Aktuelles/alle Beiträge

von NK (Kommentare: 0)

Mehr Nass in trockenen Tüchern

Die neue Palu-Richtlinie
17/04/2026  Lang erwartet und heute veröffentlicht bringt die Palu-Richtlinie des Bundesumweltministeriums jetzt Klarheit zu Förderung von Wiedervernässung und nachhaltiger Moorbewirtschaftung. Als Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz soll sie in den kommenden Jahren bundesweit Moorschutz-Maßnahmen in landwirtschaftlich genutzten Mooren fördern. Insgesamt stehen 1,75 Milliarden Euro dafür bereit. Damit bietet das Programm nach Einschätzungen des Greifswald Moor Centrum erstmals eine echte Chance zu einem Durchbruch für skalierten Moorklimaschutz in Deutschland. Ausführlichere Information in der Medieninformation des Umweltministeriums und Einschätzungen in der GMC-Medieninformation.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

MoorPower erleben

Menschen auf einer Moor Photovoltaik Fläche, Bildcredit: Wattmanufaktur

Moor-PV beim EnergieTag MV

14/04/2026  Wie lassen sich Klimaschutz, erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung praktisch verbinden? Antworten gibt das Projekt MoorPower beim EnergieTag MV direkt vor Ort im Gelände. Am 25. April 2026 von 11:00 bis 14:00 Uhr laden Forschende der Universität Greifswald und des Greifswald Moor Centrum zu einer Informationsveranstaltung in ein Niedermoor bei Rostock ein. Treffpunkt ist die Bio-Rind Wellen GmbH in Spoitgendorf (bei Plaaz, A19).

Vor Ort wird eine entstehende Moor-Photovoltaik-Anlage vorgestellt, die Solarenergie mit Wiedervernässung kombiniert und so einen doppelten Klimagewinn ermöglicht. Das Projekt MoorPower untersucht über drei Jahre die technischen, ökologischen und sozioökonomischen Effekte dieses Ansatzes. Wetterfeste Kleidung sowie Gummistiefel oder festes Schuhwerk werden für die Teilnahme im Gelände empfohlen. Weitere Informationen zur Veranstaltung hier: https://www.energietag-mv.de/aktion/wie-sich-klimaschutz-erneuerbare-energien-und-regionale-wertschoepfung-verbinden-lassen-informationsveranstaltung-zu-moor-pv/

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Frisch raus

Wasserbüffel der Möllmer Seewiesen aus dem BluMo-Projekt; Copyright: LfU; Fotograf Christian Betz

Neue Ausgabe des Paludikultur-Newsletters

14/04/2026  Das sind die aktuellen Themen in der frischen Ausgabe des Paludikultur-Newsletter:

  • Paludikultur-Projekte – wer macht wo was in Deutschland? Eine Studie hat 146 Projekte aus den vergangenen 25 Jahren für einen Überblick zusammengestellt

  • Büffeln für Moor – 70 Interessierte trafen sich beim Workshop zu Wasserbüffelhaltung auf nassen Flächen in Brandenburg

  • Türmen für Paludikultur – warum es bald viel mehr Treibhausgasmessungen auf nass genutzten Flächen gibt, erklärt Dr. Christian Brümmer im Interview

  • Bis 2045 – wie soll der Pfad zu Moorklimaschutz aussehen bis und nach dem Zieljahr der Klimaneutralität in Deutschland? Ein Workshopbericht

Mehr Themen und aktuelle Termine im Veranstaltungskalender

Wir sind gerne in Kontakt mit unseren Lesern. Welche Themen können wir im Paludikultur-Newsletter aufnehmen, welches Feedback haben sie an uns? Gerne per E-Mail schreiben an communication@greifswaldmoor.de.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Ein Jahr in Mooren

Bild des Polder Bargischow Süd von oben

Exkursion zum Polder Bargischow

11.04.2026 Mit der Exkursionsreihe „Ein Jahr in Mooren“ werden monatlich unterschiedliche Moorstandorte erkundet – von naturnahen über genutzte bis hin zu degradierten und wiedervernässten Flächen. Fachleute vor Ort geben Einblicke in Biodiversität, Nutzungsgeschichte, Klimaschutz und Renaturierung.

