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Vom Moor zum Markt
LCA für Paludikulturen – wie geht’s?
Greifswald, 7 Januar 2026 Clemens Kleinspehn arbeitet and der Universität Greifswald im Projekt PaludiAllianz daran, die Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus – eine sogenannte Life Cycle Analysis (LCA) – für ein Paludi-Produkt zu berechnen. In diesem Fall ganz konkret für den Versandkarton der OTTO Group, der zu 10 % aus Biomasse nasser Moore besteht.
Im aktuellen Paludikultur-Interview erklärt er, dass dies vor allem die Grundlage liefert für die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit von Paludikultur-Produkten. Die Herausforderung dabei: Bisher fehlen in internationalen Ökobilanz-Datenbanken Daten zu Paludikultur-Produkten. Clemens Kleinspehn zeigt nicht nur, wie das Projekt diese Datenlücken schließt, an welchen Konkurrenzprodukten sich die Analyse orientieren kann und auf welche Einflusskategorien wie Wasser- und Energieverbrauch, Biodiversität sowie Treibhausgasemissionen sie sich konzentriert. Er thematisiert auch, wie wichtig die Transparenz der LCA ist, da es keine verbindlichen Standards
Die LCA für den Versandkarton soll nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern Unternehmen und interessierten Verbraucher*innen eine fundierte Basis für Entscheidungen bieten. „Klimabilanzen sind heute ein wichtiges Kaufkriterium“, betont Kleinspehn. „Unsere Ergebnisse werden veröffentlicht, damit Produzenten und Interessierte Paludikultur-Produkte besser bewerten können.“ Die Analyse wird voraussichtlich in sechs Monaten abgeschlossen sein.
We wish you rewetted peatlands
🎵… and a Happy New Year!
22/12/2025 Das ist unsere Moor-Variante für den Refrain des Weihnachtjingles. Wir senden es an alle Moorliebhaber und hoffen, dass es 2026 Wirklichkeit wird - so weit wie möglich.
Zum Ende des Jahres 2025 möchten wir uns bei allen unseren Freunden, Followern und Partnern für ihre Unterstützung des Greifswald Moor Centrum bedanken. Gemeinsam haben wir große Fortschritt beim Schutz, der Erforschung und bei der Wahrnehmung von Mooren erreicht. Wir freuen uns auf wirkungsvolle Kooperationen und intensives Engagement auch in 2026! ✨
Paludikultur-Newsletter
Frische Ausgabe
17. Dezember 2025 Der neue Paludikultur-Newsletter 4|2025 ist da! Das sind unsere Themen:
- Kuscheln mit Moor: Künstler Daniel Hengst schafft textile Moorpflanzen, in denen Paludikultur drin steckt
- Moore post-COP30: Was wurde auf der Weltklimakonferenz in Belém für Moore erreicht und wie sind Perspektiven auf kommende COPs? Einschätzungen von Franziska Tanneberger
- Vom Moor zum Markt: Clemens Kleinspehn analysiert die Umweltwirkung eines Paludi-Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus. Warum das wichtig ist, erklärt er im Interview.
- Anti-Matsch-Matten aus dem Moor – Paludikultur-Biomasse hilft beim Wacken-Festival
- Sneak peek auf PaludiScout: Bald startet die zentrale Plattform für Spezialtechnik für das Bewirtschaften nasser Flächen.
- Eröffnung: Die Moorbibliothek in Greifswald hat jetzt ein neues zuhause - mehr über den Wissensspeicher und Begegnungsort
Plus: weitere Themen und aktuelle Termine im Veranstaltungskalender!
Wir sind gerne in Kontakt mit unseren Lesern. Welche Themen können wir im Paludikultur-Newsletter aufnehmen, welches Feedback haben Sie an uns? Gerne per E-Mail schreiben an communication@greifswaldmoor.de.
Neuer Resilienz-Check für Deutschland
mit Paludikultur und Agri-PV/Moor-PV
11/12/2025 Im aktuellen Resilienz-Dossier informiert das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) die Abgeordneten zu möglichen Entwicklungen beim „Wassermanagement in der Landwirtschaft“ bis 2050. Darin auch enthalten: die Potentiale neuer Nutzungsformen wie Agri-PV (sowie Moor-PV) und Paludikultur auf wiedervernässten und zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen (Link zum Dossier: Neue Bewitschaftungsformen).
