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RRR2021 – Registrierung + Programm online

RRR2021 – Registrierung + Programm online

100 Präsentationen, leidenschaftliche Keynotes + Kunstevents

02/02/2021  Die Registrierung für die virtuelle Konferenz "Erneuerbare Ressourcen aus nassen und wiedervernässten Mooren - RRR2021" vom 9. bis 11. März 2021 ist ab jetzt möglich und das vorläufige Programm online. Die RRR2121 wird Wissen über Paludikultur weltweit teilen und erweitern. Neben leidenschaftlichen Hauptvorträgen werden mehr als 100 wissenschaftliche Vorträge und Poster in 21 Sitzungen präsentiert. Die Sitzung zum Thema „Finanzierungsmöglichkeiten für Lebensgrundlagen aus nassen Mooren“ wird gemeinsam mit FAO, UNEP, IUCN und WWF organisiert. Als Ausgleich für Exkursionen - normalerweise einer der angenehmsten Teile von Konferenzen - nimmt Sie die RRR2021 mit auf vier inspirierende virtuelle Paludikultur-Touren. Ein Literaturabend, Workshops und eine Kunstsession bilden weitere Highlights. Produkte, Techniken und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Feuchtgebieten können in der virtuellen Ausstellungshalle besichtigt werden. Mit Diskussionsforen, offenen Räumen und persönlichen Gesprächen bietet die virtuelle Plattform die besten Möglichkeiten zum Networking mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der ganzen Welt. Die RRR2021-Konferenz wird von den Partnern im Greifswald Moor Centrum organisiert.

RRR2021-Postkarte (Foto: T. Dahms)

2 Stiftungen, 1 Kooperation = mehr für Moor und Klima

2 Stiftungen, 1 Kooperation = mehr für Moor und Klima

Umweltstiftung Michael Otto und GMC kooperieren

02/02/2021 Die Wiedervernässung von Mooren bietet ein überdurchschnittliches großes und bisher kaum genutztes Potential für ökosystembasierten Klimaschutz sowie auch für Anpassung. Angesichts der Klimakrise ist es dringlich, dieses Potential zu nutzen und sich dabei ambitionierte Ziele zu setzen. Das Gesamtziel bis zum Jahr 2050 muss die Wiedervernässung fast aller entwässerten Moore sein – eine wahre Herkulesaufgabe. Auf dem Weg dorthin muss ein Transformationspfad ambitionierte Zwischenziele abstecken und Perspektiven bieten, eine Vielzahl von Partnern einzubeziehen.
Zurzeit wächst endlich die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Moore. Die Bundes- und Landespolitik beziehen Maßnahmen für Moorwiedervernässung in Klimaschutzplanungen ein, Verbände und Unternehmen werden stärker darauf aufmerksam. Nun ist es entscheidend, neue und starke Allianzen zu begründen, die sich für Moore als naturbasierte Lösung für Klimaschutz und Standort für Bioökonomie und grünes Wachstum einsetzen. Dabei muss eine enge Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis gewährleistet werden.
Die Umweltstiftung Michael Otto und die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, beginnen daher 2021 eine langfristige Kooperation zur Moorklimaschutz. Dabei werden ihre umfangreichen Netzwerke, Erfahrungen und Kompetenzen strategisch zusammengeführt. Das Vorhaben verfolgt drei Ziele: 1. Die praktische Demonstration von Potentialen von Moorschutz für den Schutz von Klima und Biodiversität. 2. Die Aktivierung von Wirtschaftsunternehmen für die nachhaltige Nutzung von nassen Mooren durch Wertschöpfung aus Paludikulturen und durch Kohlenstoffzertifikate. 3. Das Eintreten für verbesserte Rahmenbedingungen für Moorschutz in der Klima- und Landwirtschaftspolitik von Bund, Ländern und EU. Wir freuen uns, Sie über die Fortschritte unseres Projekts auf dem Laufenden halten zu dürfen.

