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GMC auf der COP23 - Woche II

Moorprojekt = UNFCCC Leuchtturm-Projekt

  

11/11/2017  Moorrestauration in Russland ist eines der größten Wiedervernässungsprojekte weltweit. Durchgeführt von Weltlands International und der Michael Succow Stiftung (Partner im Greifswald Moor Centrum) mit weiteren Partner (u.a. Universität Greifswald) beugt es erfolgreich Torfbränden und daraus entstehenden Gesundheitsschäden der lokalen Bevölkerung im europäischen Teil Russlands vor. Gleichzeitig mindert das Projekt Treibhausgasemissionen. Das UN-Klimasekretariat zeichnet das Projekt als eine von 19 wegweisenden Initiativen mit seinem United Nations Momentum for Change Climate Solutions Award als Leuchtturmprojekt aus. Wetlands International und die Michael Succow Stiftung werden das Projekt während des derzeitigen Klimagipfels in Bonn (COP23) bei einem Runden Tisch der UN am Montag 13. November präsentieren. Die feierliche Auszeichnung der 19 Gewinner des 2017 Momentum for Change Award folgt am 14. November.
Das GMC ist an fünf Veranstaltungen auf der Konferenz direkt beteiligt, weitere zwölf moorbezogene Veranstaltungen finden durch unsere Partner in der Global Peatlands Initiative statt. Unsere side events in der ersten Woche diskutierten eine verbesserte Kooperation der globalen Konventionen zu Mooren und die verstärkte Einbindung der lokalen Bevölkerung in Moorschutz.

Am 15. November veranstaltet die Global Peatlands Initiative ein hochrangiges Event Good peatland governance to strenghten economic, social and ecosystem resilience mit Vertretern verschiedener Regierungen zu Mooren ab 16:45 Uhr (Meeting room 10, Bonn Zone). Sie präsentiert dort das "Rapid Response Assessment on peatlands", an dem das GMC maßgeblich mitgearbeitet hat.

Was hindert Paludikultur?

Neues Gutachten liegt vor

8/11/2017  Als Brennstoff liefert Biomasse aus Paludikultur Wärme, als Baustoff Material für Dämmung – beides mit guten Werten. Aber warum bleibt es schwierig, die Rohstoffe und Produkte aus Seggen, Rohrkolben, Schilf und weiteren Moorpflanzen auf den Markt zu bringen? Das Institut für Klima, Energie und Mobilität (IKEM) e.V. hat dies in einem Gutachten Handlungsempfehlungen zur energetischen Nutzung von Paludikulturen untersucht, und in einem Impulspapier Rechtliche Handlungsempfehlungen für die energetische und stoffliche Verwertung von Paludikultur-Biomasse zusammengefasst.
Zum einen gibt es juristische Hürden: einige Paludikultur-Pflanzen gelten auf europäischer Ebene bisher nicht als landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Landwirte erhalten für ihren Anbau keine Subventionen. Zum anderen werden die positiven ökologischen Eigenschaften von Paludikultur-Biomasse im Vergleich mit anderen Rohstoffen noch nicht ausreichend berücksichtigt. Schließlich wird bereits beim Anbau der Rohstoffe in Paludikultur CO2 eingespart und ihre Verarbeitung braucht nur wenig Energie. IKEM empfiehlt, Energieträger und Baustoffe in das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) aufnehmen zu lassen und weitere Anreize für Wärmeerzeugung aus Paludikultur-Pflanzen zu schaffen.

UN zeigt Klimaschutzlücke auf

UNEP Emissions Gap Report 2017 - Cover

Greifswalder Beitrag zum UN-Klimabericht zum Auftakt der Weltklima-Konferenz

7/11/2017 Der aktuelle „Emissions Gap Report“ des UN-Umweltprogramms UNEP stellt zum Auftakt der Welt-Klimakonferenz in Bonn die Grundlagen der bisherigen Anstrengungen der Länder und die größten Potentiale für besseren Klimaschutz zusammen. Zum ersten Mal geht es dabei nicht nur um die Lücke für das Jahr 2020, sondern auch um die notwendige Entwicklung der globalen Treibhausgasemissionen in den Folgejahren, speziell für 2025 und 2030. Wichtiger Teil des Berichts sind zudem mögliche Lösungen, wie man die globale Ambitionslücke schließen kann, zum Beispiel durch Restaurierung von Mooren. Der Bericht wurde im Auftrag von UNEP und mit Unterstützung der Bundesregierung erstellt. Das Greifswald Moor Centrum ist durch Prof. Hans Joosten als Ko-Autor am Bericht beteiligt und hat Daten der Global Peatland Database beigesteuert.