Insbesondere Agri- und Moor-PV hält das Dossier für aussichtsreich. Die Teilverschattung durch PV-Module könne die Verdunstung reduzieren und damit Wasserressourcen schonen, heißt es darin. Außerdem: „Für Photovoltaik-Anlagen auf wiedervernässten Moorböden (Moor-PV) … wird in Deutschland ein geschätztes technisches Potenzial von 440 bis 880 GWp angenommen. Dies entspricht ungefähr dem Vier- bis Achtfachen der derzeit in Deutschland installierten Photovoltaik-Leistung und verdeutlicht das enorme Energiepotenzial dieser Nutzung.“ Allerdings ist unser Wissenstand zu den Effekten von Moor-PV noch eingeschränkt und es braucht noch weitere Forschung, bevor man die großflächige Umsetzung empfehlen kann. Projekte wie MoorPV und MoorPower untersuchen dies.
Paludikultur schätzt das Dossier so ein: „Die Landwirtschaft auf wiedervernässten Moorflächen mit Torferhalt, als ‚Paludikultur‘ bezeichnet, führt … derzeit noch ein Nischendasein … Das könnte sich aber mit Blick auf 2050 aufgrund der großen Klimaschutzpotenziale ändern.“
Als Experten haben seitens des Greifswald Moor Centrum Prof. Dr. Gerald Jurasinski, Carl Pump und Dr. Wendelin Wichtmann beigetragen.
Zu den Resilienz-Dossiers:
Der Resilienz-Check und das resultierende Dossier ist eine Beratungsleistung für den Deutschen Bundestag und dienen als Hintergrundinformation für Fachausschüsse, aber auch gesellschaftlichen Akteure und die Öffentlichkeit. Darin werden Potentiale wissenschaftlich-technischer Entwicklungen analysiert und mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft diskutiert. Jährlich steht ein infrastrukturbezogenes Thema im Fokus. Die Ausgabe des Resilienz-Checks in 2026 wird sich auf „Cybersicherheit in der Forschung“ konzentrieren.
Das große Streuen
300 m³ Torfmoos auf 6 ha
05/12/2025 Auf insgesamt 6 Hektar wurden 300 m³ Torfmoose in MOOSland ausgebracht. Das Projekt will, dass eine kleine Pflanze groß rauskommt – das Torfmoos.
Als nachwachsender Rohstoff kann es Torf im Gartenbau, z.B. in der Gemüseproduktion ersetzen. Es lässt sich auf wiedervernässten degradierten Hochmooren klimafreundlich anbauen und schneidet mit insgesamt nur 10 t CO₂-Äq./ha/Jahr (inkl. Ernte, vgl. Daun et al. 2023) bei den THG-Emissionen dreimal besser ab als ein Hochmoorgrünland (32 t).
Forschungsprojekte aus den vergangenen 20 Jahren haben gezeigt, dass Torfmoosanbau funktioniert. Auf den MOOSland-Versuchsflächen im Hankhauser und im Barver Moor wird die Anbaumethode jetzt optimiert.
Die Vorbereitung der Flächen erfolgte besonders schonend: Der Oberboden wurde nur minimal abgetragen, Fahrdämme dienen lediglich als Begrenzung und das Bewässerungssystem wurde minimiert. Die Aussaat erfolgte per Raupe, um den empfindlichen Moorboden zu schonen.
Die Wissenschaftler untersuchen jetzt, wie die Torfmoose in diesem neuen Produktionssystem im Vergleich zum alten wachsen und welche Auswirkungen auf Treibhausgas-Bilanz, Biodiversität, Hydrologie, Nährstoffe, Ökonomie usw. damit verbunden sind. Dabei unterscheiden sich die beiden Standorte hinsichtlich der klimatischen und hydrologischen Bedingungen. Daraus sollen in einem Handbuch Maßnahmen für die erfolgreiche Umsetzung von Torfmoos-Paludikultur und ihre Grenzen abgeleitet werden. Beide Demonstrationsflächen dienen zudem als Anschauungsobjekte für zahlreiche interessierte Gruppen und insbesondere für den parallel stattfindenden Stakeholderprozess in den beiden Landkreisen.
🔗 Mehr über das Modell und Demonstrationsvorhaben MOOSland auf moosland.net
Wenn Wissen, Politik anschiebt
Forschungspreis für GMC-Vertreterinnen
04/12/2025 Wissen nicht nur produzieren, sondern es in die Politik einbringen - am 11. Dezember werden Umweltjuristin Prof. Dr. Sabine Schlacke und die Moorkundlerin PD Dr. Franziska Tanneberger dafür mit dem Greifswald Research Award ausgezeichnet. Der Greifswald University Club verleiht diesen zu herausragenden Leistungen in angewandter Forschung. Zur festlichen Verleihung ab 16 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Den Festvortrag „Globaler Klimaschutz durch Gerichte – bahnbrechende Lösung oder gefährlich übergriffig?“ hält Prof. Dr. Andreas Korbmacher, Präsident des Bundesverwaltungsgerichts. Anmeldungen bis zum 11.12.2025, 12:00 Uhr, an pressestelle@uni-greifswald.de. Mehr in der Medieninformation der Universität Greifswald.
