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von NK

Moorpavillon, Moorkarte, Michelle

12/11/2021 Ohne Schutz und Wiedervernässung von Mooren lässt sich der weltweiten Klimakrise nicht begegnen. Das haben Moorexpert*innen aus Greifswald auf der zweiwöchigen Weltklimakonferenz (UNFCCC COP26) vom 31. Oktober bis 12. November in Glasgow Delegierten, Politiker*innen, Prominenten, Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen aus aller Welt klarmachen können. Sie sind optimistisch, dass das neue Wissen um diese Klimaschutzpotentiale jetzt in der Politik und das Handeln vieler Länder einfließen wird.

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow wurden Moore erstmals in einem eigenen Pavillon präsentiert, den Succow Stiftung und Greifswald Moor Centrum gemeinsam dem UN Umweltprogramm, IUCN UK Peatland Programme und weiteren Mitgliedern der Global Peatlands Initiative organisiert hatten. Die am Greifswald Moor Centrum erarbeitete Weltmoorkarte lockte direkt am Eingang Besucher*innen an. Das zwölftägige hybride Vortragsprogramm bot einen umfassenden Überblick zu Moor-Wissenschaft, - Schutz und -Politik auf allen Kontinenten. Prominente Besucher*innen wie die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten Michelle Obama, die Exekutivdirektorin des UN-Umweltprogrammes Inger Andersen, zahlreiche Minister*innen und andere Regierungsvertreter*innen sowie bedeutende Umweltjournalisten wie der Chris Packham von BBC kamen hier vorbei.

„Hunderte von Delegierten und Beobachter*innen der Klimakonvention haben unsere riesige Moorkarte angesehen. Viele Länder wissen gar nicht, dass sie Moorböden besitzen. Ihre Vertreter nehmen aus Glasgow mit, dass Moore für den Klimaschutz wichtig sind. Unsere Präsenz hier war so effektiv, wie es Moore als Kohlenstoffspeicher sind.“, sagte Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrum. Ein besonderes Highlight war ein von Moorexpert*innen der University of East London gebauter Wassertropfen aus Schilf und Weide, in dem ein Sofa stand – der wohl beliebteste Sitzplatz im ganzen Pavillon. Diese Konstruktion war für viele Besucher*innen ein beeindruckender Augenöffner, wozu Baumaterialien aus Paludikultur genutzt werden können.

Michael Succow Stiftung und das Greifswald Moor Centrum als Ganzes hatten viele Veranstaltungen im hybriden Moor-Pavillon mit auf die Beine gestellt, zum Beispiel „Organische Böden und Moore in den Baltischen Staaten: Maßnahmen zur Treibhausgas-Minderung und Paludikultur“ am 8. November, „Moorschutz in Deutschland“ und „Moore im Nil-Einzugsgebiet als naturbasierte Lösung“ am 10. November sowie der Auftakt für eine europäische Moorschutzinitiative am 12. November. Die Weltmoorkarte hat das Greifswald Moor Centrum – mit großformatigem Ausdruck vor Ort und Dr. Alexandra Barthelmes als Referentin in Greifswald – am 9. November präsentiert. Der in Englisch gehaltene virtuelle Peatland Pavillon steht Interessierten mit vielfältigen Informationen zu Mooren weltweit auch nach dem Weltklimagipfel weiterhin online zur Verfügung.

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