Aktuelles/alle Beiträge

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Fentastisch!

Übergabe der Fördermittel für das Moorzentrum: Bundesumweltminister Carsten Schneider, Susanne Abel (GMC), Rektorin Prof. Dr. Katharina Riedel, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (Foto: Tom Kirschey)

Förderung für GMC

08/07/2026  Im Rahmen einer auswärtigen Kabinettssitzung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern mit Vertreter*innen der Bundesregierung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bund in Berlin am 7. Juli 2026 haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen Förderbescheid zum Ausbau der Moorforschung an die Universität Greifswald übergeben. Seit Juli 2026 fördert das Bundesumweltministerium das Forschungsvorhaben mit insgesamt rund 14 Millionen Euro. Die Förderung schafft die Grundlage für die Weiterentwicklung der Moorforschung sowie den Aufbau des Greifswald Moor Instituts (GMI). Mehr in der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums und der Pressemitteilung der Universität Greifswald.

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Paludikultur-Newsletter 2/2026

Jetzt lesen!

06/07/2026  Die neue Ausgabe des Paludikultur-Newsletters ist raus.

Die Themen dieser Ausgabe:

•    Erfrischend: Moore und Bier

•    Doppelter Klimavorteil: Moor und PV

•    Interview zu Mücken, Moor und Mythen

Weitere Inhalte sind unter anderem: ein neues Infopapier zur Bedeutung von Mooren und Wasserressourcen, Informationen zur aktuellen Workshopreihe für Fachinteressierte und das Aftermovie der Konferenz RRR2025.

Der Newsletter wird vom Projekt PaludiZentrale bereitgestellt und finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Mehr Themen und aktuelle Termine im Veranstaltungskalender

Wir sind gerne in Kontakt mit unseren Lesern. Welche Themen können wir im Paludikultur-Newsletter aufnehmen, welches Feedback haben sie an uns? Gerne per E-Mail schreiben an communication@greifswaldmoor.de.

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Global Peatlands Initiative

Güeppi Sekime National Park Crédito © Diego Pérez  WWF Peru

Partnertreffen in Peru

04/07/2026  Um mehr für die Moore zu erreichen, bemühten sich mehr als 100 Teilnehmer beim jüngsten 4. Partnertreffen der Global Peatlands Initiative (GPI4) in Lima/Peru darum, in einem einem intensiven dreiseitigen Wissensaustausch diese Bereiche miteinander zu verknüpfen:

  • Feldforschung in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten,
  • jahrzehntelange Arbeit mit lokalen Gemeinschaften
  • wachsende Erfahrungen mit Finanzinstrumenten und nationalen politischen Prozessen

Vertreter*innen indigener Völker sowie Regierungsvertreter*innen vieler Länder berichteten über ihre Erfahrungen bei der Integration von Mooren in nationale Rechts-, Planungs- und Überwachungssysteme.
Ergänzt mit traditionellen Tänzen aus Peru und der wunderbaren kulturellen Darbietung von Musikern aus der Demokratischen Republik Kongo – machte das Treffen einen entscheidenden Punkt deutlich: Moore haben eine reiche kulturelle Dimension – sie werden nicht allein durch wissenschaftliche Fakten gerettet, sondern auch durch Kunst, Emotionen und Liebe.
Mitglieder des Greifswald Moor Centrum stellten ihre Arbeit vor zu:

  • wissenschaftlichen Ergebnissen der Moorforschung, darunter die „Global Peatland Map“, den „Global Peatland Hotspot Atlas“ und die „Peatland Breakthrough Targets“,
  • Instrumenten und Mechanismen zur Unterstützung der Einbindung von Mooren in NDCs und NBSAPs,
  • die Europäische Peatlands Initiative,
  • Torfbildung und langfristige Kohlenstoffspeicherung,
  • sowie zu zentralen Konzepten und Definitionen für die Renaturierung und Wiedervernässung von Mooren.

