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von Berit Krondorf

PV auf Mooren könnte noch besser sein...

wenn sie nass wären

06/01/2026 Gute Maßnahme, falscher Ort: Mehr Treibhausgasemissionen als durch nachhaltige Energie eingespart – so sieht die Treibhausgasbilanz von Solarenergie auf entwässerten Mooren in Deutschland bislang aus, wie diese neue Studie im Journal Nature zeigt: Greenhouse gas balance of solar parks built on peatlands in Germany.

Stattdessen könnte es viel besser sein und Solar-PV auf Mooren sogar noch grüner, wenn ... sie nass wären!  Durch die Wiedervernässung werden die CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren fast sofort gestoppt und somit verhindert, dass die Schäden durch die fortgesetzte Torfoxidation den Nutzen einer sauberen Energieerzeugung übersteigen.
 
„Neu befeuchtete Moorgebiete mit entsprechend gestalteten Solarparks könnten einen kombinierten Nutzen haben und ein großes Potenzial zur Eindämmung des Klimawandels erschließen“, sagt Co-Autor Carl Pump von der Universität Greifswald. „Aber nur mit einer intelligenten und sorgfältigen Planung – idealerweise in Zusammenarbeit mit allen relevanten Interessengruppen und Behörden.“
 
Bis Dezember 2023 wurden bereits 165 Solarparks auf Moorflächen mit einer installierten Gesamtleistung von 643 MWp gebaut. Im Durchschnitt versorgen sie 200.000 Haushalte pro Jahr mit Strom. Aufgrund der allgemein niedrigeren Bodenwerte wurden Moorflächen in der Vergangenheit möglicherweise sogar bevorzugt. Eine beträchtliche Anzahl dieser Anlagen erhält Einspeisevergütungen. Seit 2023 ist es verboten, Einspeisevergütungen für neue Solarparks zu erhalten, die auf entwässerten Mooren errichtet wurden, wodurch diese weitgehend unrentabel werden.
 
Die Kernaussagen der Studie:
- Keine neuen Solarparks auf entwässerten Mooren!
- PV-Anlagen auf wiedervernässten Moorflächen können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten!
- Durch die zusätzliche Wiedervernässung des Moors neben der PV-Anlage können die Emissionswerte pro kWh noch positiver ausfallen.
- Wiedervernässte Moor-PV-Anlagen könnten auch Teil der Landnutzungsumstellung zur Wiedervernässung von Mooren sein.
 

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