursachen trockengelegte Moore 30 % der gesamten Emissionen des Bundeslandes. Sie ließen sich durch Wiedervernässung weitgehend einsparen.

 

von NK

Torf am Nil gesucht

Attracting attention in search of peat in the Nile basin

Mission in den Feuchtgebiete des Nilbeckens abgeschlossen

09/11/2019 Im Rahmen des Projektes "Biodiversitätserhalt und nachhaltige Nutzung der Ökosystemleistungen von Feuchtgebieten mit grenzüberschreitender Relevanz im Nilbecken", das von GMC gemeinsam mit Wetlands International und der Nilbecken-Initiative durchgeführt wird, wird eine Bewertung des CO2-Emissionsvermeidungspotentials der Nilbecken-Feuchtgebiete vorbereitet. Ende Oktober/Anfang November fand eine Expedition nach Ghana (insbesondere in die Feuchtgebiete der Keta-Lagune) und Kenia statt. Die Suche nach Mooren basierte auf Moor(wahrscheinlichkeits-)karten der Global Peatland Database des GMC. Am Ende der Regenzeit konnten mehrere flachgründige und teilweise auch mächtigere (2 m und mehr) Moorgebiete kartiert werden.

 

von NK

Klimaschutz und Landwirtschaft

KTBL besucht GMC und Paludikultur-Pilotbetriebe in Vorpommern

24/10/2019 Das Kuratorium für Bau und Technik in der Landwirtschaft (KTBL) ist ein Verein aus Landwirtschaft, Wissenschaft, gewerblicher Wirtschaft, Verwaltung und Beratung mit der Aufgabe Technologietransfer; er wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Auf Vermittlung von Prof. Dr. Christine Tamásy (Universität Greifswald) besuchte Präsidium und Hauptgeschäftsführung das GMC und informierte sich über Forschung und Umsetzungsprojekte. Besonderen Eindruck vermittelt der Blick in den Boden einer landwirtschaftlich genutzten, nassen Grünlandfläche am Kummerower See: Dank Paludikultur bleibt der Kohlenstoff im Torf geschützt und die Fläche wird dennoch produktiv für Biomasse zur Nahwärmeerzeugung genutzt. Auch die erfolgreiche Kooperation von Universität und Landwirtschaftsbetrieben bei der Anlage einer Rohrkolben-Anbaukultur auf wiedervernässtem Moor wurde gelobt, und das KTBL möchte in Zukunft verstärkt auf die Expertise des GMC zurückgreifen.

 

von NK

Wechsel und Wiederkehr

Neue Literaturabende in der Moorbibliothek

18/10/2019  Moore tun viel Gutes, Menschen machen viel Böses. Und umgekehrt... Die Beziehung zwischen Mooren und Menschen ist äußerst vielseitig. Moore und Menschen binden und trennen, ziehen an und stoßen ab, formen und deformieren. Ökosystemdienstleistungen, Trennung, Austausch, Migration, Verantwortlichkeit: Was machen Moore mit Menschen, was machen Menschen mit Mooren? All diese Beziehungen präsentiert Moorkundler und Bibliophil Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten in der neuen Reihe Literaturabende anhand der Bestände der Greifswalder Moorbibliothek PeNCIL (Peatland and Nature Conservation International Library, PeNCIL). Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen sind jedoch erforderlich per E-Mail an bibliothek@greifswaldmoor.de.

 

von NK

PRIMA: Meilenstein erreicht

Rohrkolben und Schilf wachsen nun auf 8 ha

26/09/2019 Nach mehreren Monaten Vorbereitungsphase wurden jetzt junge Rohrkolbensetzlinge maschinell und Schilfsetzlinge manuell auf die 8 ha große Versuchsfläche bei Neukalen (MV) gepflanzt, die dann vernässt wurde. Der Feldversuch soll innerhalb der nächsten 2,5 Jahre praxisrelevante Aussagen zur technischen Umsetzung, Pflanzenentwicklung, Biomassequalität und Wirtschaftlichkeit von Rohrkolben- und Schilf-Paludikultur generieren. Bei gutem Wachstum ist im nächsten Jahr die erste Ernte geplant. Zusätzlich werden im Paludi-PRIMA Projekt Mesokosmenversuche, genetische Untersuchungen und Wissenstransfer durchgeführt. Das Projekt von Uni Greifswald und Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
              