Das vierte Treffen der Partner der Global Peatlands Initiative in Peru bekräftigte, dass der Schutz von Mooren entscheidend für das Klima, die Artenvielfalt und die Lebensgrundlagen ist. Von der Wissenschaft bis hin zu gemeindebasierten Maßnahmen ermöglichte GPI4 den Partnern, Erfahrungen auszutauschen, Allianzen zu stärken und eine gemeinsame Agenda für diese lebenswichtigen Ökosysteme voranzutreiben. Ihre Beiträge zu einer 10-Jahres-Strategie für die GPI werden in Kürze vorliegen.

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Erste Paludi-Summer School

Teilnehmende der Paludi-Summer School im Feld

Torf unter den Fingernägeln, neue Ideen im Kopf

29/06/2026 20 Nachwuchswissenschaftler*innen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, davon viele aus PaludiNetz-Projekten, kamen im Juni für zehn Tage zur ersten Paludikultur Summer School zusammen. Diese wurde organisiert vom Projekt PaludiZentrale, einer Zusammenarbeit zwischen dem Thünen-Institut sowie der Universität Greifswald und der Michael Succow Stiftung, beide Partner im Greifswald Moor Centrum.

Zwischen dem Beginn der Summer School in Braunschweig und dem Ende in Greifswald erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm entlang eines breiten Spektrums paludikulturrelevanter Themen. Den Kern bildeten die Grundlagen organischer Böden, Moorhydrologie, Biodiversität, Treibhausgasmessungen sowie die sozioökonomischen und technischen Aspekte der Paludikultur. Ergänzt wurden die theoretischen Einheiten durch Laborbesuche und Exkursionen, die zahlreiche Gelegenheiten boten, das Gelernte durch Anschauung zu vertiefen oder direkt in die Praxis umzusetzen. Zusätzlich ermöglichte die Postersession einen intensiven Austausch unter den Teilnehmenden, aber auch mit Forschenden des Thünen-Instituts, die an der Präsentation der Forschungsarbeiten teilnahmen (Link zu den Interviews). So verließen die Teilnehmenden die Summer School nicht nur mit Torf unter den Fingernägeln, sondern auch mit vielen neuen Fragen zur optimalen Platzierung von Eddy-Kovarianz-Messtürmen und den Herausforderungen hydraulischer Leitfähigkeitsmessungen.

Die Exkursionen führten zu einer Vielzahl von Standorten innerhalb des PaludiNetzes. Zu den Höhepunkten gehörten der Besuch bei MOOSland mit der Beobachtung einer Torfmoosernte und bei RoNNi, wo die Vorbereitungen für die Pflanzung von Rohrkolben in vollem Gange waren. Ergänzt wurde dieses durch die Schilfkulturen des Projekts PaludiMV und einem etablierter Rohrkolben-Anbaustandort in Neukalen sowie mehrere Flächen des Moorboden-Monitorings (MoMoK). Den Abschluss bildete ein naturnahes Niedermoor im Peenetal, ein potenzieller zukünftiger Lebensraum für Umsiedlungsmaßnahmen des Seggenrohrsängers. Die Exkursionen machten die Inhalte aus Seminarraum und Labor greifbar und zeigten die Vielfalt der Ansätze, die derzeit im Bereich der Paludikultur entwickelt und erprobt werden.

Neben dem fachlichen Programm blieb viel Raum für lebhafte Diskussionen, interaktive Spiele, Rollenspiele zum Perspektivwechsel, einen Besuch der Moorbibliothek sowie zahlreiche gemeinsame Aktivitäten. Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden eingeladen, kreativ über die Zukunft der Paludikultur nachzudenken und ihre Hoffnungen, Träume und Visionen für mögliche „Paludi Futures“ zu teilen. Die Ideen reichten von innovativen Wertschöpfungsketten für Paludi-Biomasse mit magischen Sortiermaschinen über groß angelegte, immersive Paludikultur-Parks und revolutionäre lokale Infrastrukturen bis hin zur stärkeren Verankerung der Paludikultur im gesellschaftlichen Bewusstsein mit der „Paludi-Barbie“ in Watstiefeln. Andere Visionen betrachteten die Zukunft der Moore sogar aus der Perspektive einer Libelle. Auf ihre Weise war die Summer School damit selbst ein erster Schritt in Richtung dieser Zukunftsvisionen. Durch das Zusammenbringen von Fachwissen, Neugier und Leidenschaft aus unterschiedlichen Universitäten, Organisationen und Ländern entstanden neue Netzwerke, frische Ideen und spannende Kooperationen. Es wurden Freundschaften geschlossen, Perspektiven erweitert und eine neue Generation von Moorfachleuten ging mit neuer Motivation und Optimismus für die zukünftige Entwicklung der Paludikultur zurück nach Hause.