GMC auf der COP23 - Woche I

Franziska Tanneberger on peatlands at the BfN-side event on COP23 (Foto: Leticia Jurema)

Für mehr Moor im öffentlichen Fokus

6/11/2017 Während des internationalen Klimagipfels in Bonn (UNFCCC COP23) setzt das Greifswald Moor Centrum seine Expertise auf mehreren Side events ein, um das Potential intakter Moore für den Klimaschutz zu verdeutlichen. Am 6. November referierte Dr. Franziska Tanneberger zu Mooren als Kohlenstoffspeicher und Emittenten von CO2 auf Towards a new compact on peatlands for climate protection. Das von Bundesagentur für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit FAO, UNEP, NABU und anderen organisierte Side event begann um 10 Uhr im Deutschen Pavillon. Am 10. November um 16:45 Uhr berichten das Greifswald Moor Centrum und Wetlands International beim Side event Urgent need for local action to sustain peatlands globally zum drängenden Erhalt der Moore weltweit. Neben multinationalen Konzernen spielen lokale Gemeinschaften dabei eine zentrale Rolle. Diese gilt es bei einem zukunftsfähigen Landmanagement zu unterstützen. Jan Peters stellt Strategic environmental dialogues on Caribbean coastal peatlands vor. Das Projekt setzt sich ein für die Erkundung der karibischen Küstenmoore zum Schutz gegen extreme Wetterereignisse. In der zweiten Woche der COP23 ist das Greifswald Moor Centrum Teil eines hochrangigen Side events der Global Peatlands Initiative am 15. November. Zur weiteren Information hier ein Kalender wichtiger Veranstaltungen mit Moorbezug auf der COP23.

UN-Klimaschutz-Preis 2017 gewonnen

Momentum for Change - "Peatland restoration in Russia" is Lighthouse Activity!

„Moorrestauration in Russland“ ist Leuchtturm-Projekt!

13/10/2017 Das Greifswald Moor Centrum ist stolz: Moorrestauration in Russland wird als eines von 19 Leuchtturm-Projekten 2017 der UN-Klimarahmenkonvention ausgezeichnet! Im Projekt, an dem die GMC-Partner Michael Succow Stiftung und Universität Greifswald beteiligt sind, werden Moore in Russland wiedervernässt. Dies beugt Bränden vor und verringert den Ausstoß von Treibhausgasen.
460 Bewerbungen gab es um die „Momentum for Change“-Auszeichnung, die das UN-Klimasekretariat ins Leben gerufen hat. 19 werden beim UN-Klimagipfel (COP23) im November in Bonn als innovativste, praktischste und vorbildhafteste Beispiele geehrt, mit deren Hilfe sich Menschen auf der ganzen Welt dem Klimawandel entgegen stellen.

 

Nasse Moore für Klima, Menschen, Zukunft – für immer

RRR2017 – das finale Statement

04/10/2017 Das abschließende Statement der 2. Internationalen Paludikultur-Konferenz (RRR2017 in Greifswald, 27.-29. September 2017) konzentriert auf vier Seiten, worauf sich die ca. 200 Moorwissenschaftler, -praktiker und -aktivisten verständigen konnten: Es besteht dringender Handlungsbedarf – Stop für Entwässerung, Wiedervernässung und Umsetzung von Paludikultur in großem Maßstab jetzt! Der Grund: Entwässerte Moore gefährden die Ziele des Pariser Klimaabkommens und die des UN-Programmes für Nachhaltige Entwicklung. Entwässerung verursacht wirtschaftliche und ökologische Schäden wie beträchliche Emissionen an Klimagasen, Torfbrände, Verlust an Biodiversität, Degradierung, Desertifikation und Sackung von Böden und letztendlich deren Verlust. Deswegen müssen Moore nass sein! Paludikultur bietet eine Lösung Moore weiterhin zu nutzen, den Klimawandel abzumildern und sich an dessen Effekte wie ansteigende Meeresspiegel, Dürren oder Überflutungen anzupassen.