Einrichten der PRIMA-Pilotfläche (Photos: T. Dahms)

von NK

Faktenpapier zum Klimaschutzprogramm 2030

Moorbodenschutz als naturbasierte Lösung nutzen

23/09/2019 Das am 20.09.2019 von der Bundesregierung veröffentlichte Dokument „Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030“ benennt sektorspezifische Maßnahmen. Für den Sektor Land- und Forstwirtschaft sind unter „Schutz von Moorböden/Reduktion von Torfeinsatz in Kultursubstraten (36)“ keine konkreten Umsetzungsschritte festgehalten. Das GMC-Faktenpapier „Moorbodenschutz als naturbasierte Lösung im Klimaschutzprogramm 2030 - schnelle Einstellung von Moor-Entwässerung für wirkungsvollen Klimaschutz nötig!“ stellt auf 4 Seiten Ausgangssituation, Potentiale und Konkretisierungsvorschläge zusammen.

von NK

Wissen über Paludikultur gefragter denn je

Baumaterialien aus Paludikultur-Rohstoffen sind für die Besucher von großem Interesse (Photo: G. Gaudig)

Exkursionen mit internationalen Delegationen

24/09/2019 Mehrere Delegationen aus aller Welt kamen in den letzten beiden Monaten in den Norden von Deutschland gereist, um sich hier vom Greifswald Moor Centrum über Paludikultur-Projekte informieren zu lassen. Eine ukrainische Delegation recherchierte Ende August denkbare Auflagen für eine nachhaltige, klimafreundliche Nutzung von bisher entwässerten, staatlichen Moorflächen, die privatisiert werden sollen. Die Wissenschaftler des GMC erläuterten Möglichkeiten für Paludikultur in einem Fachseminar und zeigten die Ernte von Rohrkolben in Kamp und von Nasswiesenbiomasse in Neukalen sowie das „Paludi-Biomasse-Heizwerk“ in Malchin. Diese Standorte besichtigte Mitte September auch eine vietnamesische Delegation, die im Rahmen des Plant3-Projektes nach Vorpommern gereist kam. Auch eine Delegation finnischer Moorwissenschaftler*innen und Studierenden machte Station bei den Paludikulturstandorten im Nordosten, nachdem sie die Torfmooskultivierungsfläche im Hankhauser Moor bei Oldenburg (Niedersachsen) besichtigt hatten. Finnland plant, jetzt verstärkt Paludikultur zu erforschen und umzusetzen.

von NK

Moor muss nass – und zwar sofort

WETSCAPES-Tagung im Hörsaal der Uni Rostock (Photo: F. Tanneberger)

160 Wissenschaftler einig bei WETSCAPES-Konferenz

13/09/2019 Moor muss nass - und zwar sofort. Der schnelle Stopp von Moor-Entwässerung ist zum Erreichen der globalen Klimaschutzziele notwendig. So kann man die Ergebnisse der internationalen Konferenz zusammenfassen, die 10.-13.09.2019 an der Universität Rostock stattfand. 160 Wissenschaftler aus 20 Ländern diskutierten bei der WETSCAPES-Tagung über die Ergebnisse ihrer Forschung in entwässerten, wiedervernässten und naturnahen Mooren. Vertreter verschiedenster Fachdisziplinen sprachen miteinander über Pflanzenwachstum, Treibhausgasemissionen, Nährstoffverluste und mikrobielle Prozesse im Boden. Die meisten dieser Wissenschaftler beschäftigen sich mit Einzel-Phänomenen in Mooren, und gemeinsam konnten klare Zusammenhänge und Verbindungen der Ergebnisse zueinander festgestellt werden. Dies ist besonders wichtig für wiedervernässte Moore, da diese Systeme vollkommen neue Ökosysteme darstellen. Das vierjährige Verbundforschungsprojekt WETSCAPES (abgeleitet aus „wet“ und „landscapes“) wird im Exzellenzforschungsprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit 5 Millionen Euro an den Universitäten Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, und Rostock gefördert. Hier der Abstractband der Tagung.