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Wer von Dürre spricht, muss über Wasser reden

Zweigeteiltes Bild von Dürre und Wiedervernässtem Moor (KI-Generiert)

Neues Informationspapier des GMC

28/06/2026  Nasse und wiedervernässte Moore leisten einen wichtigen Beitrag, um Landschaften widerstandsfähiger gegenüber zunehmenden Trockenperioden und Extremwetterereignissen zu machen. Zwar bleiben die Niederschlagsmengen insgesamt ähnlich wie bislang, aber sie sind ungleicher verteilt. Extremwetterereignisse wie Starkregen und lange trockene Perioden nehmen zu.

Wie Moore den Landschaftswasserhaushalt regulieren, welche Faktoren ihre Wasser­speicherfähigkeit bestimmen und welche Rolle Wiedervernässung für Hochwasser- und Klimaschutz spielt, wird in einem aktuellen Infopapier näher erläutert. Darin wird auch aufgezeigt, unter welchen Bedingungen Wiedervernässung erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Herausforderungen bestehen.

Für den Klimaschutz ist die Wiedervernässung zentral: Um das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2045 zu erreichen, müssten jährlich etwa 80.000 Hektar Moor wiedervernässt werden. Entscheidend ist dabei insbesondere der Rückbau künstlicher Entwässerungssysteme.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Brasilien für Peatland Breakthrough

BU: Brazil's National Committee for Wetlands (CNZU) meeting on Peatland Breakthrough (Photo: Luiza Tedesque)

Bald in Vorreiterrolle?

19/06/2026 Brasilien unternimmt wichtige Schritte, um eine Vorreiterrolle im Rahmen der „Peatland Breakthrough“-Initiative einzunehmen – einer globalen Initiative zur Beschleunigung des Schutzes, der Renaturierung und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Mooren weltweit.
Brasilien beherbergt die weltweit größte bekannte Fläche an tropischen Mooren, die sich über etwa 226.000 km² im Amazonasgebiet, im Cerrado, im Pantanal, im Atlantischen Regenwald, in der Pampa und in den Küstenregionen erstrecken. Trotz ihrer globalen Bedeutung finden Moore in der brasilianischen Umweltgesetzgebung, der Treibhausgasberichterstattung sowie der nationalen und internationalen Klimapolitik kaum Beachtung, wie 53 brasilianische Forscher in einem offenen Brief kritisierten.

Der Nationale Ausschuss für Feuchtgebiete (CNZU) Brasiliens hat nun dem Umweltministerium empfohlen, die „Peatland Breakthrough“-Initiative offiziell zu unterstützen und die Übernahme einer Vorreiterrolle als „Champion Country“ zu prüfen. Die Empfehlung ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Anerkennung von Mooren in der brasilianischen Klima-, Biodiversitäts- und Wasserpolitik.
„Das sind großartige Neuigkeiten für die globale Moorgemeinschaft – angestoßen durch die Klimakonferenz COP30 in Belém hat sich der Austausch mit Moorwissenschaftlern und Naturschützern in Brasilien intensiviert, und wir sind begeistert und sehr dankbar für das Interesse und das Engagement des Landes, sich den globalen Maßnahmen zum Schutz der Moore anzuschließen“, sagte Dr. Franziska Tanneberger, Direktorin des Greifswald Moor Centrum, die zur Teilnahme an der Sitzung des Nationalen Ausschusses für Feuchtgebiete eingeladen worden war.

„Die vom Nationalen Ausschuss für Feuchtgebiete abgegebene Empfehlung spiegelt Brasiliens wachsende Anerkennung von Mooren als strategische Ökosysteme für die Klimaregulierung, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Wasserversorgungssicherheit wider“, sagte Dr. Suelma Ribeiro Silva vom Chico-Mendes-Institut für den Erhalt der biologischen Vielfalt (ICMBio).
Sollte die Empfehlung angenommen werden, würde sich Brasilien neben Peru, Uganda und Deutschland als Vorreiterland der Initiative „Peatland Breakthrough“ anschließen und damit die internationale Zusammenarbeit beim Schutz, der Renaturierung und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Torfmooren stärken.