 

WWD – der weltweite Tag der Feuchtgebiete 2021

„Wetlands and Water“ – der weltweite Tag der Feuchtgebiete 2021

Prof. Joosten speaking at the GLF 2018 (A. Piegenschke)

GMC zeigt Moore als Puffer und Filter

02/02/2021  In diesem Jahr macht der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD)  am Dienstag 2. Februar unter dem Motto „Wetlands and water" auf Moore und deren Bedeutung für die Süßwasser/Frischwasservorkommen der Erde aufmerksam. Das Greifswald Moor Centrum (GMC) bietet dazu passend ein neues Faktenpapier (GMC factsheet Wetland buffer zones - greifswaldmoor.de) über Moore als Pufferzonen, die Nährstoffe aus der Landwirtschaft zurückhalten und Wasser filtern und damit Mensch und Natur eine Lebensgrundlage sichern. Der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) stellt seit langem Moore und andere Feuchtgebiete in den Mittelpunkt.
Seit 1997 wird er jährlich am 2. Februar begangen, anlässlich der Verabschiedung der Ramsar-Konvention 1971, dem internationalen Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete. Allerdings wurden seitdem 35% der Feuchtgebiete u.a. durch Verschmutzung, Landwirtschaft, Überfischung weiter zerstört. Dabei bieten sie für den Menschen unverzichtbare Ökosystemleistungen: Moore filtern und speichern Wasser, kühlen zudem die Landschaft und bieten Puffer bei Überschwemmungen. Sie speichern darüber hinaus in ihren Torfen Kohlenstoff – mehr als die gesamten Wälder weltweit. Sie reinigen auch die Luft, bieten Raum zur Naherholung und sogar neue Einkommensmöglichkeiten. Biomasse von Mooren kann als Bau-, Futter- und Heizmaterial dienen oder als Ersatz für fossilen Torf im Gartenbau.

 

Neuer Fleischatlas wirft Blick auf Moor

Neuer Fleischatlas wirft Blick auf Moor

Warum „Moormilch“ schlecht ist fürs Klima

07/01/2021 Der CO2-Fußabdruck von einem Liter „Moormilch“, egal ob bio oder nicht, ist fünfmal so hoch wie der von Milch von anderen Weiden – wie geht das? Den unsichtbaren Klimaschaden aus dem Zusammenhang von Tierhaltung, Nahrungsmittelproduktion und Boden erklärt Sabine Wichmann (GMC) im aktuellen Fleischatlas: Entwässerte und für Landwirtschaft genutzte Moorböden setzen den im nassen Zustand konservierten Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre frei. Diese Emissionen verursachen einen hohen Klimaschaden und gehören in die Klimabilanz von Nahrungsmitteln. Für den Verbraucher ist dies bisher jedoch nicht erkennbar – eine Kennzeichnung würde hier helfen. In Deutschland machen diese Moorböden nur 7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche aus, doch ihre Entwässerung ist für 37 Prozent der Treibhausgasemissionen von Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Landnutzung verantwortlich. In der gesamten EU sieht es ähnlich aus.

 

Milch und Moor (Grafik: Fleischatlas 2021 | Bartz/Stockmar CC-BY-4.0)

Deutsche Moorschutzstrategie

Deutsche Moorschutzstrategie

GMC veröffentlicht Stellungnahme

18/12/2020 Zur Moorschutzstrategie der Bundesregierung hat das Greifswald Moor Centrum eine Stellungnahme veröffentlicht. Bis zum 18. Dezember war die Öffentlichkeit aufgefordert, das im November veröffentlichtes Diskussionspapier zu kommentieren.
Dass eine Deutsche Moorschutzstrategie die bereits auf Landesebene bestehenden Strategien, ergänzt, bewertet das Greifswald Moor Centrum positiv, ebenso die Breite der abgedeckten Themen und Sektoren. Die Ziele des Papiers bleiben jedoch weit hinter dem zurück, was erforderliche wäre, um die Verpflichtungen Deutschlands zum internationalen Klimaschutz zu erreichen. Um den Anforderungen des Paris-Abkommens gerecht zu werden, ist ein Reduzieren der Treibhausgasemissionen von 5 Mio. t CO2-Äq. durch Moorwiedervernässung bis 2030 zu wenig. Das wären nur 11 % Einsparung gegenüber den momentan emittierten 47 Mio. t CO2-Äq., von denen 40 Mio. t CO2-Äq. der Landwirtschaft direkt anzurechnen sind. Insgesamt muss die Gesellschaft die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % reduzieren! Auch wie die Ziele erreicht werden sollen, bleibt zu unkonkret und wenig quantifizierbar. Aus wissenschaftlicher Sicht besteht hier noch Nachbesserungsbedarf.