von NK

Attaché-Besuch am GMC

Delegation von Umweltattachées mit Minister Backhaus zu Besuch am GMC (Photo: St. Busse)

Von Japan bis Paraguay Interesse an Moorexpertise in MV

30/08/2019 Etwa 30 Agrar- und Umweltattachés aus 14 Ländern von Japan bis Paraguay besuchten zusammen mit Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, das Greifswald Moor Centrum am 29. August. Eine tolle Gelegenheit, um zu zeigen, was Mecklenburg-Vorpommern und die Greifswalder Moorforschung zu bieten haben: Bei einer Führung über die Karrendorfer Wiesen, einem erfolgreich revitalisierten Küstenüberflutungsmoor im Besitz der Michael Succow Stiftung, konnten die Attachés die Bedeutung nasser Moore für Biodiversität, Klimaschutz und Regionalentwicklung „on the ground“ besichtigen und verstehen. An der dortigen Forschungsstation des WETSCAPES-Projektes, Teil der Landesexzellenzinitiative, und der Mesokosmenanlage der Universität Greifswald zeigten GMC-Vertreter die aktuelle Forschung. Eine Woche zuvor hatte sich MdL Elisabeth Aßmann, Vorsitzende des Agrarausschusses Mecklenburg-Vorpommerns, auf derselben Fläche ein Bild von erfolgreich kombiniertem Moor-, Klima- und Küstenschutz samt innovativer Wertschöpfung gemacht. Klar wurde hier, dass Moorschutz und Paludikultur Teil einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sein müssen. Auch bisherige Hindernisse wurden angesprochen: Wiedervernässungen kommen im Bundesland zu langsam voran. Planungen und Genehmigungen dauern lange.

von NK

Moorschutz: Lösungsansätze auf 84 Seiten

Bericht fasst Ergebnisse von MoorDialog zusammen

29/08/2019 Das MoorDialog Projekt wurde von 2016-2019 von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert und hat durch vielfältige Veranstaltungen und Publikationen wichtige Akteure im Moor-und Klimaschutz erreicht und eingebunden. Ein Ergebnis des Projektes ist der nun in der Greifswald Moor Centrum-Schriftenreihe veröffentlichte, 84 Seiten starke Bericht Klimaschutz auf Moorböden - Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. In den Handlungsempfehlungen skizziert das GMC einen möglichen Transformationspfad für die Moore in Deutschland, wie er für die Erreichung der Kohlenstoffneutralität bis 2050 notwendig wäre. Aufgabe ist es nun, den Transformationspfad im Dialog weiterzuentwickeln und die Lösungen mit zunehmender Geschwindigkeit in die Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und letztendlich in die Fläche zu bringen.

von NK

Aktualisiertes RSPO Handbuch

Ansätze für Nachhaltigkeit bei Palmöl

06/08/2019 Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) hat sein Handbuch zu bewährten Management-Praktiken („best management practices“) für Management und Restaurierung von Mooren überarbeitet. Die Aktualisierung wurde vom Global Environment Centre koordiniert. Das Handbuch enthält Text- und Kartenbeiträge des Greifswald Moor Centrum.

von NK

Moore in der Wüste

Daten aus Usbekistan für Global Peatland Database

01/08/2019 Es gibt sie – Moore im Wüstenstaat Usbekistan. Forscher der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, fanden Vorkommen im Hochgebirge des Tian Shan, in den Gebirgsausläufern des Nuratau und am Lauf des Syrdarya mitten durch die Wüste. Diese Vorkommen mit Torflagen von 30-70 cm waren weitgehend unbekannt und sind durch landwirtschaftliche Übernutzung und Degradation bedroht. Die bei Feldarbeiten im Juli gesammelten Daten fließen in die Global Peatland Database des Greifswald Moor Centrum ein und erweitern damit die Übersicht zu Mooren weltweit. Die Forschung war Teil des CAViF-Projektes der Succow Stiftung, finanziert durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung.