Über den „Peatland Breakthrough“
Der „Peatland Breakthrough“ ist ein globaler Aufruf zum Handeln unter der Federführung von Wetlands International, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Greifswald Moor Centrum, der in enger Abstimmung mit der Global Peatlands Initiative und in Zusammenarbeit mit der Konvention über Feuchtgebiete entwickelt wurde. Zu den immer zahlreicher werdenden Partnern zählen: das Global Environment Centre, das Landscape Finance Lab, RE-PEAT und The Nature Conservancy.
Der „Peatland Breakthrough“ weist durch drei globale Ziele einen klaren Weg in die Zukunft:

  • Den anthropogenen Verlust von nicht entwässerten Mooren bis 2030 stoppen.

  • Bis 2030 sollen mindestens 30 Millionen Hektar Torfmoore wiedervernässt und renaturiert werden.

  • Bis 2030 sollen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und sinnvolle Nutzung geschaffen werden, und bis 2050 soll diese in allen Mooren umgesetzt sein.

von NK (Kommentare: 0)

Ein Jahr in Mooren

Komm mit nach Melow!

17/06/2026  Jeden Monat entdecken wir gemeinsam Moore in unterschiedlichem Zustand - naturnah, genutzt, degradiert oder wiedervernässt. Dabei geht es um Biodiversität, Nutzungsgeschichte, Klimaschutz und Renaturierung. Am 5. Juli geht die Exkursion ins Moor auf Melow. Das ist von außen unscheinbar, im Inneren überraschend vielfältig: Schilf, Blüten, seltene Arten und unterschiedliche Moortypen erwarten euch auf dieser Exkursion durch Ried und Röhricht. Wo der Weg endet, ist nicht immer klar – genau das macht den Reiz aus. Zum Abschluss gibt es ein gemeinsames Picknick unter dem Weißdorn auf der Halbinsel Melow.

🔹Sonntag, 05. Juli | 10:00–13:00
🔹Treffpunkt: Parkplatz am Sportfischerverein Zarrendorf (bitte Fahrgemeinschaften bilden)
🔹Leitung: Carl Barnick, Andreas Haber@succowstiftung)
🔹Mitbringen: Gummistiefel, Picknick, Neugier – und keine Angst vor Wildschweinen.

Hier gibt es mehr Informationen zu 1 Jahr in Mooren und der Anmeldung.

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

EDELNASS Workshop

3 Jahre Forschung zu Nasswiesenbiomasse

16/06/2026 Was lässt sich aus Nasswiesenbiomasse herstellen – und wie können daraus tragfähige Wertschöpfungsketten entstehen? Nach drei Jahren Forschung stellt das EDELNASS-Projekt seine Ergebnisse dazu vor.

Beim Abschluss-Workshop am 23. Juni 2026 am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie dreht sich alles um die Nutzung von Nasswiesenbiomasse für Papier, Basischemikalien und weitere biobasierte Produkte. Forschende präsentieren ihre Erkenntnisse und diskutieren gemeinsam mit Praxisakteuren, welche Chancen und Herausforderungen für die zukünftige Nutzung nasser Moor- und Feuchtgebietsbiomasse bestehen. Neben den Projektergebnissen stehen insbesondere der Austausch und der Blick nach vorn im Mittelpunkt: Welche nächsten Schritte braucht es, damit innovative Produkte und Wertschöpfungsketten aus nasser Biomasse den Sprung in die Praxis schaffen?

Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr (Empfang ab 10 Uhr) und endet um 16 Uhr. Im Anschluss können Interessierte Labore und Anlagen des ATB besichtigen. Eine Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich. Weitere Informationen und Anmeldung: Online Formular

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Moor in mehr Munde

GMC verkostet kreative Braukunst.