Die nächste Exkursion führt am 25. April 2026 von 10:00 bis 12:30 Uhr in den Polder Bargischow Süd. Treffpunkt ist am Schöpfwerk in Bargischow. Die Strecke umfasst etwa vier Kilometer zu Fuß auf Straßen und Schotterwegen.

Vor Ort wird die nasse Bewirtschaftung eines wiedervernässten Niedermoores mit aktivem Wassermanagement vorgestellt. Ziel ist es, zu zeigen, dass eine standortangepasste Nutzung von Mooren mit den Anforderungen des Vogel-, Natur- und Klimaschutzes vereinbar ist und auch großflächig umgesetzt werden kann.

Die Exkursion wird geleitet von Anke Nordt (Universität Greifswald). Die Teilnahme ist kostenfrei und offen für alle Interessierten. Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Weitere Informationen sind online verfügbar: Ein Jahr in Mooren - Greifswald Moor Centrum

 

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Moore in British Columbia

Hanna Rae Martens und Jürgen Kreyling analysieren einen Torfkern (Credit: Tom Andersch)

Kohlenstoff-Riesen versteckt unter Regenwald

10/04/2026 Moore gelten als bedeutende Kohlenstoffspeicher – doch ihre Rolle in den Regenwaldökosystemen wurde bislang wenig untersucht. Eine neue Studie von Forschenden des Greifswald Moor Centrum liefert nun aufschlussreiche Ergebnisse aus den temperaten Regenwäldern der kanadischen Pazifikküste.

Im Rahmen einer Expedition untersuchten Hanna Rae Martens und Jürgen Kreyling gemeinsam mit Vertreter*innen der Organisation Wilderness International geschützte Gebiete in British Columbia. Ziel war es, die Verbreitung von Mooren und deren Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung innerhalb der Regenwaldlandschaften zu analysieren.

Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Obwohl Moore nur etwa fünf Prozent der untersuchten Region bedecken – vermutlich eine Unterschätzung –, speichern sie rund 20 Prozent des gesamten Kohlenstoffs dieser Ökosysteme. Damit leisten sie einen überproportional großen Beitrag zum Klimaschutz.

Die Studie unterstreicht die Bedeutung dieser bislang wenig beachteten Ökosysteme und eröffnet neue Perspektiven für Forschung und Schutzmaßnahmen. Weitere Untersuchungen sollen künftig das Potenzial dieser Moore noch genauer erfassen.

Die Publikation ist unter folgendem DOI abrufbar: 10.1038/s41598-026-44791-z

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Paludikultur - wer, was, wo?

Vernetzung zwischen Partnern u. Trägern von Paludikultur-Projekten in Deutschland Abbildung 7 aus der GMC-Schrift

Studie analysiert 146 Projekte in Deutschlandaser

27/03/2026  Das neue Paper Die Entwicklung der Projektlandschaft zur Paludikultur – Eine Übersicht und Analyse in Deutschlandzeigt: Von den insgesamt 146 betrachten Projekten aus den vergangenen 25 Jahren starteten erste Vorhaben bereits in den 1990er Jahren – noch bevor der Begriff „Paludikultur“ 1998 geprägt wurde. Mehr als 75 % aller Projekte wurden jedoch in den letzten zehn Jahren umgesetzt, was den wachsenden Stellenwert des Themas unterstreicht.
Die meisten Projekte finden sich in den moorreichen Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern (44 Projekte) und Niedersachsen (41 Projekte) führen die Liste an. Die Themenvielfalt dabei ist groß: Besonders in den Jahren 1995 bis 2010 standen Pflanzenbau und Verwertung im Fokus. Betriebswirtschaftliche Aspekte wurden meist begleitend untersucht, während Fragen zu Planung und Genehmigung bisher unterrepräsentiert sind.
Viele Projekte konzentrieren sich auf spezifische Landnutzungs- und Verwertungsoptionen – etwa Torfmoose und Rohrkolben für die Substratherstellung oder Rohrkolben und Schilf als Baustoff. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Projekte, die sich mit einer breiten Palette an Nutzungsmöglichkeiten beschäftigen.
Neben der Publikation in der GMC-Schriftenreihe liegt die vollständige Liste der 146 Projekte als offene Excel-Datei für weitere Arbeiten zum Download bereit. Interessierte können die Autor*innen zudem mit Vorschlägen für weitere Projekte kontaktieren.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Ganz neu: PaludiBörse online

Biomasse leicht suchen und finden

11/03/2026 Angebot und Nachfrage zu Biomasse aus Paludikulturen bringt die neue Onlineplattform PaludiBörse jetzt zusammen. Sie schafft Transparenz über verfügbare Rohstoffe, Bedarfe und regionale Potenziale für Anbieter und Abnehmer.