      

Moor in den Wüstenausläufern des Nuratau (links); Forschen nach Moor im Tian Shan (rechts)(beide Photos: L. Hebermehl)  

Paludikulturstudien für die Baltischen Staaten

Machbarkeit auf drei Workshops diskutiert

02/07/2019  Während der vergangenen zwei Monate trafen sich Akteur*innen in Estland, Lettland und Litauen, um die Machbarkeit von Paludikultur in den Baltischen Staaten zu diskutieren. Organisiert waren die Workshops von Partner*innen im Projekt “Paludikultur in den Baltischen Staaten”, das von der Europäischen Klimaschutzinitiative gefördert wird.
Für jedes Land stand eine Machbarkeitsstudie sowie Flächentypologien für Paludikultur zur Debatte. Vertreter*innen der Landwirtschafts- und der Umweltministerien, weiterer Behörden und Organisationen aus Landwirtschaft und Forst sowie der Öffentlichkeit erkannten die Relevanz eines angepassten Moor-Managements an, um damit organische Böden zu schützen und Treibhausgasemissionen zu verhindern. Sie diskutierten auch über politische Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Paludikultur und Möglichkeiten, derzeitige Hindernisse mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union aus dem Weg zu räumen. Auch wenn fertige Geschäftsmodelle und Vermarktungswege für Paludikultur-Produkte noch fehlen, wollen die Teilnehmer*innen Paludikultur weiter voranbringen. Bei der Rohrkolben-Verköstigung zu den Workshops kam manch ein*e Teilnehmer*in auf den Geschmack…

 

von NK

Neu: Paludikultur-Newsletter

Jetzt registrieren!

28/06/19 Das Greifswald Moor Centrum möchte auf seinen ersten Paludikultur-Newsletter aufmerksam machen. Mit diesem Newsletter informiert das Greifswald Moor Centrum eine wachsende Gemeinschaft zu aktuellen Moorthemen und neusten Entwicklungen für die nasse Bewirtschaftung von Mooren, also Paludikultur. Zu finden sind Nachrichten aus Wissenschaft, Praxis, Politik wie auch Veranstaltungsankündigungen und Literaturhinweise. Der Paludikultur-Newsletter erscheint in unregelmäßigen Abständen auf Deutsch und Englisch. Wenn Sie diesen erhalten möchten, registrieren Sie sich bitte dafür per E-Mail an communication(at)greifswaldmoor.de. Es reicht das Stichwort „Anmeldung Paludikultur-Newsletter“ in der Betreffzeile. Gerne können auch Neuigkeiten zum Thema Paludikultur an diese Email-Adresse gesendet werden. 
Der Newsletter wird derzeit vom Projekt BOnaMoor bereitgestellt.

von NK

2627‐910X

GMC hat neue Schriftenreihe

04/06/19 Das Greifswald Moor Centrum publiziert eine Schriftenreihe im Selbstverlag, um Berichte und Ergebnisse aus eigenen Projekten öffentlich zugänglich und zitierbar zu machen. Jetzt sind zwei neue Bände verfügbar. Im ersten Band 2019 werden als Ergebnis des MORGEN-Projektes die Emissionen der Moorflächen im Greifswalder Stadtgebiet bilanziert und Handlungsempfehlungen abgeleitet, im zweiten aktueller Stand und neue Ideen für freiwillige Finanzierungsinstrumente für den Moorschutz präsentiert. Diese Studie entstand im Rahmen des MoorDialog-Projektes. Die Greifswald Moor Centrum-Schriftenreihe mit eigener ISSN (2627‐910X) umfasst bereits zwei weitere Publikationen (2018) und erscheint online in unregelmäßigen Abständen.

von NK

Das ist PRIMA!