RRR2017 eröffnet

Umweltpolitiker von Bund und Land sprechen zur Eröffnung

25/09/2017  Zum Auftakt der Paludikultur-Konferenzwoche begrüßten die Umweltpolitiker Jochen Flasbarth (Staatssekretär BMUB) und Dr. Till Backhaus (Landesminister MV) die Teilnehmer der Tagung Klimaschutz und Moornutzung: Potentiale in Deutschland. Wissenschaftler, Praktiker und Vertreter von Behörden und NGOs diskutieren hier Umsetzung, Möglichkeiten und Hindernisse für Paludikultur.

Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) betonte in einer Videobotschaft zur Eröffnung: „Der Schutz von Mooren benötigt deutlich größere politische Aufmerksamkeit als bisher. Immerhin entweichen aus entwässerten Mooren, die als Acker- oder Grünland genutzt werden, in Deutschland 38 Millionen Tonnen Treibhausgase. In der Summe entspricht dies fast einem Viertel der Emissionen aus dem gesamten Verkehrssektor. Ich freue mich deshalb, dass wir als Umweltministerium in den letzten Jahren die finanzielle Förderung von Moorschutzaktivitäten deutlich ausgeweitet haben.“

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern berichtet über die Anstrengungen von Mecklenburg-Vorpommern für den Moor- und damit Klimaschutz:  "Wir haben in den letzten 20 Jahren Wiedervernässungsprojekte mit insgesamt mehr als 40 Millionen Euro unterstützt und früh mit der Wiedervernässung unserer Moore begonnen, um die Treibhausgasmissionen zu mindern. Hinzu kommen die MoorFutures, die ganz wesentlich dazu beigetragen haben, die Zusammenhänge zwischen Klimaschutz und Moorschutz insbesondere außerhalb von Expertenkreisen bekannt zu machen. Mittlerweile wurden fast 13.000 MoorFutures verkauft. Ich freue mich, dass wir mit unserer Fachstrategie Paludikultur als erstes Bundesland beispielhaft vorangehen, um die Bewirtschaftungsform von Moorstandorten auszubauen. Die Etablierung der Paludikultur führt zu einem doppelten Gewinn für den Klimaschutz. Die Emissionen aus dem Torfkörper werden gestoppt und die Biomasse substituiert beispielsweise fossile Energieträger."

 

RUMOOREN! - Kunst trifft Moor

"RUMOOREN! Kunst trifft Moor" - Vernissage (Foto: Philipp Schröder)

Torfskulptur bis Rohrkolbenkissen - zu sehen bis 8.10. im CDFI

22/09/2017  Ganz ungewohnte Perspektiven auf Moore bietet die Kunstausstellung RUMOOREN!, die das Greifswald Moor Centrum gemeinsam mit dem Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald initiiert. Von 24.9.- 8.10. sind die „Moor-Werke“ von 19 Künstlern im Caspar-David-Friedrich-Institut (Bahnhofstraße 46/47) zu sehen, der Eintritt ist frei. Von Torfinstallation, Malereien bis Rohrkolbenkissen sollen die Ausstellungsstücke die öffentliche Wahrnehmung, den Austausch zum Thema „Moor, Klimaschutz und Nutzung“ und die Akzeptanz dazu anregen.


Zur Vernissage am 24. September kamen mehr als hundert Kunst- und Moorinteressierte.
Die Ausstellung „RUMOOREN!“ ist Teil der der internationalen Konferenz Renewable resources from wet and rewetted peatlands 2017. Sie ist im Caspar-David-Friedrich-Institut vom 25.- 28. September von 8 – 20 Uhr und ab 29. September – 8. Oktober von 12 - 18 Uhr geöffnet.