Die nachhaltige Nutzung von Biomasse aus wiedervernässten Mooren – also Paludikultur – spielt eine zentrale Rolle für den Klima- und Biodiversitätsschutz. Gleichzeitig ist es in der Praxis oft nicht leicht, passende Partner*innen für Vermarktung oder Verarbeitung zu finden. Die PaludiBörse, entstanden im Rahmen der toMOORow-Initiative und dem Verbundprojekt PaludiAllianz, hilft dabei, diese Lücke zu schließen. Landwirt*innen können ihre verfügbaren Rohstoffe sichtbar machen, Unternehmen gezielt nach geeigneten Qualitäten suchen. Die Plattform erleichtert Vernetzung, reduziert Suchaufwand, schafft Markttransparenz und erleichtert den Aufbau regionaler Lieferketten. Ein Schritt, durch den die nasse Nutzung von Mooren wirtschaftlich tragfähig und ein Beitrag zu Klima- und Biodiversitätsschutz geleistet werden kann.

 

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Leidissoo-Moor in Estland

Wieder nass!

18/02/2026 Im Dezember 2025 konnten die letzten Bauabschnitte der Wiedervernässung von Leidissoo-Moorkomplex im Nordwesten Estlands erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Film (United for Peatland Protection: Restoration of Estonia’s Leidissoo Peatland) gibt Einblicke in die Umsetzung des Projekts.

Das 2022 gestartete Vorhaben ging nach umfassender Planung- und Genehmigung im Frühjahr 2025 in die Umsetzungsphase über. Die Wiederherstellungsmaßnahmen umfassten das Schließen von rund 100 Kilometern Entwässerungsgräben durch den Bau von mehr als 500 Dämmen. Ziel der Maßnahmen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt des Moores wiederherzustellen und damit die ökologischen Funktionen des Ökosystems langfristig zu sichern – insbesondere auch die Klimawirkung. Bereits während der Umsetzung auf einer Fläche von über 800 Hektar waren – begünstigt durch einen außergewöhnlich nassen Sommer – erste Erfolge unmittelbar sichtbar.

Wie geht es weiter?
Im Frühjahr 2026 wird das Forstverwaltungszentrum Estland (RMK) nach der Schneeschmelze und dem Abklingen des Frühjahrshochwassers eine erste Einschätzung des Erfolgs der Wiedervernässung vornehmen. Anschließend folgt ein langfristig angelegtes Monitoring, das die hydrologische und ökologische Entwicklung der wiedervernässten Flächen systematisch erfasst.

Das Leidissoo-Moor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt naturnaher Moorökosysteme. Die Wiedervernässung leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen aus Moorböden und damit zum Klimaschutz.

Das Schutzgebiet umfasst drei Moorkomplexe – Leidissoo, Sendrisoo und Musa – und vereint alle Moortypen , die für den Westen Estlands typisch sind: Niedermoore, Übergangsmoore und Hochmoore. Es ist artenreich und Lebensraum für seltene Vogel- und Pflanzenarten wie Steinadler, Seeadler, Auerhuhn, Sumpf-Weichorchis, Sparrige Binse und Braunes Schnabelried. Sein besonderer Wert liegt in der Größe des Gebiets und dem Reichtum an Moor- und Waldlebensräumen.

Das beispielhafte Projekt zeigt, dass auch privat finanzierte Klimaschutzprojekte – wie dieses der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, PlanBe, HIT Umweltstiftung und RMK – einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele leisten können.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Paludikultur - how to?

Online-Seminar zu Anbau und Ernte

14/02/2026  Am 26. Februar 2026 bieten FNR und Greifswald Moor Centrum ein weiteres Webinar in der kostenfreien Onlinereihe "Moorbodenschutz und Paludikultur". Von 10.00 – 12.30 Uhr geht es um "Anbau und Erfahrungen mit Paludikulturen: Torfmoose, Nasswiese, Seggen, Rohrkolben".