Stark verwässert

Stark verwässert

Moorschutz in Entwurf der EU-GAP 2020 ungenügend

27/11/2020 Beim Thema Moore sind die Ende Oktober beschlossenen Änderungsvorschläge von Agrarministerrat und Parlament für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union ab 2023 ungenügend. Moore sind in den Bestimmungen zum Erhalt landwirtschaftliche Flächen in "gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand" (GLÖZ) behandelt. Der Agrarministerrat hat den ursprünglich vorgesehenen „Angemessenen Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“, also Mooren, abgeschwächt und hinausgezögert zu „Minimaler Schutz von Feuchtgebieten und Mooren spätestens ab 2025“. Das Parlament beschloss hingegen die Formulierung „Effektiver Schutz von Feuchtgebieten und angemessener Erhalt von Mooren“, die viel Interpretation zulässt. Wäre ein bloßer Erhalt von Moorflächen gemeint, würden sehr viele dieser Böden durch bestehende Entwässerung weiter degradieren und weiter beängstigend hohe Treibhausgasemissionen verursachen. Einen Lichtblick gibt es: Paludikultur soll beihilfefähig werden! Das würde die nasse Bewirtschaftung der Landwirtschaft auf entwässerten Böden gleichstellen und die flächenbezogenen Direktzahlungenermöglichen. Das Informationspapier Peatlands in the EU CAP des Greifswald Moor Centrum und vieler Partner erklärt, wie Moore und Moornutzung angemessen in der GAP berücksichtigt werden könnten. Konkrete Hinweise zum GLÖZ2 in Deutschland gibt das Informationspapier GLÖZ 2 „Angemessener Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“. Eine Übersicht der Instrumente für eine klimaverträgliche Moornutzung in Deutschland haben Autoren von Greifswald Moor Centrum und Deutschem Verband für Landschaftspflege in “Berichte über Landwirtschaft” veröffentlicht.

Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus

Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus

Online-Infotag: Verwertung von Moor-Biomasse

03/11/2020 Am 10. und 11. Dezember bieten das Greifswald Moor Centrum und der Deutsche Verband für Landschaftspflege jeweils von 10-12 Uhr via Zoom die kostenfreien Video-Veranstaltung zu Bioökonomie mit Klimaschutz-Bonus - Verwertung von Moor-Biomasse. Die Session des ersten Tages dreht sich um die stoffliche Nutzung, die Session am zweiten Tag befasst sich mit energetischer Nutzung und Substraten. Die Infoveranstaltung gibt mit Vorträgen von Beispiel-Betrieben und Experten einen praxisnahen Überblick, wie sich die Biomasse von nassen Mooren nutzen lässt, welche Absatzmärkte es gibt, und wie diese für Schilf, Seggen, Rohrkolben oder Torfmoos angepasst und etabliert werden können. Aktuell ist die Biomasse aus nassen Mooren ein anspruchsvoller Rohstoff, für den die Absatzmärkte noch ausgebaut werden müssen. Ihr großer Vorteil: Sie kann auf verschiedene Weise zum Klimaschutz beitragen: durch die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen im Moor, den Ersatz fossiler Rohstoffe und durch langfristige Festlegung z.B. in Baustoffen. Ob als Verpackung, Formteil, Dämmstoff, Torf-Ersatz oder zur Erzeugung von Wärme oder Strom – in jedem Produkt steckt Klimaschutz.
Für eine Anmeldung schreiben Sie eine kurze E-Mail an sekretariat@lpv.de. Sie bekommen daraufhin rechtzeitig einen Einwahllink zur Veranstaltung zugeschickt. Die Veranstaltung wird im Rahmen des MoKli-Projektes organisiert. Das Projekt wird gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutz­initiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Vogel des Jahres - es kann nur einen geben!

Vogel des Jahres - es kann nur einen geben!