Feldarbeit in Rohkolbenbestand (Foto: S. Wichmann)

Neues Projekt will Paludikultur in die Praxis bringen

20/05/2019 Paludikultur auf Niedermooren wird im neuen Projekt Paludikultur in die Praxis bringen: Integration, Management, Anbau ab Mai 2019 vertiefend erforscht. „Paludi-PRIMA“ untersucht die Kultivierung und Wirtschaftlichkeit von Rohrkolben (Typha latifolia, Typha angustifolia) und von Schilf (Phragmites australis). In einem Praxisanbau bei Neukalen sind auf ca. 10 ha maschinelle Pflanzung und Ernte von Rohrkolben geplant. Ein Mesokosmen-Experiment an der Universität Greifswald untersucht den Einfluss von Genetik, Wasserstand und Nährstoffverfügbarkeit auf die Entwicklung der Pflanzen und deren Biomassequalität, z.B. für die Eignung als Dachschilf. Darüber hinaus widmet sich PRIMA den Rahmenbedingungen zu Paludikultur, organisiert Feldtage und entwickelt Praxisleitfäden und Empfehlungen. Das dreijährige Verbundprojekt wird von vier Arbeitsgruppen an der Universität Greifswald in Kooperation mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern bearbeitet. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

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Torfmoos streuen und vernässen

Neu eingesäte fläche für Sonnentaukultivierung (Foto: Paludimed GmbH)

PaludiMed richtet Fläche für zertifizierten Anbau von Sonnentau ein

12/05/2019  Vom 7.-12. Mai 2019 wurde gerackt, um die europaweit größte Anbaufläche für Sonnentau im Breesener Moor, einem ehemaligen Torfabbaugebiet im Biosphärenreservat Schaalsee, einzurichten. 60 Tonnen (115 cbm) Torfmoos aus Paludikultur im Hankhauser Moor (Niedersachsen) wurden per Hand auf 2,5 ha ausgestreut und die Fläche anschließend vernässt, um so ein „Bett“ für tausende Sonnentaupflanzen herzurichten. Balazs Baranyai und Dr. Jenny Schulz, Gründer der PaludiMed GmbH, der ersten Ausgründung aus dem Greifswald Moor Centrum, wollen so Sonnentau für medizinische Verwendung bio-zertifiziert kultivieren. Den ersten Spatenstich zur Einrichtung der Fläche im Breesener Moor hatte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt M-V, im vergangenen Oktober gesetzt.

von NK

Durchbruch beim Seggenrohrsänger

Translokation in restauriertes Moorgebiet erfolgreich

08/05/2019   Von den im Jahr 2018 erstmals aus einem grossen Brutgebiet in Belarus in ein restauriertes Moorgebiet in Litauen umgesiedelten Seggenrohrsängern sind in den ersten Maitagen die ersten drei Vögel aus dem Winterquartier nach Litauen zurückgekehrt. Damit wurde erstmals nachgewiesen, dass diese Schutzmaßnahme bei dieser Art möglich und erfolgreich ist. Die Translokation war Teil eines EU-LIFE-Projektes . Details und Fotos finden sich hier. Das GMC unterstützt das LIFE-Projekt als Berater und bereitet derzeit einen weiteren LIFE-Antrag zum Schutz dieser global gefährdeten Moor-Vogelart vor.
Zum Weltweiten Tag der Zugvögel am 11. Mai bietet die Michael Succow Stiftung eine Exkursion zur Vogelbeobachtung auf der stiftungseigenen Fläche Karrendorfer Wiesen an. Die Karrendorfer Wiesen waren 1988/1989 vom Seggenrohrsänger besiedelt.