Schilf im Kessel, Rohrkolben in der Wand

GMC-Ausstellung im UBA Dessau (Foto: Philipp Schröder)

Ausstellung "Moor, Klimaschutz und Paludikultur" im Umweltbundesamt

22/09/2017  Schilf im Kessel, Rohrkolben in der Wand oder Torfmoos auf dem Teller – dass intakte Moore Klimaretter sind und sich auch nachhaltig nutzen lassen erklärt die Wanderausstellung Moor-, Klimaschutz und Paludikultur des Greifswald Moor Centrum, erstellt im Projekt MoorDialog. 
Vom 18. September bis 6. Oktober ist sie im Foyer des Umweltbundesamtes in Dessau zu sehen. Der Eintritt ist frei! Am 4. Oktober bietet das Greifswald Moor Centrum Führungen zur Ausstellung für Schulklassen an. Anmeldung erforderlich unter communication@greifswaldmoor.de .

Countdown für RRR2017

Internationale Paludikultur-Woche 25.-30. Sept. 2017

12/09/2017  : In weniger als zwei Wochen startet die Internationale Paludikultur-Konferenzwoche RRR2017. Vom 25. – 30. September 2017 veranstaltet das Greifswald Moor Centrum eine nationale und eine internationale Konferenz, einen Tag mit verschiedenen Exkursionen und einen Workshop zur Torfmooskultivierung. Als Hauptredner hat das Greifswald Moor Centrum Prof. Ab Grootjans, Prof. Hans Joosten und Faizal Parish gewonnen. Neben dem wissenschaftlichen Programm der Konferenz präsentiert das GMC ein vielfältiges und öffentliches Rahmenprogramm:

Ballonreifen und Kettenfahrzeuge – große Technikschau auf dem Greifswalder Markt
Wie sich z.B. Schilf oder Rohrkolben ernten lassen, zeigt eine große Technikausstellung am Mittwoch 27. September von 12.30-14.30 Uhr  auf dem Greifswalder Marktplatz. Erntemaschinen mit riesigen Ballonreifen oder Kettenfahrzeuge für das nachhaltige Bewirtschaften nasser Flächen werden auf trockenem  Pflaster zu sehen sein. Dazu gibt es für alle Interessierten viel Information zu Moor- und Klimaschutz sowie Paludikultur. 

„Algenfarn bis Wasserminze“ – botanische Ausstellung im Botanischen Garten
Zum Spaziergang durch den Botanischen Garten der Universität Greifswald  lädt die Ausstellung „Algenminze bis Wasserminze – Paludikultur, Bewirtschaftung nasser Moore“ ein. Sie ergänzt das dortige Paludarium und zeigt auf 40 Tafeln, wie Pflanzen aus Mooren Lebensmittel, Futter, Energieträger und Baustoffe liefern, gleichzeitig das Klima schützen und biologische Vielfalt garantieren können.  Dort lässt sich z.B. erfahren, dass Wollgras zu Kissenfüllung taugt, Sonnentau bei Atemwegserkrankung hilft, Torfmoos Torf im Garten ersetzen kann oder aus Samen der Wassernuss Mehl gewonnen wurde.

„RUMOOREN – Kunst trifft Moor!“ - Kunstausstellung
Ganz ungewohnte Perspektiven auf Moore bietet die Kunstausstellung “RUMOOREN!”, die das Greifswald Moor Centrum gemeinsam mit dem Caspar-David-Friedrich-Centrum (Universität Greifswald) initiiert. Ab der Vernissage am 24. September bis zum 8. Oktober sind die „Moor-Werke“ von 20 Künstlern im CDF-Institut zu sehen. Von Torfinstallation bis Moosskulptur sollen die Ausstellungsstücke die öffentliche Wahrnehmung, den Austausch zum Thema „Moor und Klimaschutz“ und Akzeptanz dazu anregen.

„Deutschlands Moore“ – persönlicher Erlebnisbericht des Moorschützer Prof. em. Michael Succow
Auf eine Reise von den Regenmooren Nordwestdeutschlands und den Mooren des südlichen Ostseeraumes bis zu denen des Alpenrandes lädt Prof. em. Michael Succow bei einem öffentlichen Abendvortrag am 26. September  um 20 Uhr im Hörsaal Loefflerstraße der Universität Greifswald. Der Träger des Alternativen Nobelpreises berichtet von dramatischen Moorschicksalen, der Zerstörung von Moorlandschaften, aber auch von Möglichkeiten ihrer Revitalisierung.