#TeamSeggi für den Seggenrohrsänger als Vogel des Jahres 2021 (Bild: S. Meier)

Voten für den Seggenrohrsänger

30/10/2020 Der Wahlkampf hat begonnen! Die Nominierungen für den Wettbewerb „Vogel des Jahres 2021“ laufen bis 15.12.2020. #TeamSeggi, darunter das Greifswald Moor Centrum, setzt sich für „Seggi first!“ ein: Macht den kleinen Vogel wieder groß und unterstützt unsere Nominierung des Seggenrohrsängers.
Der Seggenrohrsänger ist weltweit vom Aussterben bedroht. In Deutschland lässt er sich seit 2014 nicht mehr nachweisen. Der „Seggi“ lebt in Seggenbeständen nasser Niedermoore. Mit der großflächigen Entwässerung von Moorböden ist er fast aus Deutschland verschwunden. Der Seggenrohrsänger ist also auch ein Indikator für intakte Moore und damit ein kleiner geflügelter Klima-Botschafter.
Und es gibt Hoffnung: Im vergangenen Jahr konnten Seggenrohrsänger von Weißrussland nach Litauen gebracht und dort in restaurierten Niedermooren wieder angesiedelt werden. Die Nominierung zum Vogel des Jahres 2021 würde nicht nur dem Seggenrohrsänger Aufwind geben, sondern auch Mooren und ihrer Bedeutung für den Klimaschutz Aufmerksamkeit verleihen. Den aktuellen Wissensstand zu Ökologie, Habitatmanagement und Schutz des Seggenrohrsängers fasst das Aquatic Warbler Conservation Handbook zusammen. Information biete auch die Website des Aquatic Warbler Conservation Team (AWTC), dem auch GMC-Wissenschaftlerinnen angehören.

Kämpferinnen und Königinnen

Kämpferinnen und Königinnen

Neue Literaturabende in der Moorbibliothek

16/10/2020 Ekaterina Galkina, Mady Murie, Betje Polak – die Namen sagen Ihnen nichts? Ändern können Sie das bei den neuen Literaturabenden in der Moorbibliothek am Greifswald Moor Centrum.
Galkina rettete mit ihrem Moorwissen während des 2. Weltkrieges Menschen im belagerten Leningrad. Murie verdoppelte die Schutzgebiete der Arktis. Polak legte unter schwersten Bedingungen die Grundlagen der Moorforschung in den Tropen.
Moorkundler und Bibliophil Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten stellt diese und weitere Heldinnen der Moore ab 21. Oktober bei den Literaturabenden 2020/21 in Programmbibliothek zu Moor und Naturschutz (Peatland and Nature Conservation International Library, PeNCIL) vor. Bis März ist an einem Mittwoch im Monat Moorabend im Goldzimmer der Ellernholzstr. 1/3 von 19-21 Uhr. Während der Veranstaltungen ist das Tragen eines Mundschutzes als Maßnahme gegen Covid-19 Pflicht. Die Teilnahme ist kostenlos und jeweils auf zehn Teilnehmende begrenzt. Anmeldungen mit Nennung des präferierten Termins per Mail an bibliothek@ greifswaldmoor.de, eine Bestätigung erfolgt. Es gilt “first come, first served”! Während der Veranstaltung werden Ton- und Bildaufnahmen gemacht.

Prof. Hans Joosten beim Literaturabend in der Moorbibliothek (Foto: lensescape.org)

Solar und Windkraft im Moor?

Solar und Windkraft im Moor?

Nur unter nassen Bedingungen

30/09/2020 Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft sind unbestritten ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Werden die Anlagen jedoch auf Moorböden gebaut, müssen diese zugleich vernässt werden (können). Das neue Positionspapier des Greifswald Moor Centrum zu Photovoltaik- und Windkraftanlagen auf Moorböden stellt dar, dass z.B. in Mecklenburg-Vorpommern durch die Vernässung der Moorflächen doppelt so viel Emissionen reduziert werden könnten wie derzeit durch hiesige Windkraftanlagen und sogar siebenmal so viel wie durch die derzeitigen Solaranlagen des Bundeslandes. Eine Kombination mit einer Biomassenutzung aus Paludikulturen auf wiedervernässten Mooren würde zudem nachwachsende Rohstoffe als Alternative zu fossilen Roh- und Brennstoffen produzieren.

Ein weiteres neues GMC-Positionspapier, das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege erarbeitet wurde, weist darauf hin, dass zum Schutz kohlenstoffreicher Böden die Aufnahme des GLÖZ2-Standards („Angemessenen Schutz von Feuchtgebieten und Torfflächen“) in die neue Gesetzgebung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union entscheidend ist. Zudem benennt es Vorschläge für die Ausgestaltung sowie flankierende Maßnahmen. GLÖZ sind Standards für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand im Rahmen der GAP.