Unsere post-COP30 Serie zu Moor
Ergebnisse und Perspektiven in kurz
28/11/2025 Wir haben Franziska Tanneberger um ihre Einschätzung gebeten - was hat die kürzliche COP30 für Moore gebracht? Als Mitglied der deutschen Delegation war sie vor Ort in Belém und fasst die Bemühungen zusammen, wissenschaftliche Erkenntnisse über Moore und ihre Klimaschutzwirkung in der politischen Agenda für praktische, großflächige Maßnahmen zu verankern.
Ganz wichtig dabei: der Preatland Breakthrough am 17. November – ein globaler Aufruf zum Handeln einer starken Allianz für Moore, organisiert von Greifswald Moor Centrum und Partnern. Warum es sich noch nicht um den eigentlichen Durchbruch handelte, sondern lediglich um die wissenschaftliche Veröffentlichung von Science-based Framework for Global Peatland Targets & Guiding Principles im Vorfeld, erklärt Franziska in diesem Video: COP30 Series – Part 6: #Peatland Breakthrough – not yet, but...
Dennoch war das Side-event ein beachtlicher Erfolg: Deutschland reihte sich ein neben Peru und Uganda, ein Vorreiter für den Peatland Breakthrough zu sein. Die Initiative zielt darauf ab, Maßnahmen zum Schutz, zur Wiedervernässung und zur Restaurierung weltweit zu beschleunigen und zu mobilisieren sowie deren nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung zu ermöglichen.
Franziska Tanneberger betont außerdem, dass die Aufnahme wissenschaftlich fundierter Ziele für Torfmoore in den offiziellen Ergebnisbericht der Globalen Klimaschutzagenda der COP 30 | UNFCCC ein ermutigendes Ergebnis darstellt. Weitere Informationen zu Torfmooren finden Sie dort auf Seite [Seitenzahl einfügen]. 18. Erfahren Sie mehr dazu in diesem Video: COP30 Series - Part 4: COP 30 Outcome
Kommende Klimakonferenzen (COPs) rücken Moore in den Fokus: Der nächste Weltklimagipfel (UNCCC) findet in Antalya/Türkei unter australischer Führung statt. Australien verfügt zwar nicht über so viele Torfgebiete wie Brasilien – das tropische Land mit den größten Torfgebieten –, doch gibt es zahlreiche Aktivitäten zum Schutz dieser Ökosysteme, insbesondere in den benachbarten Kaukasusländern. Auch die nächste Konferenz des Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) in Ulaanbaatar/Mongolei wird sich voraussichtlich mit Torfgebieten befassen. Mehr dazu in: COP30 Series - Part 5: #COP30 Preview next COP
Weitere Informationen zu Veranstaltungen zum Thema Torfgebiete auf der COP30 unter Beteiligung des Greifswalder Moorzentrums finden Sie in dieser Pressemitteilung der Universität Greifswald.
Peatland Breakthrough at COP30
Deutschland wird Champion Country
18/11/2025 Im Rahmen zweier hochrangiger offizieller COP30-Side-Events in Belém/Brasilien gab es einen ersten großen Schritt in Richtung eines Peatland Breakthrough: Der Science-Based Framework for Global Peatland Targets and Guiding Principles wurde vorgestellt – ein Meilenstein, der klare globale Ziele zum Schutz eines der wirkungsvollsten natürlichen Klimaverbündeten des Planeten setzt. Gleichzeitig wurde der Unterstützungsprozess offiziell eröffnet, in dem Regierungen und nichtstaatliche Akteure eingeladen sind, sich der internationalen Koalition anzuschließen.
Ein zentrales Highlight für den Moorschutz bei diesem Klimagipfel war Deutschlands Ankündigung, dem Peatland Breakthrough als Champion Country beizutreten und damit den globalen Schwung für den Schutz von Mooren weiter zu stärken. Deutschland reiht sich damit ein neben Peru und Uganda, die nationale Maßnahmen mit den neuen wissenschaftsbasierten Zielen abstimmen. Moore bedecken nur 3–4 % der weltweiten Landfläche, speichern jedoch bis zu ein Drittel des globalen Bodenkohlenstoffs – doppelt so viel wie die weltweite Wald-Biomasse. Dennoch verursachen degradierte Moore 4–5 % der jährlichen menschengemachten Emissionen. Der neue Rahmen soll diesen Trend durch koordinierte globale Politik, Investitionen und Umsetzung umkehren.
Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, betonte die Dringlichkeit von Maßnahmen, um das deutsche Netto-Null-Ziel bis 2045 zu erreichen:
„In Germany we drained 95% of our peatlands, and today we see the consequences. Peatlands now account for 7.5% of our national greenhouse-gas emissions, which makes restoring them one of our biggest challenges — and essential to reach our 2045 net-zero target. Rewetting is the way to stop emissions from drained peatlands, and in the future rewetted areas may even contribute to negative emissions. This is why Germany is investing billions in rewetting and why we are working closely with partners around the world, from Eastern Africa to Patagonia, to accelerate peatland restoration.”
Mit dem Startschuss in Belém ebneten die Partner*innen den Weg für den offiziellen globalen Launch des Peatland Breakthrough im Jahr 2026 und riefen Länder und Organisationen weltweit dazu auf, die neuen Ziele zu unterstützen und sich an der gemeinsamen Arbeit zu beteiligen, um das volle Klimapotenzial von Mooren freizusetzen.
Mehr in zwei ausführlicheren Artikeln dazu:
- The Peatland Breakthrough Launches Science-Based Global Targets and Opens Call to Join (auf English)
- Germany joins the Peatland Breakthrough as a Champion Country (auf Englisch)
Über den Peatland Breakthrough
Der Peatland Breakthrough ist ein gemeinsamer globaler Aufruf zum Handeln, geleitet von Wetlands International, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Greifswald Moor Centrum und dem Landscape Finance Lab, entwickelt in enger Abstimmung mit der Global Peatlands Initiative, den High-Level Climate Champions und der Ramsar-Konvention. Zu den wachsenden unterstützenden Partnerorganisationen zählen das Global Environment Centre, RE-PEAT und The Nature Conservancy.
Weitere Informationen auf Englisch:
The Peatland Breakthrough
Germany joins the Peatland Breakthrough as a Champion Country
Full Report │ The Peatland Breakthrough Science-based Framework for Global Peatland Targets and Guiding Principles
Info Brief │ The Peatland Breakthrough │ Science-based Framework for Global Peatland Targets & Guiding Principles
Neuer Paludikultur-Newsletter
Aktuelle Ausgabe frisch veröffentlicht
18/11/2025 Viel Nutzwert in der neuen Ausgabe des aktuellen Newsletter mit News zu
- 3x Förderung für Paludikulturprojekte
- 2x Umfragen zu Paludikultur
- 1x Paludikultur-Summer School
Außerdem
- im Paludikultur-Interview: Pauldi in Kaskade – vom Feld, in den Stall, in den Tank
- Das große Streuen - MOOSland bringt Saatgut aus in großem Stil
- Filmreihe zu How tos der Wiedervernässung
Wir sind gerne in Kontakt mit unseren Lesern. Welche Themen können wir im Paludikultur-Newsletter aufnehmen, welches Feedback haben sie an uns? Gerne per E-Mail schreiben an communication@greifswaldmoor.de.
MoorNet-Abschluss
mit nützlichen Outcomes
18/11/2025 Von 2022 hat MoorNet als Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur fachlichen Begleitung die Umsetzung der Nationalen Moorschutzstrategie und Vernetzung von Moorschutzakteuren in Deutschland begleitet. Mit nützlichen Outcomes, die weiter öffentlich verfügbar sind:
Die MoorNet-Projektdatenbank bietet Infos zu Projekten, Förderungen und Institutionen. Neue Projekte können dort über ein Formular registriert werden.
Aktuelles zu Moor versendet die MoorNet-Mailingliste, für die Interessierte sich weiterhin registrieren können.
Die MoorNet-Abschlusstagung 2025 Mitte November hat gezeigt, wie viel Fachwissen, Engagement und Erfahrung in der deutschen Moorschutz-Community steckt. Mehr als 150 Teilnehmende aus Verwaltung, Praxis und Wissenschaft haben drei Tage lang Wissen geteilt, Erfahrungen ausgetauscht, Probleme erörtert und Lösungswege diskutiert. Eine Exkursion zu einem brandenburgischen Wiedervernässungsprojekt rundete das Programm ab. Die Präsentationen und ausgewählte Beiträge der Tagung werden in Kürze als Video veröffentlicht – für alle, die Inhalte vertiefen oder nachschauen möchten.