Inhalt & Fokus

  • Anbau verschiedener Paludikulturen: z. B. Torfmoose, Nasswiesenbiomasse

  • Technik, Pflege, Ernte – Beispiele aus der Praxis

  • Wassersteuerung, maschinelle Bewirtschaftung, Etablierung

  • Verarbeitung von Paludibiomasse (z. B. MoorFasern)

Mit dabei:

  • „Torfmoos-Paludikultur: Erfahrungen aus 20 Jahren Forschung, Entwicklung und Praxis“
    Dr. Greta Gaudig, Universität Greifswald, Projektkoordinatorin MOOSland

  • „Kombinierter Klimaschutz: Landnutzung für MoorFasern – Projekt MooReturn“ Ludwig Bork, Landwirt und Geschäftsführer der Agrotherm GmbH

  • „Erfahrungswerte aus 20 Jahren nasser Bewirtschaftung“

    Frank Havemeyer,Geschäftsführer Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Osterholz e.V.

Besonderheiten

  • Interaktives Format mit Raum für Dialog & Diskussion

  • Ziel: Austausch, Wissenstransfer und sektorenübergreifende Kooperation

  • Einladung an Teilnehmende, eigene Expertise einzubringen und neue Perspektiven zu gewinnen

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Zum World Wetlands Day:

Ein Jahr in Mooren

2. Februar 2026  Zum Internationalen Tags der Feuchtgebiete am 2. Februar kündigt das Greifswald Moor Centrum eine neue Veranstaltungsreihe an: „Ein Jahr in Mooren“. Jeden Monat ermöglicht eine Exkursion Interessierte, die vielfältige Moorlandschaft in und um Greifswald sowie in Vorpommern zu erkunden.

Im Sommer lassen sich die einzelnen Schwerpunkte wie etwa Biodiversität und Nutzungsgeschichte oder Paludikultur im Gelände erleben. In den Wintermonaten werden die Teilnehmenden beim Arbeitseinsatz warm oder sitzen in der gemütlichen Moorbibliothek.

Hier die anstehenden Termine:
Am 7. Februar heißt es Anpacken im Mannhagener Moor. Gemeinsam räumen wir junge Bäume aus dem Moor, um seltene Arten zu schützen. Für die heiße Suppe in der Mittagspause ist gesorgt.
Am 16. März führt die Exkursion zum „Schatz an der Küste“, dem Polder Drammendorf auf Rügen“ mit viel Info über die Renaturierung und aktuelle Forschung in diesem Küstenmoor.
Am 25. April sehen wir ob sich Moorschutz und -nutzung vereinen lassen. Im Polder Bargischow Süd wird auf nasse Bewirtschaftung (Paludikultur) umgestellt.
Am 9. Mai lässt sich der Klang eines Küstenüberflutungsmoor bei der Beobachtung von Brutvögeln auf den Karrendorfer Wiesen erleben. Neben faszinierenden Vogelstimmen erfahren die Teilnehmenden alles zur Nutzungsgechichte und den dortigen Naturschutzmaßnahmen.

Ob naturnah, genutzt, degradiert oder wiedervernässt – die Exkursionen in Gebiete mit ganz unterschiedlichem Zustand und Funktion. Sie richtet sich an alle interessierten Menschen, sind kostenfrei, erfordern jedoch eine Onlineanmeldung.
Alle Information hier: Ein Jahr in Mooren - Greifswald Moor Centrum

Hintergrund: World Wetland Day

Der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) macht seit 1997 jährlich am 2. Februar auf die Bedeutung der Feuchtgebiete, u.a. der Moore, aufmerksam. Am 2. Februar 1971 wurde die Ramsar-Konvention, das internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, verabschiedet. Seit 2021 ist er ein von den Vereinten Nationen anerkannter Internationaler Tag. Durch Verschmutzung, Entwässerung und Landwirtschaft, Brände sowie Überfischung sind Feuchtgebiete, zu denen auch Moore zählen, weltweit bedroht oder bereits zerstört. Dabei sind sie Garanten für Artenvielfalt und Klimaschutz. Sie bieten den Menschen unter anderem Schutz vor Dürre und Überschwemmungen, reinigen Wasser und regulieren das Mikroklima. In Deutschland sind 95 % der früheren Moore entwässert und heute nicht mehr als solche zu erkennen.