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Hochrangig aus Russland

Hochrangig aus Russland

Zu Moorschutz und Wiedervernässung durch Deutschland und die Niederlande

Auf einer Studienreise im April 2015 konnten sich hochrangige Ministeriale aus den russischen Regionen Moskau und Twer zu den Methoden und Umsetzungen von Moorwiedervernässung in Deutschland und den Niederlanden informieren. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) organisierte einen Workshop in Bonn, auf dem das erfolgreiche Modell der MoorFutures vorgestellt wurden. Das innovatives Finanzierungsinstrument für die Moorwiedervernässung hatten Experten des GMC maßgeblich mitentwickelt. Es wurde angeregt diskutiert, wie dieses Modell auch in Russland Anwendung finden könnte. Neben einem Projekttreffen bei Wetlands International in den Niederlanden besuchte die Delegation auch das großflächige Restaurationsprojekt Bargerveen an der deutsch-niederländischen Grenze. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von den großflächigen Wiedervernässung und der zurückkehrenden Natur. Die Reise wurde von Wetlands International und der Michael Succow Stiftung, Partner im GMC, im Rahmen des Projektes Moorrestauration in Russland durchgeführt.

 

Paludikultur in Russland

Paludikultur in Russland bekannter machen

Exkursion zu den Versuchsflächen der Staatlichen Technischen Universität Twer (Foto: Jan Peters)

Paludikultur-Workshop in Twer - ein erster Schritt

Vom 21.-22. April fand an der Staatlichen Technischen Universität Twer (Russland) ein erster internationaler Workshop zum Thema Paludikultur statt. Er sollte Paludikultur in Russland bekannter machen und vor allem die ökonomischen Anreize für die Vernässung zur Vermeidung von Torfbränden und Klimagasen aufzeigen. Vorgestellt wurden Ergebnisse dortiger Pilotversuche zur Schilfkultivierung und –nutzung und Resultate anderer Paludikultur-Projekte, etwa aus dem „Wetland Energy“ Projekt in Belarus. Den Workshop veranstaltete das an die Universität Twer angeschlossene Torfinstitut gemeinsam mit der Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, im Rahmen des Projektes zur Restauration von Mooren in Russland. In Twer hatte sich seit dem frühen 20ten Jahrhundert die russische Moorforschung zur Erschließung der Moore für den Torfabbau zur Energiegewinnung unter der Leitung von Ivan Radchenko entwickelt. Auf den nach ihm benannten, aber 1993 geschlossenen und weitgehend brach liegenden, Moorforschungscampus ‘Radchenko‘ führte während des Workshops eine Exkursion. Noch heute liegen dort die Projektversuchsflächen des Torfinstituts. Für die Zukunft besteht in Twer großes Interesse an einer Kooperation zum Wissensaustausch mit dem Greifswald Moor Centrum (GMC), um die Möglichkeiten einer nachhaltigen Moornutzung weiterhin in Russland zu propagieren.

 

Historikerin forscht in Moorbibliothek

Historikerin forscht in Moorbibliothek

Thema: Torfabbau im Russland

Katja Bruisch (Deutsches Historisches Institut Moskau) arbeitet zur Agrar- und Umweltgeschichte ländlicher Räume im Russland seit dem 19. Jahrhundert mit einem besonderen Fokus auf dem Wechselspiel von Ideologie, Wissen und Politik. Nach einer Dissertation zu Agrarexperten im späten Zarenreich und der frühen Sowjetunion bereits sie derzeit ein Forschungsprojekt zum Torfabbau im Russland des 20. Jahrhunderts vor. In Greifswald beschäftigt sie sich in der Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL) mit Fragen der Moorökologie und -konservierung.

 

Keine Windkraft im schottischen Moor

Keine Windkraft im schottischen Moor

Prof. Joosten unterstützt RSPB

Die britische Naturschutzorganisation RSPB klagt gegen den Bau von 39 Windturbinen in der schottischen Hochmoorregion „Flow Country“. Prof. Joosten vom Greifswald Moor Centrum unterstützt die NGO beim Kampf gegen das Windparkprojekt Strathy South des britischen Energiekonzerns SSE. Der Bau tiefer Fundamente würde den Moorboden nachhaltig schaden. Mehr dazu berichtete die Tageszeitung der Region Aberdeen Press and Journal  und die englischsprachige Website zu Erneuerbaren Energien reNEWS.

 

Preisverleihung an "Torfmooskultivierung"

Preisverleihung an „Torfmooskultivierung“

Forschungsprojekt wurde ausgezeichnet im Wettbewerb „Land der Ideen“

Am Freitag, dem 27. März 2015, wurde das Forschungsprojekt „Torfmooskultivierung“ des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität (EMAU) Greifswald im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ als Preisträger geehrt. Die Preisverleihung fand auf der Pilotfläche im Hankhauser Moor statt.
Prof. Hans Joosten (EMAU Greifswald) nahm die Auszeichnung von Mathias Ohl (Deutsche Bank) entgegen. Im Rahmen der Festveranstaltung sprachen unter anderem Dr. Gerd Höher (Referatsleiter Nachwachsende Rohstoffe und Gartenbau, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Irene Dahlmann (Referatsleiterin Naturschutzverwaltung und Moorschutz, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und Dr. Reinhard Stock (stellv. Abteilungsleiter Umweltforschung und Naturschutz, Deutsche Bundesstiftung Umwelt).
Siehe auch: Greifswalder Projekt „Torfmoos“ ist „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen”

 

Moore sind Hotspots für Treibhausgasminderung

Moore sind Hotspots für Treibhausgasminderung

Nur 0,4% der Landfläche emittieren 5% der anthropogenen Treibhausgase

Das aktuelle Positionspapier "Accounting for peatland hotspots" von Wetlands International und den Greifswalder Moorforschern Alexandra Barthelmes, John Couwenberg und Hans Joosten fordert, Moore in einem neuen Klimaabkommen als Treibhausgas-Hotspots zu berücksichtigen. Die Forderungen basieren auf einer Analyse der Emissionen aus Moorböden und ihres Anteils an den Gesamtemissionen je Staat. In Ländern wie z.B Indonesien, China, Finnland und Schweden stellen Moor-Emissionen einen substantiellen Anteil an den Gesamtemissionen dar. Das Positionspapier wurde für die Klimaverhandlungen in Lima (UNFCCC COP20) im Dezember 2014 erstellt.

Positionspapier (PDF)

Weitere Publikationen zu Treibhausgasemissionen bei Wetlands International