10/06/2026  Moor in mehr Munde – welcher Moorpassionierte wollte das nicht? Die Moorbiere der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer der Störtebeker Braumanufaktur haben einige Moorforschende des Greifswald Moor Centrum daher gerne als Jury verkostet. Bei Geschmäckern und Farben von moorig dunkel bis sumpfdotterblumengelb, war es nicht leicht das Gewinnerbier zu bestimmen! Die Moor&Bier-Kombi ist nicht nur erfrischend. Sie macht es möglich, viele Menschen ungezwungen auf Moore aufmerksam zu machen. Natürlich träumen wir am GMC davon, die „botanicals“ am besten in wiedervernässten Mooren anzubauen, also Felder von Paludikulturen von Gagelstrauch und Moorbirken für den Serienbrau von leckeren Moorbieren. Aber noch gilt: Achtung! Für den Brauwettbewerb haben wir die pflanzlichen Zutaten aus dem Moor mit einer besonderen Genehmigung gesammelt. Besonders in intakten Mooren, die oft unter Naturschutz stehen, darf man Pflanzen nicht pflücken und entnehmen! Mehr Erfahrung zum Moorbierbrauen aus ersten Händen – oder Fässern – gibt es bei der Siegerehrung am 5. September in Stralsund. Bis dahin -Prost!

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

RRR2025 - Aftermovie

Jetzt angucken!

02/06/2026 Genau der richtige Zeitpunkt: Zum International Peatland Day gibt es den offiziellen Aftermovie zur Internationalen RRR Conference 2025. Ein Film über 350 Teilnehmende, 84 Präsentationen, ein gemeinsames Thema - der nachhaltigen Nutzung von Mooren, also Paludikultur.

Der Aftermovie zur RRR2025-Konferenz hat Stimmen aus Ländern Europas, Afrika und den USA eingefangen, die die unterschiedlichen Entwicklungsstände und Potenziale zeigen:

Lorna Parker aus dem Vereinigten Königreich berichtet zum bisher experimentellen Charakter dort und dem beginnenden Rohrkolben-Anbau im Great Fen. Leonard Akwany aus Kenia sieht Paludikultur dort noch in den Anfängen, aber auch große Potenziale für Wasser- und Klimaschutz und den Vorteil, auf europäische Erfahrungen bauen zu können.

Prof. Christian Fritz aus den Niederlanden betont die Stärke von Paludikultur, effektiven Klimaschutz mit wirtschaftlicher Nutzung, Vorteilen für den Wasserhaushalt und das Mikroklima zu verbinden. Wissensvermittlung, wirtschaftliche Anreize und Kooperationen zwischen verschiedenen Akteursgruppen hält er für entscheidend für die weitere Implementierung.

Prof. Harald Grethe aus Deutschland schätzt, dass die Transformation hin zu großflächiger Wiedervernässung und Paludikultur die nächsten 15 bis 25 Jahre in Anspruch nehmen wird. Wiedervernässungen mit erneuerbaren Energien zu verknüpfen sowie den intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis schätzt er dafür als zentral ein.

Orion Blake, Landwirt aus den USA, berichtet über seine Erfahrungen mit nasser Bewirtschaftung im Walkill River Valley. Angesichts von Bodensackungen und zunehmenden Überschwemmungen sieht er in der Paludikultur eine zukunftsfähige Lösung, stößt jedoch auf große Widerstände. Doch mit seinem eigenen Betrieb demonstriert er bereits seit mehreren Jahren, wie sich solche Ansätze lokal und praktisch umsetzen lassen.

Von der Nische fast zum Trend - wie sich Paludikultur in den letzten zehn Jahren entwickelt hat und in Zukunft bestmöglich skaliert werden kann, darüber gibt GMC-Leiterin Franziska Tanneberger einen Einblick. Für sie haben die RRR-Konferenzen seit 2013 einen Beitrag dazu geleistet, indem sie Akteurinnen und Akteure weltweit vernetzt und den Austausch gefördert haben.

Aktuelle nationale Förderentscheidungen wie die Palu-Richtlinie verleihen dem Thema Paludikultur zusätzlichen Auftrieb. Die RRR-Veranstalter Greifswald Moor Centrum und Thünen-Institut sind daher zuversichtlich, auch 2028 wieder Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammenzubringen, um Wissen zu teilen, Netzwerke zu stärken und konkrete Wege für Wiedervernässung und produktive nasse Landnutzung der Moore gemeinsam zu entwickeln.