Poster WMBD2019

von NK

BfN-Projekt des Monats

Paludikultur-Projekt „KLIBB“ vom BfN vorgestellt

02/04/2019   Das GMC-Projekt „Klimaschonende, biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung von Niedermoorböden“ (KLIBB) wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als Projekt des Monats April vorgestellt. KLIBB erarbeitet Paludikultur-Eignungskulissen für die Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Baden-Württemberg, aktualisiert Steckbriefe bestehender Nutzungsverfahren und berechnet THG-Einsparpotentiale. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von Paludikultur auf die Biodiversität untersucht und zusätzliche naturschutzfachliche Maßnahmen erarbeitet. Ende März veranstaltete das Projekt-Konsortium (Universität Greifswald, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Humboldt-Universität zu Berlin) einen erfolgreichen Workshop in Berlin. Hierbei wurde bundesweite Expertise zu Moor-Biodiversität zusammengebracht und gemeinsam erarbeitet, welche Arten(gruppen) sich bei Paludikultur einstellen können und durch welche Maßnahmen sich diese auch bei produktiver Nutzung fördern lassen.

von NK

MoKli will in die Fläche

Neues Projekt will Lösungen mit Landnutzern realisieren

27/03/2019 Im März startet MoKli - die Abkürzung steht für Moor- und Klimaschutz - mit einem Kick off-Treffen in Berlin. Partner in dem neuen Projekt sind Universität Greifswald und Michael Succow Stiftung als Partner im Greifswald Moor Centrum sowie der Deutsche Verband für Landschaftspflege. Sie wollen praxistaugliche Lösungen der nachhaltigen Moornutzung mit Landnutzern realisieren. Denn nachdem die Fakten zur Klimarelevanz der Moore bekannt sind, gilt es nun tragfähige Strategien zur klimafreundlichen Moornutzung bundesweit zu konzipieren und regional anzupassen.
Dazu vermittelt MoKli zunächst Wissen zur Klimarelevanz von Moorböden und zur deren nachhaltigen Nutzung. In den fünf moorreichen Bundesländern will MoKli in jeweils einer Modellregion flächenkonkret auf (Teil-)Wassereinzugsgebietsebene kooperative Lösungsansätze erarbeiten und anwenden. Es sollen gemeinsam mit Akteuren vor Ort neue Produktionswege zur Verwertung von Moor-Biomasse initiiert und innovative Finanzierungsmodelle entwickelt werden. Zudem wird das Berufsbild des „Moor-Klimawirts“ – ein Landwirt, der Klimaschutzleistungen auf Moor erbringt und dafür anerkannt wird - erstmals bundesweit zur Diskussion gestellt. Ebenso tauscht das Projekt sich zur Gestaltung von Rahmenbedingungen für Moor-Klimaschutz mit politischen Entscheidungsträgern auf Kommunal-, Landes-, Bundes- und EU-Ebene aus.

von NK

UN-Resolution zu Mooren

Gemeinsame Bemühungen in der UN-Umweltversammlung gestärkt

15/03/2019   Die Umweltversammlung des UN-Umweltprogrammes hat während ihres 4. Treffens in Nairobi vom 11. bis zum 15. März 2019 die Resolution UNEP/EA.4/RES.16 ‚Conservation and Sustainable Management of Peatlands‘ angenommen. Die in 6 Sprachen veröffentlichte Resolution drängt die Mitgliedsstaaten und andere Beteiligte, den Schutz, die nachhaltige Nutzung und die Restaurierung von Mooren weltweit stärker zu fördern. Das GMC hat die Mitarbeiter des UN-Umweltprogrammes mit Hintergrundinformationen und Text unterstützt. Die Resolution fordert außerdem mehr koordinierte Bemühungen; dies wird u.a. Schwerpunkt eines von BfN, UN-Umweltprogramm, GMC und Wetlands International organisierten Workshops mit globalen Konventionen und Organisationen im Mai sein.

von NK

Tauender Permafrost eine der 5 größten Umweltgefahren

UNEP-Frontiers Report basiert auf GMC-Expertisen

07/03/2019   Die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) warnt in ihrem neuen Bericht Frontiers 2018/19: Emerging Issues of Environmental Concern vor fünf drohenden und bisher unterschätzten Umweltgefahren. Eine dieser Gefahren ist das Auftauen der arktischen Permafrostböden. Prof. Hans Joosten (GMC) verfasste das Kapitel Permafrost Peatlands: Losing ground in a warming world für diesen Bericht.

Der Bericht enthält neben vielen detaillierten Hintergrundinformationen und Grafiken auch eine neue zirkumpolare Karte der Verbreitung von Permafrost und Mooren, die auf Basis der Daten der Global Peatland Database des GMC erstellt wurde. Die „Frontiers“-Berichte des UN-Umweltprogramms thematisieren Umweltrisiken, die bisher nicht ausreichend wahrgenommen und bekämpft werden, jedoch weltweite Konsequenzen für Klima, Umwelt und den Menschen haben. Der Bericht wird in alle sechs UN-Sprachen übersetzt und weltweit Regierungen und Umweltbehörden zugänglich gemacht.

von NK

BOnaMoor + DESIRE

Neue Projekte starten

20/02/2019  Das Greifswald Moor Centrum freut sich über zwei Projektstarts im Bereich Paludikultur: Das Verbundprojekt BOnaMoor untersucht, wie die thermische Verwertung von Niedermoor-Biomasse optimiert werden kann. Aufwuchs und Erntezeitpunkt werden auf Flächen des Landwirtschaftsbetriebs Voigt von Moorkundlern und Landschaftsökonomen der Universität Greifswald erforscht. Diese nehmen auch eine ökonomische und finanzielle Bewertung vor. Die Verbrennung untersuchen Ingenieure des Fachgebiets Regenerative Energien der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Heizwerk Malchin sowie im Labor. Das Projekt wird gefördert durch das Bundeslandwirtschaftsministerium über die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR).
Das internationale Projekt DESIRE entwickelt ein nachhaltiges Moor-Management für Nährstoffrückhalt und andere Ökosystemleistungen durch Restauration und Paludikultur im Memel-Delta. Es ist Teil des Regionalprogramms Interreg Baltic Sea und wird durch das GMC (Universität Greifswald und Michael Succow Stiftung) koordiniert. Es unterstützt Politiker und Entscheider, die Paludikultur-Potenziale ihrer Region einzuschätzen und nutzen zu können. Das Projekt entwickelt Pilotflächen und Kommunikationskanäle für nasse Moorbewirtschaftung und nimmt ökonomische Einschätzungen vor.

 

von NK

World Wetlands Day 2019

Moor multimedial in Greifswald

31/01/2019  Auch mit mehr nassem Moor lässt sich die Klimakrise bekämpfen – weltweit und vor Ort! Darauf machte das Greifswald Moor Centrum (GMC) anlässlich des Internationalen Tages der Feuchtgebiete (World Wetlands Day) mit einem multimedialen Abend „Moorschutz ist Klimaschutz - auch in Greifswald“ am 6. Februar 2019 ab 19:30 Uhr im St. Spiritus aufmerksam. Gezeigt wurde u.a. der Trickfilm „Moor muss nass!“ und eine Reportage über die aktuelle Moor- und Torfnutzung in Deutschland. Mit einem Vortrag und der Vorstellung der ersten „Greifswalder Moorstudie“ zeigte das GMC zudem, welche Herausforderungen und Potentiale im Moor- und Klimaschutz in Deutschland und vor unserer Haustür im Greifswalder Stadtgebiet stecken. Der Eintritt war frei.

 

Greifswalder Moorstudie

Das könnten die städtischen Moore leisten!

17/01/2019  Wie ausgedehnt sind die Moore im Greifswalder Stadtgebiet? Welcher Anteil davon ist trockengelegt und welche Emissionen werden dadurch freigesetzt? Wie ließen sie sich durch Wiedervernässung vermindern und wie könnte damit ein Beitrag zum lokalen Klimaschutz geleistet werden? Diese Fragen beantwortet die neue[nbsp]Greifswalder Moorstudie - Emissionsbilanzierung und Handlungsempfehlungen für die Moorflächen im Greifswalder StadtgebietErarbeitet hat diese das Projekt MORGEN, ein gemeinsames Vorhaben von Michael Succow Stiftung, Universität Greifswald und Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Klar wird, dass die Stadt Greifswald auf den stadteigenen Moorflächenviel für den Klimaschutz tun kann. Die Moorstudie empfiehlt dafür die Entwicklung und zügige Umsetzung einer städtische Moor-und Klimaschutz-Strategie.